Hi Marge!
Wer sagt’s denn? Das ist schon geradezu aufreizend, wenn du derart dramatisch deinen Stil durchbrichst und in freier Form und Metrik der sprachlichen und fleischlichen Lust frönst.
Das Gedicht sprach mich unmittelbar an, auch wenn ich zunächst nicht sagen konnte, ob es das auch inhaltlich tut. Zunächst waren da nur die Sprache und die Bilder, recht eigentlich nur deren eines vom Käfig nebenan. Was hatte das mit Liebe und Leidenschaft zu tun? Darüber hinaus gebe ich zu, dass ich vielleicht nicht länger nachgedacht hätte, wenn es nicht von dir gewesen wäre.
Aber jetzt fasziniert mich um so mehr, dass du der käuflichen und/oder flüchtigen Liebe im 11. Stock des tatsächlichen oder auch nur bildlichen Stundenhotels diese relativ lieb-, besser schmucklose, aber nicht minder eindringliche Form gabst. Hier treffen sich zwei Großstädter zum annoncierten und anonymen Sex im Käfig ihrer bigotten Moral (siehe Gazetuch). Bereits beim Auseinandergehen zerbricht jegliche Gemeinsamkeit, man kennt sich schließlich nicht einmal beim Namen. Die Hitze der flüchtigen Begegnung ist bereits im Fahrstuhlschacht verflogen.
Das gefällt mir gut, wie es gerade genug ist, um damit zu spielen und nicht zu wenig, um sich vollständige Beliebigkeiten aus den Fingern zu saugen. Wenn ich jetzt deinen Kommentar vom „Liegen an sich“ lese, hast du vermutlich gänzlich anderes intendiert ,

aber ich kann mit meiner Lesart dennoch leben. Einzig die „höchste“ Lust bereitet mir noch etwas Kopfschmerzen aber jeder empfindet ja anders.
DG
Mattes