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#1

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 30.12.2005 14:05
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Kunst und Kommunikation

Die Kommunikation, als audiovisueller Austausch von Information, ist fester Bestandteil
der Kultur. Hier reiht sie sich als Trägerin ebenso ein wie die Kunst.
Welche direkte Wechselwirkungen bestehen zwischen Kunst und Kommunikation?
Das Kunstobjekt hat primär einen, von anderen schon als Kunst eingruppierten Objekten
unabhängigen, Einzelcharakter. (es ist nach seiner Entstehung wertneutral)
Erst durch die Veröffentlichung, mittels kommunikativen Hilfsmitteln, beginnt die
Bewertung. So wie jeder jetzt erfolgende feedback subjektiv oder auch zweckgefärbt ist,
kann auch die am Anfang des Prozesses und sie dann begleitende, vermarktende, Kommunikation massiv zweckorientiert sein und ist es auch. (Werbung, Promotion)
Hier besteht die Gefahr, dass sich die künstlerische Bewertung nicht durch freie Kommunikation bildet, sondern durch begleitende ,stimmungserzeugende Kommunikation
(Werbung etc.) erzeugt wird. (Kunst als Wertanlage/Wertpapier mit rein spekulativem Charakter//es werden Werke, Künstler gepuscht um Gewinne am Kunstmarkt zu erzielen
deren Erfolg am Markt spiegelt dann also nicht unbedingt deren Leistung oder die Qualität
der Kunstrichtung wieder)


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#2

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 02.02.2006 17:39
von Joame Plebis | 3.479 Beiträge | 3363 Punkte
Lieber Knud Knudsen!

Genaus so ist es! Deshalb ist nicht unbedingt alles Kunst, was als Kunst angepriesen oder gehandelt wird.
(Nicht für alle ist sie gleich. Jeder sieht sie mit anderen Augen; sie ist etwas individuell.)

Freundlichen Gruß!
Joame

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#3

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 02.02.2006 17:48
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
Über Leistung und Qualität im Bereich von Kunst zu sprechen, ist für mich schon ein Paradoxon. Wat dem einen sin Uhl, iss dem anderen sin Nachtigall...

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#4

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 02.02.2006 18:00
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Knud,

also so interessant ich auch einige Aspekte Deines Textes finde, so sehr finde ich auch, dass Du hier Äpfel mit Birnen vergleichst, wenn Du Kommunikation und Kunst gegenüber stellst. Schon, dass es ein Kunstobjekt gibt, aber kein dem wirklich entsprechendes Kommunikationsobjekt, was Du hier deswegen ja auch nicht erwähnst, zeigt das. Oder mir ist das einfach zu hoch.

Schöne Grüße,
GW

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#5

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 02.02.2006 23:15
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Ich weiß nicht ob ich dich richtig verstehe Knud. Meinst du, ob Kunst existiert ohne propagiert zu werden? In der Art wie: Ist rot auch rot wenn niemand hinsieht?
Ich denke, dass es auf die Art der Kunst ankommt. Ein Ausdruckstantz ist Kommunikation und Kunst. Ein schönes Gemälde von Picasso kann auch ohne andere Mittel überzeugen. Prosagedichte, würde ich wieder eher der Literatur zuordnen. Surreales, welches starke Bilder erzeugen soll, eher zur Kunst.
Wenn sich ein Mann in einen Käfig über der Donau einsperren lässt, mag dies auch Kunst sei, bedarf aber einer Aufklärung.
Wenn ein Künstler seinen Kot in einer Metalldose verhökert, muss ich auch auf den tieferen Sinn aufmerksam gemacht werden.

Ich weiß nicht ob ich dich richtig verstanden habe.

LG Gem

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#6

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 03.02.2006 15:39
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Danke, dass ihr Euch mit dem Thema beschäftigt habt. Ich versuche den Inhalt zu komprimieren, will sagen, dass eine schöpferische Tat, wenn sie denn den Gehalt zur Kunst hat, erst dadurch zu dieser wird,indem die Betrachter, Leser usw. sich ihre Meinung bilden und das untereinander kummunizieren(das haben wir Menschen den anderen Lebewesen voraus, da wir uns in Wort , Bild und Schrift ausdrücken können). Hier besteht jedoch auch die Gefahr Dinge als kunstträchtig darzustellen, über gezielte Kommunikation, (Werbeung), die es nicht verdienen. Siehe Kunst als Anlageobjekt, Spekulation.
Danke Euch allen
Gruss
Knud

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#7

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 12.03.2006 20:51
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Hi Knud!
Meiner Meinung nach ist Kunst selbst eine Form der Kommunikation. Der Künstler vermittelt der Welt im Normalfall aus seiner Sicht - oder seiner Ideologie oder seiner Überzeugung oder seiner Einstellung - sein Werk. Ein Künstler, der tatsächlich will, dass sein Werk als Kunst durch Werbe-wirksame Mittel der Welt 'vorgelegt' wird, um es ansehen/lesen/bestaunen zu lassen, ist vielleicht einfach überzeugt. Einer, der sein Werk verkauft... ob per Geld oder überhaupt Vermarktung, der ist ein Egozentriker. Sind Egozentriker Künstler? Vielleicht Lebenskünstler? Ich weiß es nicht. Ich denke, ein wahrer Künstler, das ist vor allem jemand, der eher introvertiert ist, der seine Gedanken und Gefühle in erster Linie für sich umsetzt, als Bild, als Schrift, als Skulptur... irgendwie. Er verpackt in ein Konstrukt und malt damit entweder Zeichen der Zeit oder Zeichen seines Erlebens und Empfindens oder begeht damit in aller Offensichtlichkeit 'seine Revolte'.
Wer von reiner Kunst leben will, der ist von seiner Kunst und sich nicht wirklich überzeugt, mag ich fast unterstellen. Sobald Effekt nach Außen erzielt werden soll.. ist, so glaube ich, das mit der Ideologie, und das bedeutet für mich Kunst oder das bedeuten für mich Kunstwerke, in welcher Form auch immer, nicht mehr so weit her. Das ist eher was für Techniker. Also solche, die etwas nach Auftrag anfertigen. Aber fehlt dann nicht der wirkliche Bezug?
Also... ich kann den Text von Dir auch nachvollziehen, Knud, Du hast aber eben eine ganz andere Betrachtungsweise an-/eingenommen für die Antwort auf die Ausgangsfrage. Ich denke, das ist ein sehr weites Thema. Oder? Ich schrieb das hier jetzt auch nur als Ergänzung, nicht als Streitthema. Oder? Ach, *wasweißich*
LG
U

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#8

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 12.03.2006 22:48
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
Hi, Kratzbürste,
Zuerst zum EGO. Kein Künstler ist ohne ausgeprägtes EGO. (denn sonst könnte er das nicht betreiben) Von der Kunst leben? Nun ja, dass gelingt wenigen (selbst Schiller wäre ohne Goethes Unterstützung verhungert und Hunger hat er leiden müssen) und das nur mit der Hilfe ausgetüftelter Kommunikationswege. (Medien,Werbeung) weil heute Kunst auch Geschäft ist.Nochmals Kunst und Kommunikation sind ohne einander nicht möglich, da erst in der Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk die Anerkennung des Werkes erreicht werden kann.
Danke für Deine Beschäftigung mit dem Thema, das ja so unergründlich ist.
LG
Knud

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#9

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 12.03.2006 23:08
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Naja, was sollte dann noch jemand dazu schreiben, wenn Du meinst, dass Du eh schon alles Relevante geschrieben hast?! Und warum die Anmerkung 'Streitschrift'? Ich empfand das als eine 'Einladung', dass Andere Dir darauf was an Anregung bieten können oder sollen...
Der Stil Deines Kommentars wirkt auf mich 'befremdlich'. Du kannst ja dann diesen Deinen Text gleich in der 'Zeit' unter der Rubrik 'Literatur' oder 'Kunst' veröffentlichen lassen. Wär doch schön, wenn er dort in einer breiten Leserschaft Anklang fände?
Möchtest Du denn Applaus oder kritische Auseinandersetzung? Das ist mir nicht ganz klar. Anyway,
schönen Sonntag noch mit Grüßen, KB

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#10

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 14.03.2006 11:16
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
na wer wird denn gleich in die Luft gehen? Klar soll das eine Einladung zum Widerspruch sein Je massiver desto besser und es wäre schön, wenn die sich uns dargestellte Wirklichkeit, Kunst als Kommerz, richtig auseinandergenommen würde.
Also Kratzbürste, das hat Du missverstanden, oder ich falsch formuliert.
Gruss
Knud

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#11

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 14.03.2006 13:26
von Fabian Probst (gelöscht)
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Erkläre mal deine Aufffassung von Wertneutral.
Denn im Sinne von "Aussage" und "Bedeutung" hast du absolut Unrecht, wenn du sagts, Kunst sei von sich aus Wertneutral.
Das lässt sich ja schon an den verschiedenen Epochen festmachen, in denen man die Kunst erschuf. Wäre hier eine Neutralität real, gäbe es keine Epochen, und die Kunst ließe sich nicht so eindeutig zuordnen.
Kunst spiegelt immer auch die Werte einer Zeit wider.

Wenn du tatsächlich den monetären Wert meinst, dann verstehe ich das noch weniger. Das kannst du auf alles beziehen, sogar auf Geld. Es ist nur bedrucktes Papier und hat keinen Eigenwert. Sogar Gold ist nur deshalb etwas wert, weil wir es so festgelegt haben, durch seine Seltenheit, gekoppelt mit seiner Schönheit für den menschlichen Geist.

Dass die Künstlerseele kein ausgeprägtes Ego hat finde ich mehr als belustigend. Das ist fast schon ein echt guter Witz.

lg,Fabian

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#12

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 15.03.2006 12:04
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
hi Fabian,
danke für Dein Post,
zuerst zum EGO. Klar ohne EGO macht das keiner, oder? (habe ich nie behauptet s.o.)
Bei Wertneutral habe ich gedacht, dass wenn ein absolut isolierter Mensch etwas kreatives geschaffen hat, und noch niemand hierzu eine Stellungnahme abgab, ist dieses Etwas zuerst wertneutral, denn es wurde noch nicht durch einen anderen als durch den Erschaffer bewertet. Dann kommt die Kommunikation ins Spiel, der Austausch mit anderen Menschen, die jetzt die Bewertung vornehmen und das Etwas zur Kunst küren, oder nicht. Liege ich da falsch? (aber es sollte ja darüber gestritten werden)
lG
Knud

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#13

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 15.03.2006 12:17
von Krabü2 | 797 Beiträge | 797 Punkte
Na, lieber Knud, dann ist es aber jedenfalls so, dass mit dem Schreiben am einfachsten umzugehen ist, jedenfalls so, wie wir das hier tun. Wir stellen Texte zur Diskussion ein, um eine Rückmeldung i.S. von Veränderungswürdigkeiten zu bekommen. Insofern ist das hier alles lebendig.
Ein fertiges Bild kannst Du zwar übermalen, aber es kommt wohl auf das verwendete Material an, wie gut das funktioniert. Bei Öl geht das gut und wird auch oft so gemacht, auch wenn es bei der Ölfarbe immer noch auf die Mischung ankommt, wenn diverse Schichten aufgetragen werden.
Bei einer Skulptur kann man - glaube ich - schon (fast) nix mehr machen, die steht richtig fest.
Was tun wir denn hier? Es denken sicher Viele, dass sie astreine Werke einstellen... aber so ganz sicher ist sich doch Niemand. Es gibt Leute, die schreiben 'mit ihrem Blut', und es gibt Effektheischerei, von Technik 'gezeichnet'. Wen wolltest Du als Künstler bezeichnen? Ich denk', die gute Mischung bringt's, wie immer im Leben. Aber der Grundgedanke, das Grundgefühl, das den Künstler zur Schaffung eines 'Kunstwerks' anregt, das ist im gewissen Sinne 'rein', es ist ein Spiegel oft, oft auch eine Eulenspiegelei, je nachdem, wie der Künstler darstellt. Aber es kann doch nicht sein - oder bin ich zu idealistisch - dass es darauf ankommt, damit Knete zu machen? Es ist ein schöner Nebeneffekt und sicher birgt der Künstler im Geschaffenen auch ein wenig Sehnsucht DAnach, aber es ist nicht seine erste Priorität. Insofern streite ich mich gern weiter....
So long,
Uschi

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#14

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 15.03.2006 13:53
von Fabian Probst (gelöscht)
avatar

Zitat:

Knud Knudsen schrieb am 15.03.2006 12:04 Uhr:
hi Fabian,
danke für Dein Post,
zuerst zum EGO. Klar ohne EGO macht das keiner, oder? (habe ich nie behauptet s.o.)




Aber du sagtest, sie hätten kein ausgeprägtes Ego.

Sieh dir mal Salvatore Dali an, oder Luigi Colani, um nur mal zwei zu nennen, die noch leben, und deshalb bildlich präsent.
Künstler, gerade außerhalb des Schreibens, haben meist ein sehr ausgeprägtes Ego. Das ist ja auch ihr Antrieb, sich mitzuteilen und fast schon aufzudrängen, manchmal zu schockieren.



Zitat:


Bei Wertneutral habe ich gedacht, dass wenn ein absolut isolierter Mensch etwas kreatives geschaffen hat, und noch niemand hierzu eine Stellungnahme abgab, ist dieses Etwas zuerst wertneutral, denn es wurde noch nicht durch einen anderen als durch den Erschaffer bewertet. Dann kommt die Kommunikation ins Spiel, der Austausch mit anderen Menschen, die jetzt die Bewertung vornehmen und das Etwas zur Kunst küren, oder nicht. Liege ich da falsch? (aber es sollte ja darüber gestritten werden)
lG
Knud



Wenn ein isolierter Mensch etwas kreatives erschafft, dann kann es doch auch sehr viele Werte transportieren. SEINE Werte. Und, wie ich schon oben meinte, man sieht ja in der Kunst klare Epochen. Also verarbeitet der Künstler auch immer Werte der Gesellschaft, eine Art von Mode.
Du vergleichst "Werte" also mit "Kunst", wenn ich das richtig verstehe. Finde ich schwierig, weil nicht schlüssig.

Aber das Kunst erst durch äußere Bewertung entsteht, da hast du natürlich Recht. Jedenfalls, wenn man Kunst damit verbindet, was ein Bild wert ist oder wie oft sich ein Buch verkauft.

lg,Fabian

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#15

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 15.03.2006 14:07
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
am 12.03.06 habe ich Kratzbürste zum EGO geschrieben
Ja, Du hast natürlich Recht mit der verschmelzung von Kunst und Kultur, was ja auch nie in Zweifel gezogen wurde.Satz 1 + 2. Ich freue mich, dass diese Diskussion sich belebt vor allen Dingen die Frage der Bewertung der Kunst durch das Umfeld finde ich spannend, wegen der Frage ist diese Bewertung immer wertfrei oder nicht?
Danke
lG
Kund

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#16

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 15.03.2006 14:15
von Fabian Probst (gelöscht)
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Hoppla, da muss ich mich wohl entschuldigen bei dir.

Ich war mir absolut sicher, da stünde "Ein Künstler ist ohne ausgeprägtes Ego ..."

Komisch, wie starr und träge man doch manchmal ist, wenn man erstmal etwas aufgenommen und abgehakt hat.

Ich dachte die ganze Zeit, das ist ja totaler Quatsch, sowas kann man doch nicht schreiben.

Bitte entschuldige meine Dummheit. Tut mir leid.

lg,Fabian

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#17

Kunst und Kommunikation

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 15.03.2006 17:19
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte
nicht der Rede wert, passiert mir auch mitunter und anderen auch,
vielen Dank für Dein Interesse an dem Thema,
lG
Knud

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