Vielen Dank, Richard, was für eine schöne Interpretation!
Ich hatte schon arg daran gezweifelt, ob meine Bilder so gar nicht transportieren, was ich ausdrücken wollte und es fühlt sich gut an, wenn man feststellt, dass man doch nicht gar so weit daneben lag.
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Wie aus einem Guss entsteht bei mir ein Gefühl des Eingesaugt werdens, dass sowohl an den einander begrabenden Lippen, als auch an der Stille und den geschlossenen Lidern liegt.
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Eingesaugt vom Leben, vom Mittendrin, zwischen Himmel und Erde, ja.
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Die Meerschweinchengräber haben für mich einerseits etwas mit dem "begraben" zu tun, dass auch wieder bei den Lippen anklingt, also etwas endgültig "zudecken" oder auch töten. Kindheit, Unschuld, so etwas in der Art. Wenn man dem Tod ins Auge blickt, wird man unersättlich, der Mensch möchte doch manchmal so gerne festhalten, was er im Begriff zu verlieren ist und wer spürt nicht diese "bittersüße" Wehmut, wenn man etwas begräbt.
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Ja. Nie spürt man das Leben intensiver, als in dem Moment, in dem einem Sterblichkeit bewusst wird. Mit einem Blick das ganze Leben vorbeiziehen sehen, Vergangenheit, eigene Kindheit, Meerschweinchenbeerdigungen - Gegenwart, der frühe Sommer, Körperlichkeit, Fruchtbarkeit, Liebe, Leidenschaft - Zukunft, wechsel der Jahreszeiten, Kinder, die hier irgendwann ihre Meerschweinchen bestatten, eigenes Altern, Welken, das Bewusstsein, dass man selbst irgendwann unter der Erde landet.
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Das Leben in "saftgrün" im Sommer (Juni) und im Unersättlichen ist hier der "Stille" und dem "Begraben werden" bzw. "Begraben sein" gegenübergestellt. Vor beidem werden "die Augen verschlossen". Himmel und Erde, Leben und Tod, je nach dem von wo aus betrachtet, beides ist so unhaltbar und ungreifbar, dass man sie nur blind empfinden kann und dann sind sie einem vielleicht auch "nah".
In der Liebe sowieso, denn nur dort ist "Leben" und "Tod" so eng mitaeinander verkettet, dass man den anderen in einem Moment zugleich begraben und zum Leben erwecken kann und nichts erwacht so schnell zum Leben und stirbt so schnell wie die Liebe und im Angesicht von Leben und Tod, von Himmel und Erde ist es gerade die Liebe von der wir glauben, wir müssten uns daran festkrallen, um Beidem zu entkommen.
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Genau so.
Noch einmal vielen herzlichen Dank für deine Rückmeldung hier.
Sie war mir eine besondere Freude.
LG, Feo