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#1

Weich

in Liebe und Leidenschaft 12.07.2007 23:27
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Weich

Im Endeffekt ist alles weich wie du.
Ein bleicher Fels rollt auf die Klippe zu;
er bricht am Fuß mit Krach zu feinem Sand
und rieselt wie dein Haar durch meine Hand.

Ein Wort - wohl scheinbar so unendlich hart,
dass es im Aufprall aus der vollen Fahrt
ein Herz zerbrechen würde, wie man meint -
zerfließt zu Milch, in Liebe sanft verneint.

Und gerne schmieg ich mich an deinen Bauch,
an deinen Busen, deine Seele auch,
in deinen Blick, der jeden Zweifel nimmt,
dass man ganz leicht durch Wände schwimmt.

_____________________________________
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#2

Weich

in Liebe und Leidenschaft 13.07.2007 08:45
von Joame Plebis | 3.383 Beiträge | 3363 Punkte
Lieber GerateWohl!

Eine interessante Betrachtungsweise führtst Du in nicht zu bemängelnden Reimen vor, wobei die Logik etwas gebogen werden muß, um den Fels dann als Sand für weich zu beurteilen.

Als einer der phantasievollen und treuesten Schreiber hast Du uns wieder einmal Einblick in Deine unerschöpfliche Gedankenwelt gewährt, verdeutlichst insbesondere in der dritten Strophe, was weich ist:
Schmiegen, Bauch und Busen,
was angenehme Assoziationen hervorruft.

Mit Gruß
Joame
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#3

Weich

in Liebe und Leidenschaft 13.07.2007 14:11
von Albert Lau | 424 Beiträge | 424 Punkte
xXxXxXxXxX
xXxXxXxXxX
xXxXxXxXxX
xXxXxXxXxX Syntax, warum nicht: "die weichen Haare fallen durch die Hand"?

xXxXxXxXxX pörömpörömpöröm auch? nicht: nur?
xXxXxXxXxX
xXxXxXxXxX Füllsel
xXxXxXxXxX Ja!

xXxXxXxXxX
xXxXxXxXxX Jawohl!
xXxXxXxXxX Und wie!
xXxXxXxX Wunderbares Bild, wunderbare Conclusio, grausamer Abbruch!

Hallo Gunter!

Ein wirklich schönes Liebesgedicht, einfach und stark, welches fließt wie warme Sahne und seine Kraft aus den von Joame zurecht gelobten Assoziativen erwirbt. Warum es nicht wunderbar ist, siehst du oben.

DGadE
Albert
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#4

Weich

in Liebe und Leidenschaft 15.07.2007 18:48
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Joame, Al,

vielen Dank für Eure Kommentare und Euer Lob.

@Joame: Ich wünschte wirklich, dass diese Gedankenwelt unerschöpflich wäre. Die Erfahrung lässt mich eher zweifeln, aber Dein Kompliment macht Mut.

@Al: Ich habe auf Deine Hinweise hin das Gedich noch einmal angepackt. Du hattest mit S1Z4 und S2Z3 zielsicher meine beiden Hauptschmerzpunkte getroffen. Meine Änderungen empfinde ich zumindest als Verbesserung.
Auch der Unsinn des "auch" in S2Z1 leuchtete mir unmittelbar ein, da ich ja nicht, wie implizit von mir angenommen, in der ersten Strophe von dem harten Fels spreche, sondern nur von dem weichen Sand.
Vielen Dank für die wertvollen Anregungen.

Viele Grüße Euch beiden,
GW

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#5

Weich

in Liebe und Leidenschaft 16.07.2007 18:33
von Erebus | 748 Beiträge | 748 Punkte
Hallo GW,

das finde ich ebenfalls sehr schön und rund. Die einzige Stelle, an der ich mich stieß hast Du ausgebügelt.
Eine wunderbar weiche Sache, der man sich nur zu gerne anvertrauen würde.

Gruß
Ulrich
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#6

Weich

in Liebe und Leidenschaft 19.07.2007 11:27
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Ulrich,

jetzt doch eine verpätete Rückmeldung und einen schönen Dank für Dein Lob.

Grüße,
GW

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#7

Weich

in Liebe und Leidenschaft 15.08.2007 23:55
von roux (gelöscht)
avatar
Ich bin leider etwas zu spät auf dieser Bildfläche erschienen, so dass wohl das Wichtigste zu deinem Text schon gesagt ist.
Und so abgenudelt der Begriff auch ist: Wunderschön ist es, dein Gedicht.

Ich glaube, das ist die Kunst, dem Leser einen Felsen weich erscheinen zu lassen, einen Streit in dieses Behagliche, Zärtliche, zu verwandeln, in diese weiche Wunderwelt zu verwandeln, in der sich LI sicher, geborgen, gut aufgehoben und zuhause zu fühlen scheint. Ein Gedicht, das man leise, beinahe flüsternd vortragen mag, weil man die sanfte Stimmung nicht brechen mag.

Der letzte Vers gefällt mir nicht ganz so gut.


Zitat:

in deinen Blick, der jeden Zweifel nimmt,
dass man ganz leicht durch Wände schwimmt.



Man weiß natürlich, was du meinst, aber es erscheint mir nicht richtig ausgedrückt. Beim Zweifel müsste eigentlich ein "ob" kommen. Dieses "dass" passt nach meinem Empfinden nicht wirklich dort hin.

Das ist aber nur eine kleine Mäkelei am Rande. Du hast auch so eine sehr schöne Möglichkeit gefunden auszudrücken, dass jener Blick der Grund ist, dass man es könnte, durch Wände schwimmen in dieser weich gefühlten Welt, dass eben das Unmögliche möglich wird, wenn man so angesehen wird.

Liebe Grüße,
roux
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#8

Weich

in Liebe und Leidenschaft 25.09.2007 10:25
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo roux,

ebenfalls eine sehr späte Rückmeldung zu einem Kommentar, der den Autor des Gedichts ebenfalls zum Zerfließen bringt vor Freude.
Danke Dir für das Lob. Nun zu dem Schluss. Das "ob" klänge zwar weicher, würde für mein Gefühl aber an dem Sinn etwas vorbeischrabben. An dem Schluss habe ich übrigens ewig rumgeschraubt, weil mir der bis zum Schluss nicht wirklich gut gefiel. Ich habe für mich dann festgelegt, die beste aller schlechten Varianten herausgefunden zu haben. Du hast sozusagen zielsicher die wunde Stelle identifiziert.

Vielen Dank für Deinen Kommentar.
GerateWohl

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