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#1

Hermetisch

in Düsteres und Trübsinniges 27.05.2006 15:01
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hermetisch

So hab ich mich verlassen lassen,
weil wir unsere Träume begraben haben,
sie mich, als sie sich fortstieß, dort ließ,
Und da wir zwei zum Schweigen neigen
und wir uns, als wir nicht mehr bluteten, sputeten,
dass der schützende Verband verschwand,
uns nichts mehr hielt. - Verspielt,
denn auch die Tränen rinnen innen,
und mein Gesicht spricht nicht.

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#2

Hermetisch

in Düsteres und Trübsinniges 27.05.2006 15:36
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo GW

Technisch kann ich dir vermutlich ohnehin nichts sagen. Ich kann dir aber von meinem Empfinden, welches ich beim Lesen hatte berichten.
Es ist eine interessante Form, welche aber ausgesprochen mühsam zu lesen ist. Ich mußte es schon ein paar Mal lesen um es flüssig in einem Stück zitieren zu können. Das könnte natürlich aber auch Kalkül sein.
Also lassen wir es einmal interessant sein.
Inhaltlich bin ich schon etwas mehr überzeugt.
Dein Lyri hat sich verlassen lassen. Also hat es keine Anstalten gemacht den Partner zurück zu halten. Diese Passivität zeigt sich auch in dem letzten Satz. Dort rinnen die Tränen auch nach innen und kein Gefühl wird nach außen hin sichtbar.
Sehr gut finde ich den Vergleich mit der Wunde und der Beziehung, die durch den Verband zusammengeschlossen wird.
Das Bluten sehe ich in diesem Zusammenhang als den Austausch der Personen. Es gab nichts mehr zu bereden und wortlos wurde sich getrennt.
Insgesamt gefällt mir das Gedicht gut, nur ist es eben etwas schwierig zu lesen. Vielleicht hat dies aber noch einen Grund, den du uns hier offenbaren wirst.

LG Gem

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#3

Hermetisch

in Düsteres und Trübsinniges 27.05.2006 15:52
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hi GW,
ich sank beim Lesen immer tiefer, es berührt mich, Dein Gedicht. Der Verband steht nicht für einen Wundverband - oder doch irgendwie - aber ich lese ihn zunächst mal als die Verbindung, den Bund durch 'Beziehung'.
Die 3. Zeile in der ersten Strophe, da hab ich irgendwie Probs zu verstehen, warum dort so verkompliziert wird:
sie mich, als sie sich fortstieß, dort ließ,
das meine ich. Ich dachte und bin auch jetzt noch nicht ganz davon entfernt zu denken, dass 'ich sie, als ich sie fortstieß' stehen sollte. Das hast Du sicher nicht gemeint, nur fände ich es irgendwie schlüssiger.... naja.
Zum Schweigen neigen, die Tränen rinnen innen, das ließ mich tief in den Text fallen, hat mich fasziniert.
Verspielt - ja, das haben beide, zu viel gespielt, gute Miene zum bösen... ich kenne das auch, nur zu gut.
Hat mich sehr angesprochen, der Text.
LG Uschi

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#4

Hermetisch

in Düsteres und Trübsinniges 28.05.2006 22:07
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Gem, Uschi,

vielen Dank für Eure Kommentare.
Ja, es liest sich etwas komisch, aber ich wollte den Doppelreim am Ende durchhalten. Dafür musste ich die Sätze teilweise komisch umstellen. Aber ich mag's.
Besonders freut mich, dass das Bild mit dem Verband in seinem Doppelsinn gut funktioniert.

Liebe Grüße,
GW

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