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#1

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 19.10.2006 21:33
von kein Name angegeben • ( Gast )
Ich bin noch ein ziemlicher Frischling in diesem Forum, aber ich dachte, ich fange mal mit einer Veröffentlichung an.
(Bitte versucht nicht zu sehr auf die Rechtschreibfehler zu achten, die sich sicherlich noch irgendwo in diesem Text verstecken. )

Der Butterfly Effect

Meine Oma sagt manchmal: „Erwarte stets mehr, als das, was du erwarten kannst, dann bist du auf alles vorbereitet.“
Und damit hat sie Recht. Denn wenn die Menschen in ihrem täglichen Leben immer nur auf das hoffen, was sie sich vorstellen können, dann ist es kein Wunder, das sie von Zufällen aus der Bahn geworfen werden.

Es kann der Anruf sein, abends wenn sie bereits mit einem Bier in der Hand auf dem Sofa sitzen, und es ist vollkommen egal, ob es nun ein positiver oder negativer Anruf ist. Allein, dass er nicht in das allabendliche Bild passt, wird diese Menschen verwirren.
Es kann auch eine ausverkaufte Zeitung morgens am Kiosk sein, die den Geschäftsmann für einen Moment verzweifeln lässt, weil er sich daran gewöhnt hat, immer diese Zeitung zu lesen und ohne dieses gewohnte Ritual fällt es ihm schwer den Tag normal zu beginnen.

Doch es gibt auch Menschen, die jeden morgen aufstehen, und dem Tag die Chance geben, ungewöhnlich (und) außergewöhnlich zu werden. In jedem kleinen Detail sehen sie etwas neues, und wenn es nur das erste orange gefärbte Blatt ist, das nach einem warmen Sommer auf dem Bürgersteig liegt, und plötzlich klar macht, das mit dem kalten Windhauch der durch die Straße weht, der Herbst unwiderruflich Einzug gehalten hat.

Manchmal kommt das Unerwartete in Form von anderen Menschen, die man schon sehr lange nicht mehr gesehen hat. Sie tauchen auf, man tauscht ein paar Worte, mal ein paar mehr, mal weniger, und dann trennen sich oft schon die Wege, jedoch nicht, ohne den Tag in eine neue Bahn gelenkt zu haben.
Manchmal komm „Es“ in Form von einem Brief, oder wie heute in einer Zeit voller Technik, in Form einer E-Mail.
Und es kommt vor, dass so eine kleine E-Mail, nach Stunden, Tagen oder Wochen eine Reaktion auslösen, die noch viel unerwarteter ist, als die E-Mail am Anfang der Kette es selbst war.
Ganz so, wie es der Professor Edward N. Lorenz einmal gesagt hat:
„Der Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas-Urwald kann einen Orkan in Europa auslösen.“

Und so war es vielleicht nur ein Wort, ein klitzekleiner Augenblick der Sympathie… vor etwa 10 Monaten, vielleicht auch etwas weniger, der den Butterfly Effect in dieser Geschichte unter tausenden ausgemacht hat. Eine kleine Ursache die im Laufe der Zeit eine große Wirkung hatte, und wie alles was wir tun, sagen, denken, fühlen usw. ein Stück unseres Lebens bestimmt hat.

Vielleicht hat dieser kleine Moment, der damals fast unbemerkt verstrichen ist, heute zur Folge, dass sich zwei Menschen kennen.
Sie kennen sich, zwar auf eine andere Art als würden sie sich jeden Tag wirklich begegnen, aber trotz allem sind sie einander nicht ganz fremd.

Und wenn so etwas großes, wie eine Freundschaft, aus etwas so kleinem wie einem einzigen Blick auf ein Foto entsteht, dann kann man wohl sagen, dass man stets etwas Unerwartetes erwarten, und dankbar sein sollte dafür, dass es Menschen gibt, die nicht immer das tun, was man von ihnen erwartet.

©A.Hetzel

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#2

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 19.10.2006 21:50
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hi Shallali :-)
Den Anfang Deiner Story finde ich gelungen und z.T. schön lyrisch formuliert. Dann kann ich bis zum 2. Drittel noch gut weiterlesen. Aber im letzten Drittel, da hätt' ich mir schon etwas mehr gewünscht, so was wie einen unerwarteten Umkehrschluss. So ist es mir zu seicht insgesamt. Aber schöne Ansätze hast Du allemale, und bis auf vielleicht 1-2 Interpunktionsfehler hab ich auf die Schnelle auch keine weiteren Fehler entdeckt :-))
Herzlich Willkommen im Tümpel!
LG Kratzbürste

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#3

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 19.10.2006 21:56
von kein Name angegeben • ( Gast )
Hey.
Danke für deine ausführlich Antwort.
In was für eine Richtung könntest du dir denn eine Wendung vorstellen ?

lg.

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#4

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 19.10.2006 22:16
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
:-)
Irgendwas ... ich weiß nicht, was, womit keiner rechnet, vielleicht eine Enttäuschung oder eine große Irritation. Irgendwas jedenfalls, was nicht so lauwarm rüberkommt. Weißte ungefähr, was ich meine?
lg. auch ;-)

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#5

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 19.10.2006 22:33
von kein Name angegeben • ( Gast )
ja ich denke ich kann es mir vorstellen...
Vielleicht mache ich ja mal eine zweite Version davon, habe diese hier für einen guten Freund geschrieben, und da musste die so ein "lauwarmes Happy End" haben.
Aber ich kenn das Problem das du wahrscheinlich beim Lesen hattest ^^ bemerke ich auch manchmal !

lg.

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#6

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 19.10.2006 22:52
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Shamandalie,

erst einmal herzlich willkommen hier im Tümpel.

Zu deinem Text: Ich muss sagen, dass ich Kratzbürste voll und ganz Recht gebe. Der Anfang ist wirklich gut gelungen, danach flacht das Ganze aber ab. Mir ist es so ergangen, dass ich die ganze Zeit darauf gewartet habe, dass der eigentliche Hauptteil der Geschichte beginnt. Denn ich sehe in deinem Text eigentlich nur eine (gute) Einleitung für eine Geschichte. Daraus ließe sich sehr viel basteln, aber so, wie die Geschichte im Moment dasteht, hängt der Leser ziemlich in der Luft und am Ende fragt man sich: Wozu das Ganze?

Mein Tipp: Verwende den Text als Einleitung und baue noch eine Geschichte darum herum auf mit Protagonisten, einer klaren Handlung mit rotem Faden, einem Spannungsaufbau - allem Pipapo, was halt dazugehört. Das würde ich sehr gerne lesen!

Viele Grüße

Thomas

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#7

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 20.10.2006 00:09
von pringles (gelöscht)
avatar
hallo, eigentlich finde ich es sehr aufschlussreich, denn die kernaussage basiert darauf das ein einzelner mensch, sogar ein schmetterling mit einer vollkommen unerwarteten und untypischen aktion die welt positiv oder negativ verändern kann
was man sagt und was man will, steht in relation zu den eigenen taten
gerne gelesen und drüber nachgedacht, vielleicht auch ein wenig über interpretiert und falls ja, gern geschehen
glg pringles

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#8

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 20.10.2006 15:24
von kein Name angegeben • ( Gast )
Hallo !
Danke für diese wirklich ausführlichen Kommentare.
Konstruktive Kritik ist wirklich mal was schönes


@ pringles - ich denke, du hast in etwa das herausgelesen, was ich sagen wollte, bzw. auf welchem Grundgedanken diese Geschichte entstanden ist.


@ Roderich - danke für die Begrüßung
das ist natürlich eien Idee, aus der sich viel machen lassen kann.
Vielleicht setze ich mich mal daran und versuche, ob ich daraus nicht wirklich noch etwas weiteres entwickeln kann.


lg.
Annika

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#9

Butterfly-Effect

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 20.10.2006 20:09
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte
Im Englischunterricht hat mir ein Lehrer eine Shortstory vorgelesen wo es auch um den Butterfly Effekt geht. Das gute an der Geschichte war, ist: ich kann sie heute noch in ein paar Zeilen zusammenfassen.

Zukunft. Wir können in die Zeit zurückreisen. Auflage: du darfst nichts verändern, musst auf den Wegen bleiben. Touristen reisen zurück ins Dinosaurierzän, laufen auf virtuellen, irgendwie - haste nicht gesehen - Brücken durch diese Urzeit. Doch dann: einer rutscht ab! Vom Wege und zertritt – na was – einen Schmetterfink. TADA! Der Gruppe und dem Reiseleiter noch mehr, ist unwohl auf dem Trip retour. Und – wieder TADA! - in der Jetztzeit angekommen verstehen sie kein Wort mehr. Das Zertreten des Schmetterlings beeinflusste die gesamte Sprachentwicklung. Toll? Nicht wirklich. Sehr durchdacht aber arg konstruiert. Siehst jede Strebe, jeden Anker in dem Text.

Deshalb für mich besser: die Oma von Dir und – Neid! – dieser flockige Plaudererzählton, der einfach so dahingeht. Aber: Kratzbürste und Roderich haben recht: Where is the beef? Wo ist das AHA wo ich sage: Ahhh! Hmmm! Da schau mal einer guck.

Das wunderbare an Deinem Text ist, dass du für den Plot: Kleinigkeit doch große Wirkung m.E. genau den richtigen Erzählerton hast, aber das Schlechte: dann keine Geschichte erzählst. Diese Kritik ist positiv, getreu des Mottos: Ich hätte gerne mehr gehört.

PS: Die Story Kleinigkeiten von Roderich, die hat einen AHA Effekt.

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