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#1

Ultimativ

in Gesellschaft 14.03.2007 22:21
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Meine Nacht

Die Nacht war kalt
und kälter noch
als Dunkelheit.

Meine Augen waren blind
der Tränen, mein Näschen war
verstopft. Die Kissen voll.

Geräusche in dunkler Stille.
ächzendes Gestöhn der Federkissen -
ach, ich tu mich arg vermissen.

Steuermann, erhöre mich
führ mich fort aus Dunkelheit
an hellere Gestade.

Und der Hörnerklang ergeht
Die Sonne scheint und
unterm Bettenzelt da steht es wieder!:

Mein Glied

Das Zelt bestaunend
tauche ich tief ein
in die Ströme
meiner Geilheit.

Hand am Mast
treib ich mich fort
strample meinen Körper frei
von Decke und Pyjamaknast

Titten von nah und fern
zum grabschen nah.
Es schießt
mein Kamerad.
Hand am Mast
zerfließt.

Wir klingen zusammen ,
bleiben zusammen,
zum morgendlichen Bettenappell.
Immer...


Doch Tagwerk holt mich hier nur ein und bindet mich an Eisen und an Riemen. Fesselt mich und meine Pein. Gekreische ist immer still im Räderwerk der Zahlen. Wer hier glotzt, der wimmert nur und wer hier mimt, tut Wahrheit kund. Kein Greinen nicht, kein Zetern und Krakeelen. Stramm ans Eisen der Sadisten gebunden, ende ich damit, die Tage hier zu zählen und schlage sie in metallene Nacht.

Plödi....
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#2

Ultimativ

in Gesellschaft 14.03.2007 22:46
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Ich hab mich köstlich amüsiert :-)))
wenn ich das mal so sagen darf *öööh*
Kurzum:
GERN GELESEN! WEITER SO!
*kreisch*

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#3

Ultimativ

in Gesellschaft 14.03.2007 23:12
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Liebe Kratzbürste,

bei der von mir angestrebten Kreuzverdichtung mehrerer Sujets habe ich mich zunächst der inneren Verquasung und Stigmatisierung zweier Kindheitstraumata zu nähern versucht: der Onanie und der Nacht.

Bei der Onanie wählte ich bewußt den hymnischen Charakter, um endlich mal ein Tabuthema vom Tabu zu enttabuisieren. Natürlich habe ich stark verdichtet. Die Nacht ist hier metaphorisch als Wächter von Zucht und Norm kontradiktisch der Lust, dem Phallus entgegengestellt.

Mutter Natur, das Glied, ragt dann aber im Morgenrot aus dieser Klammer empor und das LI wähnt sich frei und gewahrt sich selbst nicht mehr als Ego, sondern zerfließt in Allgegenwärtigkeit. Sind wir nicht alle Samentropfen im großen Meer des Lebens?

Aber - memento mori - als Epitaph und mit blutender Seele stanzte ich noch einen Abschiedsgruß auf Sadisten und moderne Zeiten, denn die Nacht holt uns ja doch wieder ein.

*Seufz*

Danke fürs Lesen.
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#4

Ultimativ

in Gesellschaft 14.03.2007 23:22
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Ich halt's auch kaum aus. Ich habe so oft Angst, dass er nicht zurückkomt. Nachts klappern seine Schuhe durch die Wohnung, doch seine kalten Fußspitzen mit den schwarzen, schmutzigen Zehennägeln stecken nicht darin. Ich schlafe nur noch tags. Nachts stelle ich Kerzen ans Fenster und häkle ihm liebevoll sonnengelbe Socken, die den Fußschweiß konservieren.
Bisher hat er sich noch kein einziges Paar abgeholt. Im Bett leide ich an Schweißattacken, die Laken sind jedenfalls immer triefnass, wenn ich erwache... aber vielleicht bin ich auch inkontinent?
Ich hab mir jetzt nen leuchtgrünen Dildo zugelegt, der surrt mir aber zu laut, und ich muss weinen, wenn ich ihn benutze, weil er nicht singen kann.
Ich freue mich, dass wir uns verstehen in unserem Leid, Brotnic2um. Wenn DU mal Trost brauchst, dann schreib auch wieder was hier ins Literaturforum, ja? Ich tu das auch.
Ansonsten, wie gesagt: Weiter so! Gern gelesen. Ich hoffe, Du mich auch...
Danke.
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