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#1

Der Heiland

in Mythologisches und Religiöses 01.08.2008 12:37
von le_bockba (gelöscht)
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Hoch in den Tiefen geboren,
weit in der Enge gezeugt.
Als der Eine auserkoren,
die ganze Welt sich verbeugt.

Des Schlafes sich entzieht,
die Nahrung er verwehrt,
was auch immer geschieht,
er wird von allen verehrt.

Die Dunkelheit so fern,
das Licht greifbar nah',
heiliges Blut in den Adern,
wie der Herr es vorsah.

Verbreitet die Botschaft,
der einzig Wahre erkoren,
es ist nun vollbracht,
der Heiland geboren!
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#2

Der Heiland

in Mythologisches und Religiöses 01.08.2008 13:40
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo le_bockba,

und willkommen im Tümpel. Ein seltsames Einstandsgedicht hast Du da präsentiert.
Es erscheint mir doch ob des vielschichtigen Themas etwas plakativ zu sein. Da gibt es sicher interessantere Auseinandersetzungen zu dem Thema.
Wenn der Text nich tin Religiöses sondern in Diverse stehen würde und nicht Heiland sondern Highländer heißen würde, wär's ja schon wieder witzig.

Die erste Strophe mit der Gegenüberstellung der Gegensätze ist nicht schlecht, wobei hier schon etwas ins Gewischt schlägt, was für mich das ganze Gedicht etwas verdirbt. Es ist von der Metrik her ein ziemliches durcheinander. Bei einem so geformten kreuzgereimten Gedicht würde ich ein regelmäßiges Metrum verwenden. Dann klingt es auch gut.

Ich ixe mal die Betonung:

XxxXxxXx
XxxXxxX
XxXxXxXx
xXxXxxX

xXxXxX
xXxXxX
XxXxxX
xXxXxxX

xXxXxX
xXxxX
XxxXxxXx
XxXxXx

xXxxXx
xXxXxxXx
xXxxX
xXxxXx

Insbesondere in der dritten Strophe klingt das komisch, weil die reimende Silbe bei beiden Reimen mal betont und mal unbetont ist, so dass das klanglich nicht wirklich funktioniert.
Metrische Nuancen und selbst Verkürzungen und Verlängerungen sollten stets einen inhaltlichen Bezug haben und eine entsprechende Funktion ausüben. Das sehe ich hhier bei Deinem Gedicht nicht.

Der Witz bei dem Gedicht besteht im Übrigen für mich darin, dass mir als Leser gar nicht klar ist, ob der Dichter den Heiland nun gut oder nicht gut findet.
Aber das mag auch an der Unausgegorenheit des Textes liegen, denn ich schätze mal, das war so gar nicht unbedingt intendiert.

Soweit von mir zum Text.

Grüße,
GerateWohl

_____________________________________
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#3

Der Heiland

in Mythologisches und Religiöses 01.08.2008 16:58
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag le_bockba!

Zuerst einmal begrüße ich Dich!
Wortspielereien scheinst Du zu mögen.

'Hoch in der Tiefe - weit in der Enge -.
Da würde ein Stück weiter auch ganz gut dazu passen
'in der Dunkelheit so hell'.

Ein bißchen verallgemeinert klingt es mir mit
'die ganze Welt sich verbeugt' und 'er wird von allen verehrt'. Dem ist aber nicht so.

Dann bei ab der Stelle 'heiliges Blut in den Adern, wie der Herr es vorsah' bis zum Schluß 'der Heiland geboren',
keimte in mir der Verdacht auf, es handle sich für dieses Einstandswerk zuerst einmal um einen kleinen provokanten Check, auf dessen Reaktion Du nun wartest.

Ob Du es davon abhängig machst, hier sesshaft zu werden oder nur Durchreisender bist, wer weiß das genau? Lassen wir uns also überraschen. Ich warte gerne noch ein weiteres Werk von Dir ab und will mit einer vorgefaßten Meinung zurückhaltend sein.

Mit Gruß
Joame
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#4

Der Heiland

in Mythologisches und Religiöses 20.08.2008 09:31
von Feo | 134 Beiträge | 134 Punkte
Dunkel war's, der Mond schien helle,
als ein Auto blitzeschnelle langsam um die Ecke fuhr... (unbekannter Autor)


Hoch in den Tiefen geboren,
weit in der Enge gezeugt.
Als der Eine auserkoren,
die ganze Welt sich verbeugt.

Des Schlafes sich entzieht,
die Nahrung er verwehrt,
was auch immer geschieht,
er wird von allen verehrt.

Die Dunkelheit so fern,
das Licht greifbar nah',
heiliges Blut in den Adern,
wie der Herr es vorsah.

Verbreitet die Botschaft,
der einzig Wahre erkoren,
es ist nun vollbracht,
der Heiland geboren!


Nee, so wirklich Sinn vermag ich nicht hinter deinen Zeilen zu erkennen, insbesondere, da das Weltenverbeugen doch ein bißchen arg früh und dann auch noch als Inversion auftritt. Das könnte man natürlich als geschicktes Stilmittel zur bildlichen Betonung der Verbeugung ansehen - allerdings nicht bei einem Text, der von einer Inversion zur nächsten und von einem Metrikpatzer zum anderen hüpft. Irgendwie haut bei diesem Text auch chronologisch so gar nichts hin.

Wenn ich mal eine Kurzfassung fabrizieren soll:
1. Strophe: Erst geboren, dann gezeugt, auserkoren, gehuldigt, anschließend:
2. Strophe: Schlafverweigerung (habe ich eine Bibelstelle übersehen?), Hungerstreik (ups - und das Abendmahl?), Verehrung.
Na, wenn das so hinkäme, würde man bald jeden schlaflosen Hungerstreikler heilig sprechen. Wenn wir von ein und demselben Heiland reden, dann war das mit der Verehrung wohl eher eine ambivalente Angelegenheit, hm?
3. Strophe: Helle Beleuchtung, gute Abstammung, Andeutung eines Zuchtversuches
4. Strophe: Auf, auf, Missionare, der einzig Wahre wurde vollbracht und geboren.

Tja. Vollbracht/gezeugt und geboren in der ersten und letzten Strophe, dazwischen angebetet wegen Schlafmangel und Nahrungsverweigerung bei voller Beleuchtung und Blutanalyse.
Mag an mir liegen, aber für mich bleibt das schwülstig und sinnfrei.

LG, Feo

Edit: RS
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