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#1

Distanzdialog

in Liebe und Leidenschaft 03.11.2007 21:11
von Alcedo • Mitglied | 2.443 Beiträge | 2351 Punkte
Distanzdialog


In Winterwochenwiesen ohne Schnee
mit Katern, die nach grauen Nagern lauern,
bepflanz ich mit gepresstem Blausternklee
die aufgeschlagnen Strophen voll Bedauern.

Ich warte lange Nächte ohne Ende
und meine Tage sind so trüb wie leer;
so stark ich bete, dass ich Ruhe fände,
so kommst - so kommst du mir vielleicht nie mehr!


Doch meine Briefe lassen dich genesen
und meine Karten sind mit Mut beschrieben:

das lange Warten ist bald Schnee gewesen,
kristallen Raunen, Daunen, Staunen, Lieben
auf dunklen Zwiebeln, Sternen und Narzissen
und dein verträumtes - mein verweintes Ruhekissen.



e-Gut
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#2

Distanzdialog

in Liebe und Leidenschaft 04.11.2007 23:05
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Alcedo

Also ein Dialog. Ich nehme an, die wechselnden Farben gehören den verschiednen Sprechenden? Okay, kann man so handhaben, sieht aber etwas komisch aus, weil ich, wenn ich lediglich die blaue Schrift lese, am Ende etwas verwirrt bin. Wie wär’s einfach mit Anführungszeichen? Oder kursiv geschrieben? Müsste man mal sprechen um zu sehen, ob das Wechselspiel funktioniert.

Ich frage mich, weshalb Du ‚Katern’ verwendest und nicht einfach Katzen. Hat das eine tiefere Bedeutung? Und im Winter – wenn alles beinhart gefroren ist – sieht man nur selten eine Feldmaus. Die kuscheln sich doch ein, nicht wahr? Egal, ich mag die Winterwochenwiesen ... www ... Gymnastik für die Zunge. Und den Blausternklee auch... obwohl ich diese Pflanze nicht kenne. Wenn’s ein Neologismus ist, dann denke ich, er muss für die Erinnerungen stehen ... blau=Melancholie / Klee=Glück.

In der zweiten Strophe bin ich dann etwas verwirrt über das: so kommst du mir vielleicht nie mehr ... da denke ich dann eine sexuelle Praktik, bzw. das Ergebnis davon....*g. Was vermutlich nicht gemeint ist. Aber mit der Wiederholung scheint es mir zu dick aufgetragen.

Das Wortspiel mit dem Schnee gewesen (Schnee von gestern) finde ich dann wieder originell, auch wenn es mich zum Schmunzeln bringt.... in diesem vor Sehnsucht vollen Versen.

‚Kristallen Raunen’ kann ich nicht einordnen. Kristallenes Raunen ... ja, da hätte ich einen Bezug zur Kälte und dem Winter, aber so? Elision? Wenn ja ... örks.

Das sieht jetzt nach viel Gemecker aus, aber im Grunde gefällt mir das Gedicht. Es klingt mächtig, an manchen Stellen sogar etwas zu heftig (Raunen, Daunen, Staunen), auch durch unkonventionenn Reimschema am Schluss, doch die Sehnsucht der Beiden – ich nehme ja immer noch an, da sprechen zwei getrennte Liebenden miteinander – kommt klar rüber. Von daher fluchtet das bei mir.

Soweit von mir und Gruss
Margot

Die Frau in Rot

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#3

Distanzdialog

in Liebe und Leidenschaft 04.11.2007 23:41
von Alcedo • Mitglied | 2.443 Beiträge | 2351 Punkte
ha - es fluchtet! welch schönes Lob!
merci, Margot.

das mit dem kursiven hab ich schon versucht, das lässt sich nicht gut genug unterscheiden.
an Anführungszeichen hatte ich noch gar nicht gedacht. hm, dann müsste auch die erste Strophe in Anführungszeichen stehen, oder? nun ja, muss ich noch ausprobieren.
das Einsprechen ist aber schon angedacht, allerdings fehlt mir dazu noch eine Sprechstimme die sich traut, für das Blau.

die beiden sind voneinander getrennt -> Distanz, und es ist nicht sicher dass/ob sie sich wiedersehen. oje - wenn das nicht rüberkommt, ist es aber gar nicht gut.

und "kristallen" geht auch nicht? für kristallines Raunen? ist das "örks"? trügt mich da mein Sprachgefühl so gewaltig?
ich könnte ja wie Maya sagen: schau mal in zwei Jahren im Duden nach...
nee, aber stören soll es nicht! da soll nichts stören.

das "heftige Klingen" freut mich. ich hatte das Gefühl, die Farbsprenkel können dort den Klang etwas abmildern, da Stereo, aber das spricht ja nicht unbedingt für den Farbtopf. oder doch?

Gruß
Alcedo

PS: die Kater in Z2, sind Teil einer Assonanzkette, mit welcher ich graue Tage heraufbeschwören möchte. soweit die Intention.
und die Feldmäuse bringt mir die Katze bei Frost noch eher als bei Regenwetter vor die Tür. und das wohl ohne zu graben. also müssen sie ja da sein.

edit:
so siehts mit Anführungszeichen aus:

Distanzdialog

,,In Winterwochenwiesen ohne Schnee
mit Katern, die nach grauen Nagern lauern,
bepflanz ich mit gepresstem Blausternklee
die aufgeschlagnen Strophen voll Bedauern.''

,,Ich warte lange Nächte ohne Ende
und meine Tage sind so trüb wie leer;
so stark ich bete, dass ich Ruhe fände,
so kommst - so kommst du mir vielleicht nie mehr!''

,,Doch meine Briefe lassen dich genesen''
,,und meine Karten sind mit Mut beschrieben:''

,,das lange Warten ist bald Schnee gewesen,
kristallen'' ,,Raunen,'' ,,Daunen,'' ,,Staunen,'' ,,Lieben
auf dunklen Zwiebeln, Sternen und Narzissen
und ,,dein verträumtes'' - ,,mein verweintes Ruhekissen.''




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