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#1

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 21.11.2007 10:17
von Pog Mo Thon | 569 Beiträge | 569 Punkte
Als die Lippen plötzlich spitzten

Möhnem Admin gewidmet und mit Dank ans Brot


Ich bin das Wasser, sprach der Fluss,
und abseits abgrundtiefer Triebe
in allzeit aussichtloser Liebe,
bin ich der Quell, der ich sein muss.

Ich strebe jeden Hang hinab
und bin beständig auf der Flucht.
in die Erfüllung. Durch die Sucht
bin ich trotz Reichtums immer knapp.

Wo Himmel aus der Gräue bläut
und selbst der Schauende kaum glaubt,
wo kühles Grün sich warm anfühlt,

dort will ich Schnecken Häuser bauen,
will mit geschlossnen Augen schauen
und sterbend auf die Zukunft trauen.
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#2

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 23.11.2007 13:15
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Ho - eine Votivgabe in bewährter Sonettierung.

Hallo Nizza

Jetzt spüre ich ganz deutlich, das man ein Geschenk nicht kaputtreden sollte, und deshalb halte ich meine Tastatur.
Fast.
Ich verstehe den Titel nicht !
Und.
Ich habe den Eindruck einer deutlichen Teilung zwischen den Quartetten und den Terzetten: in der Güte des Textes, vielmehr: in der Stringenz.
Blabla: "Ich bin das Wasser, sprach der Fluss," Das ist tatsächlich abseits der Tiefe, die man sich bei nizza erhofft. S1 und S2 kommen mir so vor, als wäre dem Fluß, bspw. unmittelbar unterhalb eines Kataraktes noch etwas wirr. Da laufen einfach zu viele lose Enden wie Treibgut zusammen.

"Gräue bläut" klingt angestrengt. Da wußte der Autor zu sehr, was er machte.
Ansonsten gefallen mir S3 und S4 sehr gut, mit dem kleinen Einwand, dass die Elision in S4V3 mir nicht imponiert. Entweder "auf etwas vertrauen" oder "etwas trauen" (örks.." jemandem trauen"), beides zusammen ist gewöhnungsbedürftig. Aber da traue ich auf dich...

Gruß
Ulrich
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#3

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 23.11.2007 19:09
von bipontina | 609 Beiträge | 609 Punkte
Guten Tag, nizza:

muß jetzt mal ganz unbedarft fragen:
"Als die Lippen spitzten" :: w e n oder w a s ?
Den Augenbrauenstift? Den Lippenstift? Den Schreibstift?
In Bezug auf Lippen kenne ich nur:
Die Lippen spitzen sich zum Kuß oder
Uch spitze die Lippen zum letzten Pfiff ... u.dergl.

Da bin ich sehr aufklärungsbedürftig.
Dieserhalb sind mir auch das Hinabstreben, die Flucht und die Sucht etwas außer meinem Blick geraten.

Lieben Gruß von Cyparis
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#4

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 25.11.2007 03:26
von Brustmine (gelöscht)
avatar
du solltest dich wohl auch besser in dein schneckenhaus zurückziehen, wenn du weiterhin solche texte schreibst... wo sind die anspruchsvollen texte hin? ... wo ist der intellekt? ... wo ist der geist? DER GEIST?!?!


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#5

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 04.12.2007 12:33
von Pog Mo Thon | 569 Beiträge | 569 Punkte
Hallo Ihr,

ja, so ist das. Was einem selbst gefällt, wird von Anderen meist nicht goutiert und das ist hier noch vornehm ausgedrückt. Allerdings kann ich mit deinem Kommentar, Brustmine, gar nichts anfangen, weil ja nichts darin steht, außer dass du es für nicht für intellektuell, sondern für anspruchs- und geistlos hältst. Okay.

Erebus, du Guter, du gönnst mir da schon mehr. "Blabla", okay, das nehme ich hin, ich habe nicht mehr zu bieten. Vielleicht sollte ich einfach die Schnauze halten?
Die Trennung kann ich nachvollziehen, würde allerdings die Quartette als höherwertig einstufen, zum Ende hin fließt es nur noch, während es sich in den Quartetten staut, wohl wahr.

Die bläuende Gräue gefällt dir nicht, okay. Die Begründung kann ich jedoch nicht akzeptieren, bzw. das ist das, was uns beide vielleicht unterscheidet. Ich weiß schon gern, was ich mache, jedenfalls beim Dichten. Die Elision in S4V3 ist keine, aber dennoch beabsichtigt. Ich muss hinnehmen, wenn es dir nicht gefällt. Es gehört zum Fluss.

Vielen Dank für dein Feedback!

LG
nizza
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#6

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 04.12.2007 13:20
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, nizza!

Ich bin das Wasser, sprach der Fluss,
und abseits abgrundtiefer Triebe
in allzeit aussichtloser Liebe, (Liebe zu wem? Warum aussichtslos?)
bin ich der Quell, der ich sein muss. (Warum muß? Die Gegebenheit ?)
xXxXxXxX
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxX
Ich strebe jeden Hang hinab
und bin beständig auf der Flucht.
in die Erfüllung. Durch die Sucht
bin ich trotz Reichtums immer knapp. (sicher nicht die Kasse gemeint?)

xXxXxXxX
xXxXxXxX
xXxXxXxX
xXxXxXxX
Wo Himmel aus der Gräue bläut
und selbst der Schauende kaum glaubt,
wo kühles Grün sich warm anfühlt,
xXxXxXxX
xXxXxxxX (2. Art:Xx)
xXxXxXXx
dort will ich Schnecken Häuser bauen,
will mit geschlossnen Augen schauen
und sterbend auf die Zukunft trauen.
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx
xXxXxXxXx (wirkt künstlich bemüht um des Reimes willen)
(Wer stirbt, dann Tod ist, legt noch Vertrauen in die Zukunft?
- hier wird wohl die jenseitige gemeint sein.)

Ich respektiere Deine Arbeit, Deine Investition an Mühe und Zeit,
nur bin ich zu zaghaft im Verständnis.

Es wirkt auf mich als eine Naturbeschreibung mit abschließender vertrauensvoller Philosophie.
Offen blieb mir die Frage, ob Schneckenhäuser gebaut werden wollen
oder ob der Wunsch ist, den Schnecken Häuser zu bauen.

Mit Gruß
Joame
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#7

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 04.12.2007 14:23
von Pog Mo Thon | 569 Beiträge | 569 Punkte
Hallo Joame,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Es ist wahr, dass das zweite Terzett "künstlich bemüht" ist. Das freut mich sehr, dass dir offenbar wurde, dass das lyrI sich in sein Schneckenhaus zurückzieht, die Augen vor der eigenen Situation verschließt und auf diese Art mehr tot als lebendig auf die Zukunft vertraut.

Zum ersten Quartett ist zu sagen, dass es ganz genau erklärt wird, warum jede Liebe in diesem speziellen Fall aussichtslos bleiben muss. Ich allerdings habe keine Lust mehr, meine Gedichte zu sezieren. Sie sind dann noch toter und das will ich mir nicht antun.

Zur zweiten Strophe will ich nur noch anmerken, dass Reichtum und Knappheit doch nicht nur auf Klingendes gemünzt sein kann!? Den Schauenden aber, den muss ich mir ankreiden lassen.

Gott zum Gruße
nizza
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#8

Als die Lippen plötzlich spitzten

in Natur 04.12.2007 18:08
von Joame Plebis | 3.371 Beiträge | 3363 Punkte
Da hast Du recht, nizza, beim Sezieren vergeht oft die Lust.
Auch kann man einer Täuschung unterliegen, wenn man annimmt, es wird gewünscht.
Ich hätte darauf getippt, was die Betonung anbelangt, das Gravierendste, das Dich stört, läge in Zeile 11 (sich warm anfühlt).

Mit Gruß
Joame
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