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#1

Des Dichters Schaffensgeist

in Philosophisches und Grübeleien 30.04.2006 14:31
von kein Name angegeben • ( Gast )
An manch so finstern Nebeltagen
Wenn selbst Licht bloss dunkel ist
Und Schatten Illusionen tragen
Haben die Gemüter Zwist

"Gespenstisch liegt die Welt,..."
fangen die einen an zu sagen
"im Nebel, der die Geister hält
die zu fordern wir nicht wagen"

"Und Nebel ist doch, sage ich..."
erwidert schnell ein andres Wesen
"Hübsch anzusehen, nicht fürchterlich
Und Geister sind dort nie gewesen

Es ist des Dichters Schaffensgeist
der durch die finstren Wälder zieht
Und magische Momente sucht, die meist
ein normales Auge gar nicht sieht

Wie ein Mäusebau im Unterholz
Oder eines Adlers Nest
erfüllen das Dichterherz mit Stolz
Und auf Papier hält er dies fest

Die kleinsten Dinge schreibt er nieder
so unbedeutend sie auch seien
Verfasst er Texte und auch Lieder
kann ihre wahre Größe er befreien"

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#2

Des Dichters Schaffensgeist

in Philosophisches und Grübeleien 01.05.2006 19:58
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Ashitaka (was bedeutet denn der Name?)

Ich muss dein Gedicht mal zerbröseln, weil ich’s nicht flüssig lesen kann. Hoffe, dir macht das nichts aus.

An manch so finstern Nebeltagen
xXxXxXxXx
Wenn selbst Licht bloss dunkel ist
xxXxXxX
Und Schatten Illusionen tragen
xXx/xxxXxXx (ein x weniger, wenn man die Silbe verschluckt)
Haben die Gemüter Zwist
XxXxXxX

"Gespenstisch liegt die Welt,..."
xXxXxX
fangen die einen an zu sagen
XxxXxXxXx
"im Nebel, der die Geister hält
xXxXxXxX
die zu fordern wir nicht wagen"
XxXxXxXx

"Und Nebel ist doch, sage ich..."
xXxXxXxX
erwidert schnell ein andres Wesen
xXxXxXxXx
"Hübsch anzusehen, nicht fürchterlich
xXxXxxXxX
Und Geister sind dort nie gewesen
xXxXxXxXx

Es ist des Dichters Schaffensgeist
xXxXxXxX
der durch die finstren Wälder zieht
xXxXxXxX
Und magische Momente sucht, die meist
xXxXxXxXxX
ein normales Auge gar nicht sieht
xxXxXxXxX

Wie ein Mäusebau im Unterholz
xxXxXxXxX
Oder eines Adlers Nest
XxXxXxX
erfüllen das Dichterherz mit Stolz
xXxxXxXxX
Und auf Papier hält er dies fest
xXxXxXxX

Die kleinsten Dinge schreibt er nieder
xXxXxXxXx
so unbedeutend sie auch seien
xXxXxXxXx
Verfasst er Texte und auch Lieder
xXxXxXxXx
kann ihre wahre Größe er befreien"
xXxXxXxXxXx


Hm, da ruckelt es doch noch an manchen Stellen. Dein Metrum ist nicht einheitlich, deshalb kommt man beim Lesen auch recht ins Stocken. Wenn du es anpassen möchtest, dann beginne zuerst damit, die Silben anzugleichen. Also überall dort, wo sich zwei Verse reimen, sollte auch die Silbenzahl identisch sein. Normalerweise tut man das ja nicht (Füllwörter, du verstehst?), aber mal ein ‚so’ oder ein ‚und’ eingestreut, kann schon ganz hilfreich sein. Inhaltlich vermag es mich nicht sonderlich zu begeistern. Zwar gehe ich mit der Grundaussage einig, dass auch in kleinen Dingen Poesie steckt, aber dass der Dichter bzw. sein Schaffensgeist dazu durch dunkle Nebelwälder streifen muss, finde ich doch etwas übertrieben.

Vielleicht hilft dir die Analyse ja was. Ich mach das meist, um selber wieder etwas zu üben. 100pro wird sie wohl nicht stimmen, aber doch so einigermassen. (Ansonsten kommt sicher gleich wer gerannt - Arno zmB. - der mich korrigiert )

Gruss
Margot



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#3

Des Dichters Schaffensgeist

in Philosophisches und Grübeleien 01.05.2006 20:15
von kein Name angegeben • ( Gast )
Hallo Margot,

der Name ist eigentlich nicht wirklich von Mythen umrangt (auch wenn das irgendwie viele glauben ) es ist der Name des Hauptcharakters aus dem genialen Anime "Prinzessin Mononoke"...

Zu deiner Kritik und meinem "Werk":

Danke für deine ehrliche und objektive Betrachtung!
Dass das Thema an und für sich nichts besonderes darstellt, ist mir gewiss. Ich verbinde es aber mit etwas besonderem, da es bei uns viel "frühnebel" gibt, den ich sehr liebe. Das soll den Inhalt jetzt nicht auf eine höhere Stufe stellen (versuchen), sondern ganz einfach mal so im Raum stehen bleiben

Danke für dein Metrik-Schema, ich stehe mit der Metrik auf Kriegsfuss. Wenn ich ganz sicher bin, nach dem korrigieren sämtliche Metrischen Fehler aus den Texten verbannt zu haben, kann ich schon fast vorher mit Gewissheit sagen, das gleich jemand kommt, der mir die Metrik übers Haupt zieht (nicht böse gemeint) Es ist zum Verzweifeln...
Aber das wird ganz einfach mit der Zeit kommen (und mit Übung, natürlich) dieses Gefühl für die richtige "Metrik", oder täusche ich mich da, und es ist nur reine Arbeit?

Nachbessern mache ich eigentlich weniger gerne, ich habe dieses Werk verfasst, "korrekturgelesen", und wenn es Mist ist, ist es eben Mist. Kann man nichts machen, aber "nur" der Metrik zuliebe jetzt einen Flickenteppich daraus zu machen ist mir irgendwie zuwider.



Liebe Grüße
Ashitaka

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#4

Des Dichters Schaffensgeist

in Philosophisches und Grübeleien 02.05.2006 18:40
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Ashi

Nun, du musst es sicher nicht umarbeiten, wenn dir nicht danach ist. Ich selber mache sowas auch nicht besonders gerne, aber evtl. stachelt es ja deinen Ehrgeiz dahin an, bei Neuem mehr darauf zu achten. Die Metrik ist gar nicht so ein grosser Brocken, wie man immer denkt, und je mehr du dich darin übst, desto leichter geht sie dir von der Hand. Ich habe zu Anfang auch geglaubt, dass ich das nie lernen werde, aber so nach und nach wird's besser ....

Gruss
Margot

P.S. Von Mist hat übrigens niemand was gesagt.

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