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#1

Wintermorgen

in Natur 20.11.2005 19:26
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte

    Wintermorgen


    Ein Glitzern liegt auf brachen Matten,
    der erste Schnee bestäubt das Land
    und zwischen dunklen Häuserschatten
    regiert der Frost mit kalter Hand.

    Der Bach verlor sein sanftes Raunen,
    geschmückt mit Eis schläft er dahin
    und unter weissen, kühlen Daunen
    träumt er von Frühlingsmelodien.

    Ein Ruhen über allen Dingen,
    erstarrt ist Treiben und Gesang
    und in dem gütigen Umschlingen
    wiegt Anfang sich und Untergang.



    Audioversion



    (c) Margot S. Baumann

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#2

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 13:35
von Loki (gelöscht)
avatar
sehr schön, aber nicht neues. melodisch und wiegend, aber nichts neues. gerne gelesen, aber nichts neues,

liebe grüße, Loki

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#3

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 14:01
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Danke, ich weiss - Danke, ich weiss - Danke, ich weiss.

Lieben Gruss zurück
Margot

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#4

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 14:21
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte
Geht doch nichts über ein gesundes Selbstbewusstsein.

Dein kritischer Ansatz, Loki, ist allerdings auch nichts Neues und bereits überholt. Die Annahme, dass Kunst ständig etwas Neues produzieren müsste, ist zwar modern, jedoch nicht up-to-date. Außerdem müsste man dann alle im Tümpel ausgestellten Werke derart brandmarken.

Zum Gedicht selbst: Klar, gefällt das, weil es so wohlklingt und auch so gesetzt ist. Zunächst kam es mir gar zu plüschig vor aber es wäre ja nicht Margot, wenn da nicht in allen Dingen auch Schrecknis wäre. Allerdings bleibt mir das Gedicht zu unentschlossen. Sicher, da gibt es die Gegensätze, wenn der Schnee die (hart)brachen Matten (sanft) bestäubt und in dem gütigen Umschlingen der Untergang wiegt. Auch mag Absicht sein, dass die Sprache einen so angenehm einlullt, dass man (fast) nicht stolpert aber so recht will ich es nicht einordnen können, die Beziehung des lyr. Ich zum Wintermorgen. Durch diese Brüche bleibt es distanziert, allerdings sind sie so wenig akzentuiert, dass man es auch nicht als zwiespältig beschreiben kann. So bleibe ich aber dem Werk gegenüber.

Sprachlich aber ist es erste Sahne und das ist dann immer schon eine Menge wert! Das sollte man nicht unterbewerten und eine Dichterin, die das regelmäßig bringt, nicht dafür abwatschen, dass sie nicht gleich auch noch den Nobelpreis für Literatur erringt.

Gern gelesen.

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#5

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 14:40
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Mattes

Oho, so viel Lob! Ich fühle mich gebauchpinselt, danke.

Ich wollte hier auch "bloss" meine Eindrücke vom ersten Schnee widergeben und wirklich nicht den Nobelpreis erhalten. (Ok, wenns den dazu gibt, dann sage ich bestimmt nicht nein (*g ) ..... aber ich "fürchtete" bereits die Rückmeldung: Von dir erwartet man aber mehr, als ......

Schön, dass sich wenigstens einer über kleine Poesie freut.

Gruss
Margot

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#6

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 15:02
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte

Hi Marg,
ja sooo gefällst Du mir. Das ist gekonnt, einfach wieder umwerfend.
Diese Wortwahl, diese Bilder. Schön. Danke
Gruss
Knud

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#7

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 16:09
von Ulli Nois | 554 Beiträge | 554 Punkte
Hi Margot,

wie du es schaffst in drei Strophen eine Schweizer Winterlandschaft vor mir aufstehen zu lassen, das imponiert mir so, dass ich erst an zweiter Stelle nach einer "Botschaft" Ausschau halte. Bei uns ist es noch spätherbstlichregennasskaltgrau, mehr Untergang als Aufgang. Die Vorfreude auf ein gütiges Umschlingen hast du in mir erweckt, und sprachlich habe ich dies Mal auch nichts zu mäkeln.

Grüße ins Weiße

Ulli

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#8

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 16:38
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Knud, hi Ulli

Oh, noch zwei, denen es gefällt, ich bin überrascht.

Eine grossartige "Botschaft" hat es nicht, Ulli. Man denkt - beim Spazieren - halt darüber nach, dass jetzt alles stirbt und daraus dann wieder Neues entsteht. Das ist eigentlich alles. Aber, weil euch das jetzt so zusagt, denke ich darüber nach, mir ein passendes Photo zu schiessen und den Text als Weihnachtskärtchen zu verschicken. Meinen alten Tanten würde das sicher gefallen .... son büschchen Kitsch.

Danke fürs Kommentieren.

Winterliche Grüsse
Margot

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#9

Wintermorgen

in Natur 21.11.2005 23:13
von Loki (gelöscht)
avatar
Mattes:
Zitat:

Dein kritischer Ansatz, Loki, ist allerdings auch nichts Neues und bereits überholt. Die Annahme, dass Kunst ständig etwas Neues produzieren müsste, ist zwar modern, jedoch nicht up-to-date. Außerdem müsste man dann alle im Tümpel ausgestellten Werke derart brandmarken.



ich habe diese annahme nicht geäußert. es war nur mein persönliches empfinden. ich habe auch nicht geschrieben, dass der dichterische stil überholt sei. tut mir leid, dass es dich direkt angegriffen hat. ich habe nichts gegen solche gedichte, da ich auch nicht das modernste schreibe. ich fühle mich jedoch verpflichtet, meine empfindung zu den werken, die ich kommentiere, kundzutun.

Loki

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#10

Wintermorgen

in Natur 22.11.2005 09:22
von Mattes | 1.141 Beiträge | 1141 Punkte

Zitat:

Loki schrieb am 21.11.2005 23:13 Uhr:
... ich fühle mich jedoch verpflichtet, meine empfindung zu den werken, die ich kommentiere, kundzutun.



Hallo Loki!

Mich treibt zwar weniger eine gefühlte Verpflichtung, als mein missionarisches Ego aber auch ich konnte deinen Kommentar, welcher mich ärgerte, nicht unkommentiert lassen. Nichts für ungut.

Digitale Grüße
Mattes

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#11

Wintermorgen

in Natur 22.11.2005 23:37
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte

na stell Dein Licht nicht so weit unter den Scheffel Dein Gedicht hat mich etwas an "Schneezauber" von Lulu von Strauss und Torney erinnert

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#12

Wintermorgen

in Natur 23.11.2005 14:24
von Loki (gelöscht)
avatar
schach und mattes, kein problem

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#13

Wintermorgen

in Natur 23.11.2005 16:15
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Margot,

ein schönes Gedicht. Ich bin allerdings nicht ganz so euphorisch. (Macht ja nüschte)
Und zwar deshalb: Unter glitzernden, brachen Matten stelle ich mir eine geschlossene Schneedekce vor, was für mich nicht zum Bestäuben mit erstem Schnee passt. Dafür entschädigen die zwei schönen Verse danach.
In S2Z1 komm ich mit dem Raunen des Baches nicht klar. O.K. Bäume kommen raunen, der Wind kann raunen, aber ein Fluss meines erachtens nicht. Zudem kann er sich auch nicht so recht entscheiden, ob er mit Schnee oder nur mit Eis bedeckt daliegt.
Bei der 3. Strophe hab ich allerdings nichts auszusetzen. Sehr schönes Bild. Nur die letzte Zeile knirscht ein wenig, wegen dem Singular von "wiegt".
Besser wäre nach meinem Gefühl "...wiegt Anfang sich mit Untergang." Trotzdem sehr gerne gelesen.

Grüßchen,
GW

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#14

Wintermorgen

in Natur 23.11.2005 16:46
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
@ Knut

@ GW
Tja, lieber GW, das ist dein subjektives Empfinden und das ist sicher - für dich - richtig, jedoch ist/war es genau so, wie ich es geschrieben habe. Die abgeernteten Felder glitzerten im ersten Schnee, der kurz zuvor gefallen war - eben, nur ein Schäumchen. Der Bach (Fluss? Wer redet hier von einem Fluss?) ist ein kleines Wässerchen, das sich durch die Landschaft schlängelt und praktisch keine Strömung aufweist. Des Weiteren war es vorher ca. 1 Woche saukalt und es hatte sich (bereits) Eis an diversen Stellen gebildet. Du siehst, ich habe weder phantasiert noch gelogen, sondern lediglich widergegeben. Aber, wie Mattes schon mal sagte, "glaubt" man mir eher, wenn ich dichte.

Danke für den Kommentar
Grüsse
Margot

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#15

Wintermorgen

in Natur 23.11.2005 17:23
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Entschuldige. Ja, Bach, nicht Fluss.
Tja, da muss ich wohl einräumen, dass sich das mir als altem Stadtkind schlicht meiner Beurteilungs- und Vorstellungskraft entzieht.
Und da ich nicht vor Ort war, um das zu erleben, glaube ich Dir das jetzt unbesehen.
Und da es so war, finde ich es wundervoll, wie es sich in Diesen Versen dank Deiner Dichterinnenhand so galant zusammenfügt.

Lieben Gruß
GW

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#16

Wintermorgen

in Natur 23.11.2005 18:26
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Lieber GW

Du musst deine Worte und dein Urteil doch nicht revidieren. Wenn du meine Zeilen nicht nachvollziehen kannst, dann liegt das wohl eher an meinen vermittelten Bildern und nicht an deiner mangelnden Vorstellungskraft.

Wie auch schon erwähnt, versuche ich mich ab und zu in der Naturdichtung, aber, wies aussieht, habe ich den Dreh noch nicht raus.

Bestäubte Grüsse
Margot

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#17

Wintermorgen

in Natur 13.01.2006 09:30
von Nonverbal • Mitglied | 407 Beiträge | 407 Punkte
Achja,

wie immer hast du mich mit deinen Worten zum Seufzen gebracht Margot.

Ich danke dir für diesen Augenblick

Liebe Grüße
Franzi

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#18

Wintermorgen

in Natur 03.02.2006 10:24
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Margot

Ich habe mir jetzt die Audioversion deines Gedichts angehört und muss sagen, dass es mir vorgetragen sehr gut gefallen hat. Auch fand ich den Akzent nicht störend sondern eher passend, da ich mir eine schweizer Berglandschaft ausmalte. Sehr Exotisch, sehr schön vorgetragen.

LG Gem

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#19

Wintermorgen

in Natur 03.02.2006 10:44
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Oh, danke

Aber ich weiss schon, dass sich meine Sprechweise für Deutsche wohl etwas kurios anhören muss. Da sich ansonsten nie jemand zu meinen Audiofiles äussert, muss ich annehmen, sie wollen mich schonen. Tant pis .... man kann seine Wurzeln eben nicht verleugnen und ich bin ja auch keine Schauspielerin.

Gruss
Margot

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#20

Wintermorgen

in Natur 03.02.2006 10:48
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hm, naja eigentlich bin ich ja aus Wien...

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