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#1

Traumlos

in Diverse 19.02.2007 11:44
von Albert Lau (gelöscht)
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Traumlos


Wenn in der Dämmerung der Tag beginnt,
wie die Verlängerung der Nacht
mit andern Mitteln,

wenn schmutziggrau enthüllt,
was besser schwarz im Schattenreich
verdeckt geblieben wäre

und mir die Müdigkeit
kalt in den Knochen sitzt,
so grabeskalt, dass ich auf Öfen fröre,

weiß ich, dass bis zur Wiederkehr der Nacht
kaum je erwacht,
was nicht mehr schläft.

Ich drifte antriebslos
und ohne Kurs und Ziel
bis mich die Winde an Gestade treiben,

die den verlassenen verwandt
und zum Verwechseln ähnlich sehen.
Dort kennt man mich,

dort kenne ich mich aus
und kann nach kurzen Ritualen
endlich schlafen und von Tagen

träumen.


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#2

Traumlos

in Diverse 21.02.2007 23:46
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Al

Woran ich mich ein wenig stosse, ist gleich die erste Zeile. Wenn in der Dämmerung der Tag beginnt …nun, blöde Frage, aber wann sollte er sonst beginnen? *g Ich fände es viel eindringlicher, wenn da stände: wenn in der Verlängerung der Nacht der Tag beginnt. Na ja, Geschmackssache.

Es ist eine grosse Hoffnungslosigkeit in den Zeilen. Jemand berichtet über Tage, die bar jedem neuen Impuls sind; die einfach so gelebt werden, weil sie sich folgen, nur die Rituale geben etwas Halt. Aber auch nicht wirklich, da sie den verlassenen Orten (Personen?) lediglich ähnlich sind. Also nur zweite Wahl.

Zitat:

bis mich die Winde an Gestade treiben

Das erinnert mich stark an Sindbad. Der war oftmals auch ein Spielball der Gezeiten, musste sich treiben lassen und hatte keine Möglichkeit aus freiem Willen zu agieren. Ist evtl. etwas weit hergeholt, aber so sehe ich das lyr. Ich.

Ist schon recht traurig, da nicht ein positiver Aspekt auszumachen ist.

kah
Margot


Die Frau in Rot

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#3

Traumlos

in Diverse 23.02.2007 11:15
von Albert Lau (gelöscht)
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Wann beginnt der Tag denn bei dir?

Das "Wenn" bezieht sich nicht etwa auf den Zeitpunkt des Tagesbeginns, sondern auf die Art und Weise: "Wenn der Tag wie die Verlängerung der Nacht beginnt" wäre insofern ausreichend gewesen, aber manchmal dichte ich eben auch gerne um des Reimklanges Willen, das ist hier eine Schwäche.

Ja, sollte traurig sein, insofern funzt es wohl. Warum ich es nicht unter Düsteres & Trübsinniges stellte, weiß ich selbst nicht. Kobra, übernehmen Sie bitte. Danke.

Und dir danke ich für das Feedback, Margot.

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