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#1

Konversationskonflikte (1)

in Liebe und Leidenschaft 13.08.2006 14:51
von Fabian Probst (gelöscht)
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Konversationskonflikte (1)

Er:

„Wieder einmal stell ich’s richtig,
hör mir zu, sei einmal still.
Was du hörst ist nicht so wichtig
sondern was ich sagen will.

Sprache ist nur selten statisch,
doch sie trägt ihr Kampfgewicht.
Sag ich dir, du bist sympathisch,
denk nicht gleich, „Der mag mich nicht“.

Zugegeben, es ist schwierig,
aus dem Wort den Sinn zu drechseln,
Doch sei hier genau so gierig,
wie beim Schuhe kaufen, wechseln!“


Sie:

„Sicher gab es Argumente,
die mich um Verstand gebracht.
Doch der Laut der Instrumente
wird aus deinem Ton gemacht.

Sprache kann man leicht verbiegen,
durch die Mimik, die sie trägt.
Lass(e) mich nicht unter (dich) kriegen,
wenn sie Schmunzeln hinterlegt.

Muss ich wissen wo die Klammer
jeden Sinn erschließen kann?
Seh’ nur deinen Vorschlag-Hammer;
den Schuh zieh ich mir nicht an!“


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#2

Konversationskonflikte (1)

in Liebe und Leidenschaft 13.08.2006 15:49
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Fabian,

inhaltlich gefällt's mir. Fein, fein.
Gute Auseinandersetzung.
Die Form ist mir etwas zu einfach und nichtssagend. Metrisch reines Reim-dich-oder-ich-fress-dich. Zugegeben, dass könnte man mir oft genug ebenso entgegenhalten. Aber auch auf die Gefahr, dass die Kugel hier böse zurück prallt ist dieser Schuss doch tief empfunden.

Irgendwie fehlt mir hier die Pösie. Als Drama oder Prosa fänd ich's wesentlich besser.

Lieben Gruß,
GerateWohl

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#3

Konversationskonflikte (1)

in Liebe und Leidenschaft 14.08.2006 10:06
von Fabian Probst (gelöscht)
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Danke dir für deine Meinung.

Ist das wirklich "Reim dich oder ich fress dich"?

Das gibt mir zu denken.

lg,Fabian

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#4

Konversationskonflikte (1)

in Liebe und Leidenschaft 14.08.2006 13:31
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hallo Fabian,
ich sehe kein 'reim'dich oder ich fress dich' - außer evtl. in der letzten Stroße, die letzten beide Verse.
Vom Inhalt emfpinde ich es als dichterisch heruntergefahrene, eigentlich recht arge Diskussion (Streit) zwischen diesem Paar, wobei der Typ äußerste Dominanz zeigt. Die Frau hingegen scheint darin ganz schön zu straucheln. Sie empfindet, während er sie belehren will, und sie soll vielleicht von dem Mann per Kopf 'überredet', vielleicht der inneren Stimme beraubt werden? Ich jedenfalls sehe Machtverhältnisse und bin dem weiblichen Part in Loyalität verbunden :-)
Die letzten Verse: Da holperte mein Lesefluss, es geht nur mit einer bestimmten Betonung - auf 'den'. Aber vielleicht drückt das auch gerade die Einstellung der Frau aus?
LG
Uschi

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#5

Konversationskonflikte (1)

in Liebe und Leidenschaft 14.08.2006 18:12
von Fabian Probst (gelöscht)
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Danke dir, Uschi.

Ja, das hast du richtig interpretatiert.

Duie Betonung in der letzten Zeile muss natürlich auf dem "den" liegen, denn es geht ja um diesen einen Schuh.

Du hast schon Recht, der männliche Part ist zu dominant.
Eigentlich sollte es ein ausgeglichenes Verhältnis sein, was die Situation betrifft, aber das ist wohl daneben gegangen.

Liegt vielleicht daran, dass ich ein Mann bin. (wer was anderes behauptet, ist voll gemein.)

lg,Fabian

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#6

Konversationskonflikte (1)

in Liebe und Leidenschaft 16.08.2006 00:33
von Motte | 137 Beiträge | 137 Punkte
Hallo Fabian,

bin ein bißchen um dies Gedicht rumgeschlichen, obwohl es mich thematisch schon anspricht, aber durch die Verdichtung wurde mir nicht auf Anhieb klar, worin das Kommunikationsproblem der beiden eigentlich im einzelnen besteht.
Die Aussage, die “Er” trifft lautet, dass der Sinn mit dem gesprochene Wort nicht unbedingt konform gehen muss. Und “Sie” erwidert darauf, dass die Mimik bzw. die nonverbalen Ausdrucksmöglichkeiten mehr sagen als tausend Worte. Ja, damit schaffst du eine ziemlich typische Gesprächssituation... Für meine Geschmack eigentlich schon wieder etwas zu typisch, fast etwas klischeehaft (auch wenn du vielleicht aus Erfahrung sprichst). Aber trotzdem oder gerade deshalb erschließt sich mir nicht so recht, was das Gedicht eigentlich aussagen soll und das spielt bei diesem eben eine Rolle, weil es so arg dokumentarisch ist, eben “nur“ dokumentarisch.

Und zu den Stellen, wo´s reimschematisch holpert:
Die erste Silbe ist betont, außer im Vers:

„die mich um Verstand gebracht.“

Die Zeile mit den Klammern lässt sich auch nicht flüssig lesen, liest man sie:

„Lass mich nicht unter dich kriegen,“

Und im allerletzten Vers müsste sich die Betonung des „den“ eigentlich aus dem Reimschema ergeben, da es eben inhaltlich auch Sinn macht wie du ja selber sagst. Trotzdem war ich beim ersten Lesen geneigt, sie unbetont zu lesen. Vielleicht kannst du das Wort ja kursiv setzen, damit die Betonung gleich eindeutig ist...

Okay, das war jetzt eine blitzschnelle Analyse, obwohl ich gerade recht bierselig und gedankenträge bin.. Soviel wie auch nach Geburtstagsfeiern gerade noch machbar ist..

Liebe Grüße,
Motte


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