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#1

Babylon ist üerall

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.02.2007 15:14
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Babylon ist überall

„He, Sie da können Sie mir bitte sagen wie ich nach ...?“ „Meint der mir? Icke fühl mir nicht anjesprochen, schon jarnich von son feine Pinkel“.“Jo, mei, Saupreiss elender!“
Die Vielfalt der Sprachen lässt uns mitunter gegen Wände laufen. Meinen wir eine dieser tückischen Verbalkommunikationmittel zu beherrschen, kommt sicher einer der uns eines Besseren belehrt. Schon gesprochen ist es problematisch und erst das geschriebene Wort.
Eine falsche Betonung, ein unbedachtes Satzzeichen, lösen Kriege aus. Ist es schon im Alltagsleben fast unmöglich nicht missverstanden zu werden, dann garantiert in der Politik.
Hier herrscht die Kunst der Fragenbedarfssteuerung. „Also, wenn ich Sie recht verstanden habe, dann......... (vorsicht sofort unterbrechen denn nun lenkt er/sie nach Bedarf von der Frage ab und ergeht sich stundenlang in eigenbedarfstützender Verbalerotik)
Dann die Sonderformen für bestimmte Berufsgruppen. Hier gibt es so etwas wie eine chiffrierte Geheimsprache. So können sich Beamte und Juristen stundenlang unterhalten ohne das ihr nichteingeweihtes Umfeld nur ein Wort versteht.Nur nicht ein so verfasstes Schriftstück unterschreiben, dann wird es für den Normalo eng. Zu dieser Gruppe gehört auch die schreibende Zunft. Lyriker freuen sich diebisch, wenn niemand nicht nur ein Wort, geschweige denn den Inhalt, versteht. Und dann die Neuwortschöpfungen. Nein, die bestehende Sprache genügt nicht. Jeder fühlt sich aufgerufen neuen Wortsalat zu produzieren.
Bekannte Begriffe werden neu gestaltet. Aus dem Auto wird ein vierrädriges, maschinengetriebenes Transportfahrzeug für den Personenverkehr, aus der Liebe eine hormonell gesteuerte Bewusstseinstrübung zur Begünstigung der Fortpflanzung. Unzählig sind die Toten und Verwundeten solcher Kriege, ganz zu schweigen von den Krüppeln.
Ja Babylon ist überall.

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#2

Babylon ist üerall

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.02.2007 16:14
von Joame Plebis | 3.402 Beiträge | 3363 Punkte
Hallo Knud!

Deiner Idee, die zugrunde liegt stimme ich zu und bekräftige sie!
Schon hatte ich mich gefreut, eine Buchstabenverwechslung entdeckt zu haben, da merkte ich, es war gar keine und das 'c' gehört wirklich statt einem 'r' in das letzte Wort der dritten Zeile.

Du hast es ja noch niedlich beschrieben, denn so wie der Hase wirklich läuft, schreibt keiner mehr Transportfahrzeug für den Personenverkehr, das wird auch gleich vergewortwaltigt und etwa so oder so bezeichnet, etwa auch als Gelegenheit der Annäherung vom Ich zum Du.

Wenn schon mit einem Gegenüber so viele Schwierigkeiten auftauchen, dann erst recht, wenn keine direkte Kommunikation stattfindet und die Mimik und Gestik nicht vorhanden sind, Blicke nicht eine zusätzliche Nuance geben können oder die Betonung. Das alles gibt es beim Schriftlichen nicht.

Mit freundlichem Gruß!
Joame
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#3

Babylon ist üerall

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.02.2007 19:20
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
danke Dir Joame
Gruss
Knud

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