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#1

Bunte Steine

in Philosophisches und Grübeleien 08.12.2005 18:05
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
So nach 'zig Änderungen hoffentlich nun die endgültige Fassung.

Bunte Steine

Bunte Steine rollen rasselnd
durch die Rohre meiner Tunnel
und ich fahre mit der Lore
auf der Flucht vor dem Geprassel.
Überhole manche Assel,
die den Weg nach draußen sucht -

so wie ich. Obwohl - wobei ich
denke, da ich meinen Weg nicht
lenke, wie ich häufig freilich
wünschte, sondern nur den Schienen,
folge, bis die Achse durchbricht,
dass ich gar nicht einen Ausweg
suche, trotz der Steinlawinen.
So wie ich das ganze ausleg',

sollte ich die Fahrt genießen
und das Treiben treiben lassen
durch die Gassen meiner Tunnel.
Lass' mich fortan nicht verdrießen.
Sollte mich ein Stein erfassen
und mein Leben so beenden,
sag ich, hey, was soll der Rummel?
Lassen wir's dabei bewenden.

Reue fühle ich dann keine,
drum kann ich in Frieden gehen.
Ruhig verfolgt mein Blick die Steine
Sieh, da fliegt ein großer blauer.
Da, die Assel. Vorsicht! Aua.
Das hätt' ich sonst nicht gesehen.

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#2

Bunte Steine

in Philosophisches und Grübeleien 16.12.2005 15:32
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi GW

Ich hab's jetzt einige Male gelesen und die 2. Str. ist mein Stein. Das kann ich einfach nicht flüssig lesen. Obwohl, wobei .... ist da so ein Hindernis. Für mich bedeuten diese Wörter praktisch das selbe. In der Zeile mit der Achse bleibe ich auch stecken. Dann läuft's wieder bis in die letzte Str., da sehe ich nicht, wieso man nur in Frieden gehen kann, wenn man keine Reue fühlt.

Irgendwie überlege ich mir noch, wofür die bunten Steine stehen sollen. Das lyr. Ich flüchtet also, wie ein Verrückter, davor und doch kommt es zur Einsicht, dass es dies gar nicht so konsequent tut. Am Schluss ist dann die Haltung fogende: Es kommt, wie's kommen muss. Aber was sind die bunten Steine? Die Sorgen? Die Liebe? Das Streben nach Glück? Und welche Bedeutung hat die Assel? Sind das die anderen Verrückten? Die Mitmenschen? Ich bin ganz verwirrt. Ist wohl nicht mein Tag heute. *g

Gruss
Margot

P.S. Hätte ich lieber alles klein schreiben sollen?

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#3

Bunte Steine

in Philosophisches und Grübeleien 16.12.2005 18:05
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Marge,

ich hätte nicht gedacht, dass es so verwirrend geschrieben ist. Das "Obwohl - wobei..." ist vielleicht etwas umgangssprachlich. Das Ich trifft zuvor eine Aussage, und während es diese äußert, widerspricht es sich. Das kennst Du sicherlich auch. Du erklärst etwas und beim sprechen denkst Du plötzlich: "Obwohl... nee... Stimmt ja gar nicht unbedingt. Eigentlich kann man das ja auch anders sehen...". So ein Obwohl sollte das hier sein. Hab jetzt danach einen Gedankenstrich gesetzt. Vielleicht hilft das ein wenig.

Zu der Symbolik nur so viel: Die Assel ist der Instinkt, das was das Ich täte, wenn es gar nicht nachdenken würde. Die Asseln sind die anderen, die aus Sicht des Ichs gedankenlos durchs leben gehen.
Der bunte Steinschlag, ja, das sollten so Schicksalsschläge sein. Das Ich fühlt sich vom Schicksal bedroht.
Irgendwann, ab dem "Obwohl" kommt es zu der Erkenntnis, wenn es eh keinen Einfluß darauf hat und ihm so ein Brocken jederzeit ohne Chance das Licht ausmachen kann, dann täte es gut daran, sich zu entspannen und die ihm gegebene Zeit zu genießen, in dem es sich so eine "Che sera sera"-Einstellung zulegt. Als es sich entspannt merkt es, dass es seine Umwelt plötzlich anders, viel bewußter wahrnimmt. Und es sieht Dinge, die, wie es meint, ihm sonst entgangen wären, wenn es weiter nur darüber nachgedacht hätte, was ihm als nächstes zustoßen könnte. Ja, so war das gedacht. Vielleicht ist dieses Bild mit der Lore, die durch Schächte fährt, in denen es bunten Steinschlag regnet und Asseln nebenher ins Freie eilen etwas abstrus. Das kann sein. Ich fand das ganz eigentlich ganz lustig.

Danke, dass Du Dich trotz der Verwirrung noch damit beschäftigt hast.

Grüße
GW

P.S. Ich habe ja noch nie einen literarisch gemeinten Text in reiner Kleinschreibung verfasst. Ich folge ja auch so stur den Regeln, ich alte Assel, obwohl mir nicht einleuchtet, wieso ich "fünfmal", aber "jedes Mal" schreibe.
Da fällt mir ein: Wie schreibt man eigentlich "50 Mal" oder "50 mal" oder "fünfzigmal" oder "fünfzig Mal"? Scheiß Großschreibung.

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