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#1

Rammbock

in Gesellschaft 09.03.2007 11:53
von Albert Lau (gelöscht)
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Rammbock


Sah einmal ein Lämmlein stehen
Lämmlein auf der Weide

Sah den Widder Wölfe spähen
Wölfe in dem Kleide

Ihrer Mütter harmlos scheinen
Harmlos, wenn sich beide

Väter und auch Wölfe einen
Wölfe mit der Kreide

In der Stimme Lieder singen
Lieder voller Eide

Lämmern ja kein Weh zu bringen
Wehe, wenn es leide

Und es spürt den Wolfszahn ritzen
Ritzen in die Seide

Seiner sanften Lämmerzitzen
Lämmer, die ich schneide

Weil sie früh den Wolf getroffen
Wolf, in dieser Scheide

Steckt dein Schwert, die Wunde offen
Wunder, ach ich neide

Lämmern ihre Kindlichkeit
Kinder, die ich meide
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#2

Rammbock

in Gesellschaft 09.03.2007 13:28
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hi Albert,
das hab ich ja schon vor langer, langer Zeit irgendwo anders gelesen, und schon damals fand ich es nicht sehr animalisch. Nein, gar nicht - nicht tierbezogen. Ich verstehe es als einen Versuch, Kindsmissbrauch zu beschreiben. Gut, Leser/in braucht schon einige Phantasie, um sich das Grauen zwischen den Zeilen auszumalen, aber mit dem Willen dazu ist es auch wiederum nicht problematisch. Störend wirkt für mich persönlich das eigentlich nicht Anrühren-Wollen des Themas (falls ich richtig liege mit meiner Vermutung), vielleicht mangels 'Kontakt' oder 'Nähe' zu derlei Ereignissen. Es ist mir etwas zu weit weggedichtet, also nicht dicht genug dran. Eine gute Idee finde ich die Wölfe als Metapher, zumal es durchaus Bilder von Malern gibt, die z.B. 'Rotkäppchen', das Märchen, frei mit Kindsmissbrauch interpretieren.
(Ich kann hier jedoch auch völlig falsch liegen?)
Achso, was mir noch auffiel: Es ist das Reimschema von 'Sah ein Knab ein Röslein steh'n, Röslein auf der Heide...' - nicht wahr?
Grüße
U.

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#3

Rammbock

in Gesellschaft 09.03.2007 14:51
von Joame Plebis | 3.407 Beiträge | 3363 Punkte
Schönen Tag wünsche ich!

Ach ne, doch Röslein auf der Heide? Und ich dachte schon aus der Zauberflöte.

Den Titel mit einbezogen in eine leicht vorsichtig verschlüsselte Aussage, die in Liedform präsentiert wird.
Wie ich den Schreiber kenne, hätte er ganz geradeheraus auch schreiben können, das wollte er aus einem bestimmten Grund nicht; so hat er es reizvoll umschrieben.

Aus bestimmten Wörtern, die verwendet werden, kann sich der Leser an die gewollte Aussage herantasten. Der eine kommt näher, der andere nicht.
Hier aber anderen Leser etwas erklären zu wollen, grenzte an Unhöflichkeit dem Schreiber gegenüber, würde bedeuten, er habe sich nicht klar genug ausgedrückt. - Hat er ja auch nicht! Da hätten sich sogleich die Massen erhoben und gemurrt.
Auch wer seine eigene Interpretation nicht bestätigt findet, möge seiner Phantasie vertrauen und der spitzen Feder des Verfassers, der bisher nur selten Zielunsicherheit bewies.

Mit Gruß
Joame
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#4

Rammbock

in Gesellschaft 13.03.2007 09:54
von Fabian Probst (gelöscht)
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je öfter ich das lese, desto besser gefällt es mir auch.

Formal natürlich sehr gekonnt, mit dem immer gleich bleibenden Reim. Was mich am Anfang störte, war das Wort "Lämmlein". Das klingt für mich so dämlich, dass es mir den Einstieg versaute.

Beim zweiten Lesen stockte ich wegen der unausgereiften Zeichensetzung, wie z.B. bei Zeile 7/8. Das macht das Lesen schwer.

Ich denke, ich muss es noch ein paar Mal lesen, bevor ich es ganz erfassen kann.

Hilft dir das weiter? *grübel*

Gruß, Fabian
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