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#1

Beim Einkaufen

in Arbeitshügel 31.03.2006 14:02
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Hallöle.

Daran schriftel ich gerade. Es ist nichtmal annähernd fertig und bedarf noch vieler Überarbeitung, wollte es aber trotzdem mal reinwerfen.

Beim Einkaufen

„Und da sagst du zu ihm was?!“
„Ach, jetzt hör auf, Bernhard!“
Eine Ansage erschallte, in der eine junge Frauenstimme die Slips im dritten Stock anpries, es gebe sie nun für 2,99, statt der handelsüblichen 4,99 und dass die Herren es nicht versäumen sollten die zweite Abteilung der Herrenmode zu besuchen.
Hermine wurde ganz aufgeregt und zog an Bernhard. „Na los, du hast es doch gehört, dritter Stock, bevor alles weg ist.“
„Das interessiert mich jetzt nicht, ich will endlich wissen.“
„Wir sind zum Einkaufen hier!“ unterbrach sie ihn.
Geschleift eilte Bernhard mit ihr zur Rolltreppe.

„Ob sie mich sehen kann?“ Waren Lillis Gedanken, als sie unter dem Drehkreuz der Frauenpullover stand und eine Dame mittleren Alters sie entgeistert anstarrte.
Lilli zog vorsichtig an einem der Pullover um sich wieder zu verdecken.
„Wir wollen sie nicht länger damit beschäftigen, sie wirkt so gespannt.“ Dachte sie sich dabei und verschwand.
„..statt der üblichen 4,99.“
Schallte es aus dem Lautsprecher und im Kopf der Dame.
Erst wandte sie sich vom Ständer ab, ging ein Stück zur Seite und versuchte Interesse an den Damenshirts aus der Wühlkiste vorzutäuschen.
Sie nahm einen davon in die Hand, gelblich grüne Streifen waren darauf, blickte sich nach allen Seiten um und eilte dann mit leeren Händen zur Rolltreppe.

„Nun sieh doch, Bernhard.“
Hermine hielt ein weißes Hemd hoch, das einen auffällig hohen Kragen besaß, und musterte es. „Das würde dir doch bestimmt gut stehen.“ Sagte sie und hielt es ihm im gleichen Augenblick vor die Brust.
„Die Ärmel sind viel zu lang und außerdem trage ich kein Large, das weißt du doch.“
Das Hemd von sich wegschiebend, begann er mit einem langen Atemzug und sah sich verzweifelt um, was er zu verstecken nicht in der Lage war.
„Du bist ein mieser Schauspieler.“ Brach es aus ihr heraus. Rot lief sie an, als sie bemerkte was sie soeben von sich gelassen hatte, und ehe er seinem Zorn Luft machen konnte entschuldigte sie sich bei ihm.
Sie wusste wie sie sich in solchen Situationen verhalten musste und schleifte ihn rasch weiter, nur in Bewegung bleiben, sagte sie sich.

„Wissen sie, der Laufsteg dort soll viel zu klein sein, um richtig wenden zu können.“
Lilli starrte die Puppe an. Die antwortete nicht.
„Sehr unhöflich“ bemerkte sie ihm Gehen und entdeckte die Frau von vorhin, wie sie an einem anderen Wühltisch stand und Strumpfhosen verglich.
Mittlerweile hatte sich die Dame schon einige Accessoires in ihre Tüte gepackt.
Da schallte es wieder aus den Lautsprechern.
„Achtung, Achtung, eine Durchsage. Im zweiten Stock findet eine Blitzreduzierung statt – Damenunterwäsche um 25 % reduziert, nur für die nächsten 30 Minuten.“
Die Dame blickte hoch, der Mund war leicht geöffnet und krallte sich am Tisch fest, biss sich auf die Unterlippe und starrte mit einem sehnsuchtsvollen Blick zur Rolltreppe.
„Was die wohl tut?“ dachte Lilli.
Langsam ging sie auf die Frau zu.
Diese hatte sich bereits wieder vom Tisch losgesagt, Spuren der Fingernägel waren im Holz zu erkennen. Als das kleine Mädchen direkt hinter ihr stand stieß sich die Frau los und eilte zur Rolltreppe.
„Aber wir wollen doch nur..“ murmelte Lilli und lief ihr hinterher.

„Dort ist sie wieder!“ rief der Geschäftsleiter zu seiner Mitarbeiterin und zeigte mit dem Finger auf den Bildschirm. Er lehnte neben ihr und sah sich die Bilder der Videokameras aus dem zweiten Stock an.
„Ja, ich sehe sie.“ Antwortete sie und griff nach dem Mikrofon.
Der Geschäftsleiter flüsterte in befehlendem Ton nach hinten zu zwei weiteren Mitarbeiterinnen.
„Sofort in den dritten Stock, klebt 20 % Schilder auf die Pullover und kommt dann so schnell wie es geht wieder. Drehkreuz fünf, nur die hässlich gelb-silbernen, los, los.“
Diese eilten mit einer kleinen Maschine davon.
Die Dame mit dem Mikrofon wartete auf die Zustimmung ihres Vorgesetzten.

„Jetzt bleib doch einmal stehen Hermine, was hetzt du so durch den Laden?“
Bernhard stoppte sie und sein schleppender Atem ließ ihr ein wenig Zeit zum Nachdenken.
„Hörst du denn nicht? Heute wird hier alles nach und nach reduziert. Das kommt so schnell nicht wieder.“ Sie wollte gerade weiter gehen, da packte er sie am Arm und hielt sie zurück.
„Du wolltest einkaufen.“
Er rang nach Luft.
„Und wir sind einkaufen gegangen.“
Sie nickte bei seinen Worten.
„Aber jetzt will ich endlich wissen, was mit Roman war.“
Sie wollte gerade eine empörte Reaktion zeigen, aber Bernhard deutete ihr zu schweigen, immer noch kaum Luft bekommend.
„Ich will keine Ausflüchte mehr hören.“
„Was erwartest du von mir? Was glaubst du überhaupt? Als wäre da irgendetwas mit Roman. Wir sind nur gute Freunde, hörst du?“
Er wollte gerade wie sie eben ein Widerwort beginnen, als nun er von ihr unterbrochen und zum Schweigen gebracht wurde.
„Und nun: Zum Einkaufen sind wir hier und das werden wir auch tun.“
Sie drehte auf dem Untersatz und ging in Richtung Schuhabteilung.

Lilli hatte sich in der Zwischenzeit wieder unter einem der Drehkreuze versteckt und wartete.
Eine weitere Ansage wurde getätigt und die Dame und Lilli befanden sich wieder im dritten Stock.
Als der gelb-silberne Pullover vor ihr von der Stange genommen wurde blickten sich Lilli und die Dame in die Augen. Genauso entgeistert wie zu Beginn sah sie das Mädchen an und hielt mit dem Pullover in der Hand inne.
Hinter ihr sah Lilli zwei Frauen vorbeilaufen, die eine kleine Maschine mit sich führten.
„Ob sie mich sehen..“
Der Gedanke wurde nicht zu ende geführt, die Frau hing den Pullover wieder an die Stelle und lief gehetzt davon, drehte sich zweimal um und verschwand dann in einer der Umkleidekabinen.
Lilli hockte sich auf den Kunstteppichboden.
„Ich glaube die sieht Geister, oder was denkst du Mister Flocke?“
Das kleine abgenutzte Stofftier, das sie aus der Tasche zog, wippte hin und her.
„Ja, das glaube ich auch.“ Sie steckte Mister Flocke wieder in die Tasche zurück.

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#2

Beim Einkaufen

in Arbeitshügel 31.03.2006 14:21
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hi!
Ich hab nur bis hierher gelesen... mache jetzt Feierabend *lach*. Eine Frage: Ist das SO gewollt?
(es geht da ja um Slips zum Sonderpreis, gelle?)

„..statt der üblichen 4,99.“
Schallte es aus dem Lautsprecher und im Kopf der Dame.
Erst wandte sie sich vom Ständer ab, ging ein Stück zur Seite und versuchte Interesse an den Damenshirts aus der Wühlkiste vorzutäuschen.
Sie nahm einen davon in die Hand, gelblich grüne Streifen waren darauf, blickte sich nach allen Seiten um und eilte dann mit leeren Händen zur Rolltreppe.

Sie wandte sich vom Ständer ab? etc.etc. Ist diese Süffisanz gewollt? Ich meine, lustig ist das ja... hab aber wie gesagt nur bis dahin gelesen.
LG
U

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#3

Beim Einkaufen

in Arbeitshügel 05.04.2006 12:48
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Hi kB.

empfindest du das abwenden wirklich als überheblich?
Gedacht war's so nicht. Abwenden sehe ich hier als Wegdrehen, ohne Urteilsfällung.

Lg sEweil

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#4

Beim Einkaufen

in Arbeitshügel 05.04.2006 19:18
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Ne, nicht überheblich, aber das geht um Unterwäsche, und die Frau dreht sich vom *Ständer* weg... *lach*

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#5

Beim Einkaufen

in Arbeitshügel 06.04.2006 11:29
von sEweil | 654 Beiträge | 654 Punkte
Achso.


Da war ich mal wieder auf der ganzen Strecke zu langsam.
Aber zumindest kann ich jetzt sagen, dass es nicht gewollt war.

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#6

Beim Einkaufen

in Arbeitshügel 06.04.2006 13:50
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
*lach*... jaja, sonst hätte ich auch nicht gefragt, wenn es eindeutig in den Text gepasst hätte :-)))
LG - Uschi

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