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#1

Ein ehrlicher Versuch

in Liebe und Leidenschaft 03.08.2007 14:08
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Ein ehrlicher Versuch

Es war ein ehrlicher Versuch -
probiert, studiert, die Welt halbiert,
verdoppelt, neu gemischt, agiert -
und endete im Trümmerbruch.

Am Anfang machten wir uns Beine
und rannten kreuz und quer umher.
Wir waren sehr verliebt und keine
Verneinung schien für uns zu schwer.

Die Atempausen warn das Beste,
vertrieben unsre Müh und Zeit.
Die Zweisamkeit vertrieb die Gäste;
wir waren zwei in Einigkeit.

Ganz unbeschwert und unbelehrt,
verliebt und dennoch unvermehrt
versiebten wir das große Glück
und nur das Grobe blieb zurück.

Der Grobian, der grob sein kann,
zwar nicht gewaltsam, war nicht zahm,
wie sie, die Zicke, die aus Gram
oft tückisch ihre Stricke spann.

Wir sind vorbei und wieder frei.
Wir waren Brei und dennoch hart
und haben uns rein nichts erspart.
Nun kneten wir uns wieder neu.

_____________________________________
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#2

Ein ehrlicher Versuch

in Liebe und Leidenschaft 07.08.2007 17:49
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Cowboy

Das ist keine Lyrik, die haften bleibt, sorry … dennoch gefällt mir der etwas schnoddrige Ton und die Zeilen beinhalten natürlich das berühmte: Ja, das kenne ich doch auch und kommt mir bekannt vor!

Der ständige Wechsel des Reimschemas passt gut zum Thema. Dadurch wirkt der Text aber leider auch etwas unruhig … was mE zwar nicht schlecht, aber auch etwas verwirrend ist. Ich nehme an, das ist beabsichtigt…?

‚Stricke’ werden aber nicht gesponnen, obwohl da vermutlich mit den Fallstricken geliebäugelt wurde, jedoch würden es meiner Meinung nach ‚Netze’ auch tun.

In der 3. Strophe fällt das doppelte ‚vertrieben/vertrieb’ etwas unangenehm auf und mit der Zeichensetzung stimmt auch das eine und andere nicht. Ich mag jetzt aber grad nicht besserwisserisch tun (schreibe ich das wirklich?!), vor allem, weil ich darin ja auch kein grosser Hirsch bin. *g Jedoch ‚zwei’ (S3/Z4) würde ich schon gross schreiben.

Etwas schade finde ich, dass die „Auflösung“ bereits in der 1. Strophe erfolgt (Trümmerbruch). Dadurch wird der folgende Text natürlich „nur“ noch zum Rückblick. Aber das ist vermutlich Geschmackssache.

Gruss
Margot

Die Frau in Rot

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#3

Ein ehrlicher Versuch

in Liebe und Leidenschaft 07.08.2007 18:51
von bipontina (gelöscht)
avatar
hallo GerateWohl: darf ich das "..machten wir uns Beine" im Sinne von .."machten wir uns auf die Beine" verstehen? Bei Deinem Vers sehe ich einen Schöpfer am Werk, bei meiner Fassung sehe ich rasche (Fort)bewegung vor mir.

LG
bipontina
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#4

Ein ehrlicher Versuch

in Liebe und Leidenschaft 12.08.2007 16:18
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Mädels,

@bipo: Ja, hier sind zwei Schöpfer am Werk. Kennst Du nicht die Redewendung "Na, dir mach ich Beine"?

@Marge: Ja, ich glaube, ich schnoddere im Moment gerne, was wohl nicht unbedingt gut ist.
Das mit den Stricken ist so. Ich dachte da nicht an "Spinnen", sondern an "Spannen". Mir ist völlig klar, dass es dann "spannte" heißen müsste. Ich dachte aber, dass das unter dichterischer Freiheit durchgeht.
In meinen Gedichten wird nämlich nicht mehr gesponnen. Ich habe irgendwann beschlossen nach zu vielem Lesen desselben, dass "spinnen" bei mir in die "HerzSchmerz"-Kiste der abgedroschenen Lyrikwendungen kommt und dort verrotten darf.
Das vertrieben/vertrieb war hier bewusst gewählt, um zu zeigen, überall wird vertrieben, auf der einen Seite das, auf der anderen das. Diese Wendung gefiel mir eigentlich ganz gut.
Das mit der Auflösung zu Beginn ist natürlich richtig, da ich irgendwie beim Lesen dachte, ich hätte eigentlich auch nach der ersten Strophe aufhören können. Jetzt überlege ich, ob ich nicht die letzte Strophe durch die erste ersetzen soll. Das wäre wie so eine Zusammenfassung am Schluss, und ich hätte dem Leser die mittelmäßige letzte Strophe erspart. Was meiste?

Danke Euch beiden für die Kommentare.
GerateWohl

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#5

Ein ehrlicher Versuch

in Liebe und Leidenschaft 14.08.2007 10:27
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

Zitat:

GerateWohl schrieb am 12.08.2007 16:18 Uhr:
Jetzt überlege ich, ob ich nicht die letzte Strophe durch die erste ersetzen soll. Das wäre wie so eine Zusammenfassung am Schluss, und ich hätte dem Leser die mittelmäßige letzte Strophe erspart. Was meiste?



Jepp, fände ich besser. Und wenn Du lieber spannst, als spinnst, dann ist das wahrlich Dein Problem!

Gruss
Margot

Die Frau in Rot

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