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#1

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in Diverse 21.11.2007 18:08
von Pseudonym • Ghostwriter | 41 Beiträge | 41 Punkte
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Nach manch dichtungsschweren Zeilen,
wird beim Atemzug mir klamm,
finde mich in Zeiten weilen,
jenseits weit vom Tränendamm.

Stets entglitt der Saum des Traumes,
der sich nie erfüllen sollte,
bin wie fallend Laub des Baumes
- und vergaß, was ich einst wollte.

Gebe nun mein Buch zur Seite,
- nichts, doch vieles ist gewesen ;
mit dem Blicke in die Weite,
habe alles ich gelesen.
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#2

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in Diverse 23.11.2007 13:12
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo X,

Schön, das gefällt mir.
Das verstehe ich alles sehr gut und überhaupt nicht und deshalb kommt es meinem eigenen Erleben recht nahe.

Die Worte sind schlicht und prägnant, mitunter nicht ganz präzise.
"dichtungsschwere Zeilen" - das gefällt mir. Mir wird klamm" kommt mir hingegen etwas merkwürdig vor. Mir wird bang verstünde ich auf Anhieb, klamm wie heimlich? Oder eher wie feuchtkalt? Oder doch eher wässrig... Der "Tränendamm" könnte mir bei beabsichtigten Feuchtbiotopen weiterhelfen, wäre LI nicht "jenseits weit" - also doch keine Zähren?
Tränendamm ist ein ziemlich "fettes" Wort, wie überhaupt die Tränen manches Gedicht verwässern können. Vielleicht fände sich dafür noch etwas Unbelasteteres?

S2 gefällt mir bis auf den Saum, der sprachlichund inhaltlich treffend, aber doch etwas abgegriffen ist, es mag aber sein, das ist nur meine ureigene Empfindung dazu. Also S2 gefällt mir beinahe vorbehaltlos.

S3 durchbricht an drei Stellen die schöne Schlichtheit der Sprache. "Lege" nun mein Buch zur Seite (ich habe beim "gebe" den Eindruck einer Lyrifizierung regionaler Spracheigenarten).
"dem Blick(e)" gefällt mit nitte (mit dem Blick in eine Weite o.ä)
Und die Jodasierung des Abschlußverses spricht mich ebenso wenig an.

Buch= Leben geht mir (ist ja schon fast phrasenhaft) auch schon seit geraumer Zeit im Kopf herum. Interessanterweise aber ausdrücklich mit einer anderen Sinnfärbung. Ich habe nämlich die Angewohnheit, ganze Kapitel zu lesen und dabei ins Jenseits aller Dämme abzuschweifen. Bei mir hieße das dann: habe gelesen und nichts mitgekriegt.
Dein Gedicht habe ich gelesen, verstanden und ich finde es schön, wobei ich noch etwas überarbeiten würde.

Gruß
Ulrich
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