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#1

kein unfall

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.12.2005 12:59
von kein Name angegeben • ( Gast )
kein unfall, doch blut auf dem feuchten asfalt, schorf eines tauben tiers, das seines weges weiterkroch, unterschlupf in einem wald ausspähte, kehrtmachte, nach lauterer quelle weitertastete, abdrehte und sich hügelan in vagen windungen verlor wie ermattet von der vergeblichkeit allen suchens, klumpige wunde, von hirn durchzogene sülze, schien es ihm nun aus der nähe, rest eines nichtigen willens, einer kurzen imaginierten realität, verstummte existenz, erschöpfte welt im kleinen und makel im morgennebel der herbstlandschaft, als wäre die hand ihres malers ausgeglitten, frisches blut noch, er bückte sich und stocherte mit einem holz in der schwabbligen pfütze, rätselhaft, denn die beiden busse waren nicht in voller fahrt ineinandergekracht wie zwei kometen, die von ungefähr ihre bahn gekreuzt und mit wucht zersplittert, die grosse katastrofe ausgeblieben da, der eine um haaresbreite am andern vorbeigerast und hinterher ein wenig ins schleudern geraten vom starken windstoss wohl, er hatte einen langen pfiff vernommen und schmetternden donner verspürt, der andre aber hatte unbeirrt seinen kurs fortgesetzt, als ginge ihn dieser vorfall nichts an, und es hatte auch kein passant zufällig oder aus andern gründen dazwischengestanden, der irgend unter die räder geraten, und hätte er ihn übersehen, wäre gewiss mehr herumgelegen als diese murklige masse, des war er froh, die musste von einem tier stammen, das überfahren worden oder anderweitig knapp zuvor gerade hier verendet, verstreute glieder, kleiderfetzen, ein rumpf oder ein kopf, welcher mensch verlor nur so wenig hirn, warum mahnte ihn diese lache, mahnte ihn alles entseelte an menschliches leben.

nicht mitzutun hätte geheissen, es mit den übrigen zu verderben, die in der wirtschaft zusammengesessen, für einen aussenseiter gehalten, als ein versager verachtet zu sein, der misstrauisch oder dünkelhaft sich jedem gemeinsinn verschloss, und es hätte viel dafürgesprochen; sie waren etwas angeheitert gewesen an ihren tischen, man gab sich ausgelassen, doch keinesfalls besoffen, hatte lieder gesungen, kameradschaftlich einander aufgezogen und doch nicht den bogen ins gemeine überspannt, sogar getanzt, nach alter weise und sehr zu seinem trost, so war er dortgeblieben und in erinnerung versunken, welche die musik ihm heraufbeschwor, und einer hatte ihm zugeprostet und auch ein glas gereicht, da hielt ers aus, aufgenommen und doch entrückt; und nun, da er aufgestanden und müdegetan und sich entschlossen hatte, endlich aufzubrechen, die bitte des chauffeurs auszuschlagen, der mitgezecht, an der kreuzung unten zeichen zu geben, damit er gefahrlos im dichten nebel passieren könne, wäre ihm kleinlich vorgekommen, er konnte ohne weiteres dort auf die gesellschaft warten, man hatte ihm versprochen, bald nachzukommen.

zwar hatte er, vom langen abstieg gedankenverhangen und ihrer musik noch gewärtig, klängen entfernter kindertage, den andern bus übersehen, er musste es sich eingestehen, erst bemerkt, dass jener von der andern talseite schon um die kurve und auf die kreuzung zugebogen, nachdem er seinen herangewinkt, der aber noch weit genug zurückgeblieben, dass er sich gleich wieder beruhigt, die beiden fahrzeuge kämen unbeschadet aneinander vorbei, auch konnten die lenker sich jetzt erkennen, der nebel hatte sich unterdessen ziemlich gelichtet und es hätte seiner gar nicht bedurft; doch als er sich abwandte und seinen zerstreuten gedanken wieder zu, schoss ihm die vertraute gruppe jäh und hinterrücks in einem höllentempo entgegen, seine erschreckten und grossen gebärden blieben unerwidert und sein lautes rufen, der mann am steuer schien ihn nicht einmal mehr zu kennen, er konnte gerade noch weichen, sich selber retten, und musste mitansehen, wie auch der zweite koloss, kaum der biegung entwunden, ebenso in toller beschleunigung auf die kreuzung zuhielt, wettrennen zweier hasardeure um den einsatz schuldloser menschen, abgekartetes spiel mit ihm als sündenbock, eine blitzhafte und entsetzliche einsicht.

dass sie in panik gerieten, war nicht auszumachen gewesen, noch zeichen der erregung beiderseits, von aufstand und protest; milde köpfe im morgengrau, von leselampen da und dort erhellte kleine, grelle, entschwindende fetzen, flüchtig zeitungen, kopfhörer, wippende schultern hatte er sich vorgestellt, genüsslich verschlossne augen, auch schlafende, niedergedrückte, kurzsichtig blinzelnde gestalten, die nichts erfassten, unklar aus der ferne im wackelnden licht dann, ob immerhin die gesellschaft aufbegehrt, deren boot ins schlingern gekommen, einige mutige das steuer zu entreissen suchten oder flucht berieten, fraglich, welche, die fahrt wurde weder im geringsten verlangsamt noch aufgehalten, und beide geschosse flogen ihrem horizonte zu und einer bangen zukunft, talwärts, waldwärts, fürchterlich.

und diese schliere da, erlegtes hirn, gebrochner mut, namenlos verblasstes geschick, von einer macht zertreten und widerrufen, welcher alles sich beugt, es war doch ein leben gewesen darin, das aufhebens von sich gemacht, das begehrt und gestritten und sich widersetzt, ehe sein glück vertan, zuspruch erfahren und absonderung, bedrohung und sippschaft, und mit dem eine ganze fühlende welt erloschen und untergegangen, wie bald wäre auch von ihm solches zu sagen und endlich von allen; er nahm noch einmal den stecken, kratzte und schabte an dem festgeklebten, zähen stück und beförderte es mit zwei, drei kunstvollen schwüngen ins morsche laub des strassengrabens, und dann ging er endlich nach hause.



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#2

kein unfall

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.12.2005 19:55
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi daniel

Du bist wohl nicht sehr gesprächig, oder? Zu den Kommentaren deines Gedichtes sagst du nichts und zu anderen Werken auch nicht. Bisschen einseitig, die Konversation, ne?

Ok, dann mach ich's auch kurz:
Fliesstext = Schauder

Nüt für onguet, aber da isch e uhuere Chrampf zom Läse.
Gruess
Margot

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#3

kein unfall

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.12.2005 20:25
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Jaschadedasverdirbtdentextetwaserhättesicheinebesseregliederungverdientaberwassollsliebegrüssegem

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#4

kein unfall

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.12.2005 21:59
von kein Name angegeben • ( Gast )

Zitat:

"Verdammt der Generator bringts auf den Punkt Er vergiftet die herzen mit Irssinn..."



... stimmt leider. In einem Autorenforum so einen Blödsinn zu hinterlassen, bedarf schon einer ganzen Menge von "Irssinn", was auch immer das bedeuten soll.

Wenn ich Admin wäre, würde ich solche "Beiträge" sofort löschen. Schlechtere Werbung kann man sich gar nicht leisten. Es sei denn, eine mir unbekannte Absicht steckt dahinter. In beiden Fällen wende ich mich mit Grausen!

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#5

kein unfall

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 13.12.2005 22:30
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Puh, ein Glück, dass du kein Admin bist.
Denn so: Wem zum Teufel interessiert das...

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#6

kein unfall

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 14.12.2005 11:02
von Don Carvalho • Mitglied | 1.880 Beiträge | 1880 Punkte
(Hallo esea,

es wäre ein seltsames Forum, wenn man anfinge, Beiträge nur wegen ihrer Rechtschreibfehler zu löschen. Ab wie vielen sollte man denn da beginnen? 5 pro 100 Wörter? Mehr? Weniger?
Abgesehen davon zitiert Gemini in dem fraglichen Thread Wilhelm Pfusch. Der ist Mod , wenn da man nicht demnächst die Entlassungspapiere fertig gemacht werden ...

Ich wollte Dir übrigens eigentlich nicht in diesem Thread antworten, da dort die Geschichte von Daniel besprochen werden sollte und keine Diskussion über Orthographieblüten geführt werden soll, aber leider hast Du die Möglichkeit, Dir PN's zu schicken, nicht aktiviert.

Don )

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