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#1

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in Diverse 23.03.2008 00:31
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte

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Er fand mich

– am heißesten Tag des Sommers. Ich saß im Schatten einer Eiche, an ihren groben,
rindenbrüchigen Stamm gelehnt. Meine Hände lagen wehrlos im trockenen Gras.
Und ich war müde, meine Lider halb geschlossen. Er trat in mein beschränktes Sichtfeld,
kniete keinen Steinwurf entfernt nieder und blickte mich an. Und ich blickte zurück.
Einen Moment. Ein ganzes Leben –

und ich fand ein Lächeln. Doch nie zuvor und niemals wieder sah ich traurigere Augen.


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#2

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in Diverse 27.03.2008 23:38
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Simone

Ich bin kein grosser Fan von solchen Texten. Du weisst, ich mag vor allem wenn's klingt. Deshalb tue ich mich immer etwas schwer mit Prosa-Gedichten. Dieses hier könnte man - meiner Meinung nach - auch ohne Zeilenumbrüche aufschreiben und die Aussage wäre dieselbe. Deshalb frage ich mich, weshalb Du den Text so auseinander reisst, bzw. was er durch die Zeilenumbrüche gewinnt.

Anyway. Die Szene baut sich (in meinem Kopf) auf und ich finde sie recht ansprechend. Wobei ich mich frage, weshalb 'man' gefunden werden muss. Das klingt so passiv ... keine Ahnung, da sträubt sich etwas ganz vehement in mir.

Auch die beschränkte Sichtweise und die wehrlosen Hände ... irgendwie assoziiere ich das mit einem Weibchen. Du weisst, wie ich das meine, oder? *g

Mit dem Schluss ... ehm ... da schwanke ich ein wenig. Auf der einen Seite finde ich ihn schön - so recht zweideutig und 'hach' -, auf der anderen etwas gar kitschig.

Irgendwie erinnert mich das ganz stark an ein Märchen. Titel: Der Prinz mit den traurigen Augen

... vielleicht daher mein Unwohlsein mit der passiven Rolle des lyr. Ichs.

Gruss
Margot

Die Frau in Rot

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#3

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in Diverse 28.03.2008 13:34
von Simone • Mitglied | 1.674 Beiträge | 1674 Punkte
Hi Margot

Ja, das ist wohl auch eine ziemlich dämliche Kuh, die da rum sitzt und wartet bis sie gerettet wird.
(Ich muss die Einstellung des LI ja nicht gut finden, nur weil ich es geschrieben habe, oder? )
Aber auf den Schluss stehe ich irgendwie. Also nehme ich mir das ’schön’ und überlese das ’kitschig’ einfach mal.

Und die Zeilenumbrüche sind eigentlich für nix gut, außer, dass es ohne so blöd aussah.

Wäre das so besser?

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Er fand mich

– am heißesten Tag des Sommers. Ich saß im Schatten einer Eiche, an ihren groben,
rindenbrüchigen Stamm gelehnt. Meine Hände lagen wehrlos im trockenen Gras.
Und ich war müde, meine Lider halb geschlossen. Er trat in mein beschränktes Sichtfeld,
kniete keinen Steinwurf entfernt nieder und blickte mich an. Und ich blickte zurück.
Einen Moment. Ein ganzes Leben –

und ich fand ein Lächeln. Doch nie zuvor und niemals wieder sah ich traurigere Augen.


Besten Dank und Gruß
Simone

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