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#1

Entwirren

in Philosophisches und Grübeleien 17.02.2008 12:01
von Wortfotografin (gelöscht)
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So manches Mal befällt mein Denken Schwere,
ein Bild lässt sich nicht mehr in Worte fassen
und will nicht in die wirre Fülle passen,
so viel Erleben, warum dann diese Leere?

Die Sätze dröhnen in mir laut wie Fluten,
die aus den Ufern wild Konturen waschen.
Nicht Ast, noch Baum, kein Steg ist zu erhaschen,
als würden diese Sätze aus mir bluten.

Ich spüre tief, ich kann den Strom genießen,
befrei mich auf der wilden Reise,
ganz neue Klarheit kann jetzt weiter fließen.

Das Chaos der Gedanken wird nun leise,
als würde es die rauen Spuren schließen
und öffnen zu Spiralen alte Kreise.
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#2

RE: Entwirren

in Philosophisches und Grübeleien 01.07.2013 16:35
von mcberry • Administrator | 2.518 Beiträge | 2470 Punkte

Ein Sonett, liebe Wortfotografin,

dessen Klang dahinströmt. Unversehens hineingeraten und mittendrin will der geneigte Leser gar nicht
mehr hinaus, sondern beginnt, ganz wie der Text es beschreibt, den Wortfluß zu genießen. Nach einer
Erfahrung blutenden Schmerzes öffnen sich neue Tiefen von Gefühl und Erkenntnis: Ruhe kehrt zurück.

Die Verse gefallen und überzeugen. Merkwürdig, daß ihnen erst so spät eine Resonenz zuteil wird. HG - mcberry


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#3

RE: Entwirren

in Philosophisches und Grübeleien 01.07.2013 22:17
von Gedichtbandage • Mitglied | 525 Beiträge | 525 Punkte

mir fehlt hier ein bisschen die stringenz, der rhythmus - die Xe, die so mancher hier schön zeichnen kann, auf die ein anderer vogel gern pfeift, liebes froillein fotografin, und nicht zuletzt die steten wortwiederholungen.
würden wir uns kennen, würde ich sagen: da musste nochmal ran.

so wage ich mein "schade" zu sagen, es könnte mehr sein.
-
ansonsten mein willkommen,
gruß
gb.


_________________________________________________________
>> Du verdammter Sadist:
Du versuchst deine Leser zum Denken zu zwingen.<< - E. E. Cummings zu Ezra Pound
zuletzt bearbeitet 01.07.2013 22:22 | nach oben

#4

RE: Entwirren

in Philosophisches und Grübeleien 31.10.2013 12:50
von gheggrun | 377 Beiträge | 377 Punkte

Hallo, Werte Wortfotografin!
Mit dem Konzept "Sonett" bin ich persönlich noch nicht ganz im Reinen.
Dieses hier hat mich angeregt und Assoziationen an die Spiral- und
Kreisgravierungen archischer Menschen ausgelöst.
Besonders die letzte Strophe finde ich toll. Wow!
Wenn ich etwas ändern würde, dann lediglich die 2maligen "Sätze" in
S2, sowie "wild" und "wilden" in S2 bzw.S3.
FG


Hastanirwana
GHEG
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