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#1

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 25.07.2008 12:12
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte

Weiße Zwerge



Du erzählst mir, warum Kontinente versinken,
dass mancher der Sterne vor langem erstarb,
warum die Delfine im Meer nicht ertrinken;
und Tote, die legt man nun mal in den Sarg.

Ich frage mich, ob es wohl heute noch regnet,
warum mich der Himmel so zynisch verlacht,
und ob man sich tatsächlich zweimal begegnet.
Hab ich heute Mittag den Herd ausgemacht?

Ich halte dich fest und ich trag dich ein Stück.
Du sagst mir, dass, auch wenn es manchmal so scheint,
ein Flusskrokodil doch in Wahrheit nicht weint,
und lächelst mich an. Und ich lächle zurück.


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#2

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 25.07.2008 17:05
von Habibi (gelöscht)
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Hallo Simone, als erstes haben mich beim Lesen die fehlenden Kommas gestört. Auch in den Rhythmus bin ich beim ersten Mal schlecht reingekommen. (Vor allem wegen der 1. Z.) Was aber viel wichtiger ist, ist meine Schwierigkeit zu verstehen, worum es im Text eigentlich geht. Es ist sicher eine Wissenlücke von mir, dass ich nicht weiß, was Weiße Zwerge sind. Irgendwie könnte es ein Begriff aus der Astrophysik sein. Aber was hätte er mit deinem Gedicht zu tun? Das eingeklammerte "ganz klar!" ist mir zu sehr Einschub, damit du auf die nötige Silbenanzahl kommst. Die Hauptfrage ist die, wer das "Du" ist. Und wie alles, das so verschieden ist, zusammenhängt. Sorry, aber ich komme da nicht weiter.

Gruß von Habibi
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#3

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 25.07.2008 20:34
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hallo Habibi


Zitat:

als erstes haben mich beim Lesen die fehlenden Kommas gestört

präzisier das doch mal, welche denn und wo gehören die hin? … *g

ja, die erste Zeile fällt etwas aus dem Rahmen, aber sonst ist das ein Daktylus und die Zeilen sind alle vierhebig. für mich liest sich's schon rund, aber ich hab's ja auch geschrieben. *g

das "ganz klar" hatte ich bewusst da so platziert, (ja, ja, das kann jetzt jeder sagen *g) aber ich fand die Ausdrucksweise passt zum LD.

ein weißer Zwerg ist, in der Kurzform, ein kleiner Stern, der langsam stirbt. die ausführlichere und genauere Beschreibung kannst du hier nachlesen, wenn's dich interessiert.

ich bin etwas erstaunt, dass du fragst wer das "Du" ist, denn ich fand eigentlich, das liegt auf der Hand. deshalb möchte ich zum Inhalt jetzt nicht unbedingt was sagen, weil mich nun doch mal interessieren würde, ob das andere auch so wirr finden. obwohl es recht unwahrscheinlich ist *g, aber vielleicht guckt ja doch noch jemand anderes vorbei.

Besten Dank und Gruß
Simone

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#4

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 25.07.2008 23:34
von Habibi (gelöscht)
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Du erklärst mir, warum Kontinente versinken,

Ich frage mich, ob es wohl heute noch regnet,

Du sagst mir, dass, auch wenn es manchmal so scheint,
oder alternativ:
Du sagst mir, dass auch, wenn es manchmal so scheint,

Meiner Meinung nach gehört da jeweils ein Komma rein.

Bin auf die Wortmeldungen der anderen gespannt...

Gute Nacht wünscht Habibi
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#5

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 25.07.2008 23:59
von Maya (gelöscht)
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Für mich ist das lyrDu Mutter oder Vater. Interessant am Gedicht ist, dass die Erklärungen gar nicht zu den Fragen des lyrI passen. Für mich deutet es darauf hin, dass das lyrI sich längst abgekapselt hat, den Erklärungen entwachsen ist und seinen eigenen Gedanken nachhängt.

Nach Tote (S1, V4) fehlt noch ein Komma, das Habibi nicht benannt hat (ansonsten gehe ich mit ihren Vorschlägen konform). Und am Ende der S4 muss es "lächle" heißen (Bei den Verben auf -eln fällt in der 1. Person Singular das "e" vor dem "l" weg, was ich auch öfter mal vergesse. )

Ich finde, dass in der S1 der vierte Vers nicht so recht passt, denn auch er bezieht sich auf die Eingangsworte zurück: Du erklärst mir / und Tote, die legt man.... Das hört sich für mich etwas hölzern an.
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#6

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 26.07.2008 00:27
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Danke euch beiden für die Verbesserungen.

ja S1V4 paßt nicht wirklich gut, muß ich noch mal umbauen, fällt mir aber auf die Schnelle nix ein.

so *hüstel ... also doch etwas wirr *g ... eigentlich ist das LD das Kind und LI ein Elternteil. mein Grundgedanke war, die Auseinandersetzung mit dem Tod, eben aus den verschidenen Blickwinkeln. die beiden sind mit dem Tod konfrontiert worden und gehen jeder auf seine Art damit um, aber trotz der verschidenen Sichtweisen, bleibt ihnen am Ende die Gemeinsamkeit, das Leben. der Blick auf das Positive. und das sie einander haben ... und jetzt könnt ihr mich steinigen ... gute N8

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#7

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 28.07.2008 14:29
von Primel | 107 Beiträge | 107 Punkte
Simone,

erster Eindruck: ein charmanter Text, bei dem, wie es so damals, als Charme noch nicht aus der Mode war, sich als Gespräch zwischen Liebenden hätte ergeben können, ein Geplauder, bei dem man sich über alles und nichts unterhält, ohne dass die sinnlichen Aspekte der Beziehung direkt aus- bzw angesprochen werden. Eine Unterhaltung, bei der es nur darauf ankommt, den anderen neben sich zu wissen, zu hören , sehen, etc , wobei der Inhalt des Gesprächs belanglos wird, da die Aussage eine Hinwendung zum anderen, eine endlose Folge von Variationen des Du, Du, Du! beiden verständlich ist.

Dann kommt die Abweichung durch das „ich trag dich ein Stück“, mit dem, für mich, die Abfolge in einer realistischen Welt ( als Gegensatz zu einer der „Fantasy“, wo man sich einen genialen Zwerg gerne vorspielen lässt) in sich zerfällt, da der kindliche Prahlgeist, der unbedingt sein gerade erst erworbenes Wissen zeigen möchte („die Erde ist wie ein Kind, das Gedichte weiß“) über das Getragenwerdenalter bereits hinaus sein muss, um ein derartiges Gespräch zu führen, es sei denn, es handelt sich wirklich nicht um ein Kind, sondern um einen Krüppel bzw einen Zwerg?

Mit dieser zweiten, der bitteren oder traurigen Variante, versickert das positive Erlebnis und erlischt meine Freude an diesem Text.

Primel

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#8

Weiße Zwerge

in Philosophisches und Grübeleien 04.08.2008 14:59
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hi Primel

nein, es geht nicht um Zwerge. Gimli wäre zum tragen doch auch etwas schwer, besonders wenn er die große Axt dabei hat ...

ich meinte schon ein Kind. ich weiß ja nicht, ob du Kinder hast, aber diese Dinge können dir ja Sechsjährige schon recht gut erklären und die werden auch noch gern getragen.

interessant wie du die ersten Strophen liest. wenn man es so liest, könnte man den "ich trag dich" Teil auch im übertragenen Sinn deuten und dann find ich es gar nicht so unpassend und auch nicht negativ, ganz im Gegenteil.

Danke und Gruß
Simone

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