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Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.11.2005 01:58
von Motte | 137 Beiträge | 137 Punkte

Ich sehne mich nach Regen.
So sehr.
Wie der Hungernde nach Brot,
Der Raucher nach Nikotin,
Der Einsame nach Liebe giert.
So sehr.
Regen.
Der in meine trockene Traurigkeit fällt.


Es war der zweite große Regen in dieser Woche. Ana erschien es wie ein Zeichen, dass die Wolken noch einmal soviel hergaben. Sie war müde-träumerisch in den Sonntag gestrandet, allein mit ihrer Arbeit aus einer wortkargen Woche und noch immer in ihrem kleinen Einzimmerapartement an den Schreibtisch gefesselt. Über Tage hatte sie sich das Gesicht von Bildschirm und der Augustsonne durch die Lamellen der Jalousie bestrahlen lassen. Der Kaffee schwitzte stundenlang auf der Wärmeplatte - wie sie auf dem Stuhl - und jedesmal, wenn sie einen Schluck von dem braunen Konzentrat nahm, rotierten ihre Gedanken und stießen sie unsanft aus dem weichen Dämmerzustand, in den sie allmählich nach langen Arbeitsstunden hinübergeglitten war. Mit jeder Tasse trocknete sie ein wenig mehr aus.
Aus den Lautsprecherboxen flüsterten Naked Lunch, Ana hatte den Lautstärkeregler heruntergedreht ...picture yourself in a room/ with no one left to talk to...//...you built up your own glasshouse/ no gain and time stood still/ you did not break the silence...
Der Regengeruch mischte sich nun mit dem von Kaffee und beides weckte sie, immer abwechselnd. Längst hatte sie beschlossen, ihr Sehnen nicht wieder gegen die Fensterscheibe zu hauchen und nur ein wenig von der erfrischten Luft zu trinken. Sie konnte sich nicht wie das Gerippe aus dem letzten Einhorn selbst vorgaukeln, dass in der Flasche Wein statt Wasser war, obwohl ihr seine Gier, die Bereitschaft sich täuschen zu lassen um das Verlangen zu stillen, jetzt begreiflich wurde. Ana wurde nun langsam wieder lebendig und wollte den Regen auf der Haut, durch die trockenen Membranen in sich hinein sickern spüren.
Bei dem ersten Regenfall hatten Leute auf dem Balkon des Nachbarhauses gestanden und amüsiert mit dem Finger auf sie gedeutet, als sie ihre Hand an die Scheibe drückte und diese fasst mit den Lippen berührte. Wussten die, dass sie über eine lachten, die gewissermaßen einen Entzug erduldete? Eine, deren Wünsche sich wie Defizite anfühlten, wie Löcher oder Dellen, die sie mit irgendetwas würde füllen müssen, um ihrem Wesen seine Ebenmäßigkeit wieder zu geben. Wünsche waren etwas Fehlerhaftes, eine Unvollkommenheit, die sie gerne abwaschen wollte. ...a pair of shoes is all you need/ she said and pulled me over/ ...then she left through the doorway...
Sie musste jetzt raus. Also marschierte sie los in ihren Flip-Flops. Der Wall würde aufgeweicht und mit diesen Schaumstoffschuhen kaum begehbar sein. Aber sie schlug bereits die Richtung ein, als sie die Leute in der Einkaufspassage sah, die sich unter die Schirme und Marquisen gestellt hatten und sie belächeln würden wie einen Hans-Guck-in-die-Luft. Sie wollte sich ungestört nassregnen lassen. Auf dem Stadtwall würde ihr sicherlich kaum eine Menschenseele begegnen. Und wenn doch, so hatte sie ja noch ihren Rucksack, den sie sich nur aufgesetzt hatte, um so auszusehen, als hätte sie etwas vor, irgendeine Unternehmung, ein Alibi. Er war leer.
Sie hatte den Fuß des Walls erreicht und betrat nun den sandigen Schotterweg, der sich wie ein grüner Säulengang vor ihr auftat. Sie war stehengeblieben und trat in die Wegesmitte, um seine Flucht sehen zu können. Plötzlich brachte sie ein leichter Stoß an der rechten Schulter aus der Balance, ein Jogger wollte sie überholten, strauchelte, drehte sich kurz um und murmelte einen Fluch oder eine Entschuldigung, sie konnte es nicht unterscheiden. Ana fühlte einen Stich, die Gewissheit, der Beweis, fehl am Platze zu sein, mit ihrer Aktion ein allgemeines Gleichgewicht zu stören. Doch der Regen strömte, wusch die Beklemmung, ehe sie in sie eindringen konnte, fort. Ana drehte sich um und ging in die entgegengesetzte Richtung. Am Wegrand standen tiefgrün und glänzend die Bäume und überwölbten ihn, ließen die kleinen Tropfen auf den Blättern wie kristallene Beeren wachsen und dann hinunterrinnen. Es sammelte sich Schmutz in Anas Handflächen, den sie wieder und wieder an ihrer Hose abwischen musste. Es war der Sommerstaub von den Blättern, der sich in heißen, windstillen Tagen darauf niedergelassen hatte. In die Regentropfen gebannt, die auf Anas Haut zersprangen, lief er nun an ihren Armen hinab, setzte sich in ihrer Kleidung fest. Bäume, Körper, Schmutzableiter. ...I am the sea while you're the ocean/ I give you shelter whenever you need/ you are the sunlight when the day's gone...

Als Kinder sind Chris und ich mal im Wald von einem schweren Regenschauer überrascht worden. Wir haben uns in das Baumhaus geflüchtet, uns nebeneinander auf den Boden gelegt, aus dem Eingang gespäht und dem Rauschen zugehört. Wir haben uns vorgestellt, es sei das angeschwollene Meer, das hinter den Hügeln heranrollt und den Wald flutet. Wir haben uns vorgestellt, es würde bis zu uns heraufreichen und mit sich treiben, das Baumhaus in ein Hausboot verwandelt. Ich habe das Ruder gehalten und Chris das Steuer. Nach einer halben Stunde ließ der Regen nach. Auf dem Heimweg kam ein Wind auf und peitschte uns das Wasser, das in den Wipfeln geblieben war, ins Gesicht. Es hatte wieder angefangen und wir flohen vor der zweiten Flutwelle. Es war das Wasser, dass der Wind von den Bäumen spülte, ein aufregendes Wasser, voller Schmutz und Gefahr.

Ana lief in ihren Flip-Flops etwas haltlos hin und her, der nasse Sand scheuerte zwischen ihren Zehen und unter den Füßen. Aber sie gab sich Mühe, gut zu gehen, gleichmäßig und leicht. Sie hatte den Dreh raus, wie man in unbequemen Schuhen lief. Zog man sich nicht oft Schuhe an, die nicht passten, in denen zu laufen man sich zwingen musste? Schuhe, die sie nach ihrem Gang zurichtete oder stolpern und hässlich gehen und müßig vorwärts kommen. Aber nie nicht auf die Füße sehen, sondern geradeaus, Haltung bewahrend! Sie schüttelte den Kopf, ein Paar Füße, das in einem nicht ganz rutschfesten Paar Flip-Flops steckte, behinderte Füße. Die Sandkörner kitzelten ihre Fußsohlen wie kleine Ameisen. ...do you know when the ocean rises and takes me/ minutes always pass by and the flood will just lead me...

Ein anderes mal im späten Herbst, nachdem ein Dauerregen uns Kinder für eine volle Woche im Haus festgehalten hatte, sind wir den ganzen Tag ausgeblieben. Wir hatten zuvor in einem kleinen Fluss, der mit Betonplatten ausgelegt war, einen Staudamm gebaut. Das Wasser sollte sich sein natürliches Bett suchen. Nun hatte das viele Wasser den Staudamm überschwemmt und wir wollten ihn wieder aufrichten und bemerkten nicht die hereinbrechende Dunkelheit. Als wir schließlich durch die Wiesengründe stapften, die Gummistiefel bis zum Rand mit schlickigem Wasser gefüllt, kamen uns meine aufgebrachten, uns voller Sorge beschimpfenden Eltern entgegen. Mein Vater schalt Chris einen verzogenen Anstifter, der nur Flausen im Kopf habe. Mit dem Verbot, weiterhin meine Zeit mit Chris zu verbringen, steckten sie mich zur Strafe in eine viel zu heiße Badewanne, in der ich unter Qualen die vereisten Füße auftauen musste. Ich weinte Tränen, die kleine Einschlaglöcher in den weißen Badeschaum schlugen. Ich badete in meinem verzweifelt-sein.

Ana lief trotz des beschwerlichen Gehens als hätte sie ein Ziel. Sie läuft eigentlich immer so, ihr Gang verrät gewöhnlich nichts von Ziellosigkeit, selbst nicht beim Schlendern. Nun musste sie sich dennoch von ihren Fußschmerzen ablenken. Sie brauchte Musik dazu, hatte die Kopfhörer aufgesetzt und gerade so laut gedreht, dass sie das Rauschen des Regens noch hören konnte. ...The girl next door was already weaping/ her day was hard, she couldn't rest/ she would only hug her pillow/ that was more she can take... Das Rauschen hintermalte die Musik, machte sie geschmeidig, als käme sie von einer alten Vinylplatte, die lange auf dem Dachboden gelegen hatte, machte sie beinahe orchestral und gab ihr einen Rhythmus, in dem Ana gehen konnte. Die Melodie schwamm in ihrem Kopf, verlangsamte ihren Schritt in ein Zeitlupentempo, dass ihr das Empfinden für die eigenen Laufgeschwindigkeit nahm und sie vergessen ließ, Eile vorzutäuschen.
An den ihr entgegenkommenden, vor dem Regen flüchtenden Menschen störte sie sich nicht länger. Sie projizierte keine iritierten Blicke mehr in ihre Gesichter. Da lief auch wieder der Jogger, dieses mal entgegen ihrer Richtung. Sie sah nicht, ob er sie wiedererkannte und nocheinmal seiner Verärgerung Ausdruck verlieh. Doch blickte er sie an mit einer konzentrierten Anstrengung, die ständig neue Fixpunkte suchte. Sie dagegen schweifte im Kaleidoskop der Regenmusik ...that's the deal baby/ you know that it's true/ everything's over/ when I´m not with you/ it's a two-way shelter / no compromise/ we're in heaven / with our own device...

Vor Jahren bin ich in einem Film durch den Regen gelaufen. Ich hatte den Mantel an, der meine Idendität getragen hat, als sei sie eingewebt zwischen den Stofflagen, und ohne den ich mich nie als Ganzes fühlte.. Ich habe ihn nur dann getragen, wenn ich mich in dem Teil meiner Welt aufhielt, in dem ich vollständig sein konnte. Mit Chris ging das immer. Wir stritten uns an jenem Nachmittag so fürchterlich, dass wir alle Schimpfworte verbrauchten, in die man Wut hineintun konnten. Wir hatten nichts mehr zu sagen und das machte uns rasend. Ich lag auf den kühlen Fliesen im Badezimmer, hatte alle Zahnbürsten zerbrochen und fühlte, dass ich völlig verrückt war. Dann klopfte Chris und sagte, Komm wir gehen raus. Seine Stimme klang wie eine Lautsprecherdurchsage und so, als würde er versuchen, nicht mich zu meinen. Wir zogen uns die Stiefel in aller Hast an, ohne uns zu beachten und anzusehen, in einem vertrauten aufeinander-abgestimmt-sein, das sich gut und beruhigend anfühlte und das wir leugneten. Dann rannten wir auf die Straße, weit auseinander, durch den Regen in die Pfützen, verloren mal den andern, mal uns selbst aus den Augen. Ich weiß nicht mehr, wer angefangen hat zu schreien, doch wir schrien beide immer lauter als der andere, ließen Wasser spritzen und drehten uns mit ausgebreieten Armen. Guck mal die, rief Chris und zeigte zu einem Fenster hinauf, hinter dem die gesamte Familie Schmitt aufgereiht stand wie Statuetten auf einer Zwerggallerie, wie schablonenhafte Gesichter auf einem Familienportrait und uns stumm betrachtete. Ich grinste, Chris warf die Arme noch höher und gröhlte Singín´ in the rain als wolle er den Himmel zum Einsturz bringen. Ich stimmte ein und wir flogen die Straße hinunter.

...it's a deal that lasts forever/ it's a common sense of tragedy/ it's the street we walk together/ it's a way that ends in nowhereland...
Ana konnte schwerlich nachdenken. Das einzig außergewöhnliche an diesem Spaziergang war, dass außer ihr niemand anders so dahinlief wie sie, allmählich ihr Nichtziel loslassend, treibend wie Strandgut. Ana fand auch kein Beweggrund, warum sie selbst sich bis auf die Knochen durchnässen ließ. Dennoch erinnerte sie sich daran, dass sie früher oft so gewandert war, zu Hause im Stadtwald. Sie hatte die “Jahre des Wartens“, wie sie sie nannte, durch Wanderungen hinter sich gebracht, musste durch Raum genauso wie durch Zeit schreiten und erkannte, dass Warten eine anstrengende Beschäftigung war, da es gegen jeden Zeitvertreib arbeitete. Sie hatte sich damals die Aufregung und Ungeduld über das Kommende von den Schuhen gelaufen und dabei immer eine Route ausgewählt, in der sie kein Stück des Weges zweimal gehen musste.
Sie hatte auf das Ende der Schulzeit gewartet, auf das Ende ihres Gefangen-seins im ewig gleichen Rhythmus, auf das Ende ihrer Abhängigkeit von anderen, der Bevormundung und darauf, dass sie endlich für immer hinter dem Horizont verschwinden konnte, den sie allabendlich aus ihrem Zimmerfenster betrachtete. Auch darauf, jemanden zu finden, der ihre Ziele nicht verlachte und entkräftete, der sie ernst nahm und nicht boshaften Spott mit ihr trieb oder schlimmer - sie mit gütig, ungläubiger Gönnerhaftigkeit behandelte - immer dann, wenn sie ernst wurde. Wenn sie von diesen Zielen sprach, war sie immer ernst. ...a young boy took himself too serious/ he took a gun and aimed at god/ god himself was so frustrated/ that was all he can take...

Als ich einmal mit Chris an einem verregneten Herbstnachmittag den Weg machte, philosophierte ich über meine Waldläufe. Dass ich mich immer von meinen Erwartungen gehetzt fühlte und darüber, dass sie mein Weggehen vorausnahmen, dass sie wie Symbole waren und mich vorbereiteten so wie ein Läufer sich auf einen Marathon vorbereitete. Ich sagte, ich laufe mich warm für den Start. Ich sagte, es fühle sich immer an, als stünde man kurz davor, ein Wunder zu erleben. Eines, das der Regen ankündigt. Wenn die Sonne scheint, habe ich immer auf den Regenbogen gewartet. Während ich sprach, war Chris einige Schritte vorausgelaufen und warf ungehalten Stöcker ins Unterholz, so dass es krachte und meine Rede übertönte. Ich wusste nicht, ob er mir zuhörte, blieb stehen und wartete, dass er sich zu mir umdrehte. Er tat es nicht und sagte, dass Regenbögen Verrat bedeuteten. Ich würde doch die Stelle in der Bibel kennen, wo Gott den Friedenspackt mit den Menschen mit einem Regenbogen besiegelte. Gott habe sein Versprechen nicht gehalten. Es gäbe noch immer Stürme und Überschwemmungen und Hurrikans. So ein Verrat ist das. Er trat auf mich zu, fasste mich an den Schultern und sah mich ernst an: Verstehst du?

...it's a deal that lasts forever/ it's a common sense of tragedy/ it's the street we walk together/ it's a way that ends in nowhereland...
Ana schlurfte weiter. Und es gab doch einen Grund. Sie wollte wissen, was das war. Das. Was die Welt, ihre Realität bis jetzt zusammengehalten hatte. Der Regen würde das Geflecht vielleicht aufscheinen lassen, würde es freilegen. Er würde vielleicht an den unsichtbaren Nervensträngen, die zwischen Himmel und Erde gesponnen sein müssten, hinabrinnen und sie zum leuchten bringen. So, wie er den Staub von den Blättern spülte. Und so, dass sie es sehen konnte.
Sie suchte das, was sie von zu Hause fortgetrieben hatte, wollte wieder nach irgendetwas süchtig sein, etwas wonach man greifen kann, das eine Form hatte und ein Gesicht. Ihre Arbeit hatte sie geliebt. Doch jetzt erstickte sie daran. Wie hatten die Ziele ausgesehen? Idealvorstellungen von anderen Lebenswirklichkeiten. Was hatte sie entdecken wollen? Oder war dieser Drang nur ein Gefühl gewesen, das sie getäuscht hatte, das sie ins nichts geführt hatte? Hatte sie sich auf die Suche nach dem Ende des Regenbogens begeben ohne zu wissen, dass man es niemals finden kann? Sie hatte die ganze Skala möglicher Gefühle durchleben wollen, sie wollte die Fremde fühlen, Orte kennenlernen oder was sie für die Atmosphäre eines Ortes und eines Moments hielt, was ihn ausmachte und ihm seine Seele gab. Früher hatte sie die Orte, an die sie kam, empfunden und deshalb auch die besondere Nuance des Lebens, dass dort spielte - oder erfunden, in der Vorstellung, wenn sie nur als Beschauerin an ihnen vorüberging. Ana fand, dass sie in letzter Zeit den feinen Sinn dafür verloren hatte. Weil sich alles gleich anfühlte. Selbst jetzt. Wenn es ihr früher gelungen war, wieso hatte sie es nicht gewusst? Es hatte sich zu Hause auch alles gleich angefühlt. ...I've lost it all/ winter, summer, autumn, spring/ it's all the same to me...

Vor zwei Jahren im Trauerhaus. Da habe ich über eine Woche bei der Familie Peterson verbracht. Der alte Peterson, bei dem Chris und ich immer Zuflucht gefunden hatten, wenn wir uns nicht treffen durften, der uns immer mit Kakao und Geschichten versorgte. Bei dem wir sogar ganze, lange, heimliche Wochenenden verbringen durften. Er war gestorben. Wenn ich ihn allein besucht hatte, dann las er mir vor, später tat ich das für ihn. Es war wie ein Rollentausch, auf den er mich lange vorbereitet hat. Er nannte mich, seine liebste Zuhörerin, auch wenn er aus seinem Leben erzählte. Am Ende jeder Geschichte, legte er mir die Hand auf die Schulter und sah mich eindringlich an. Ein einziges mal tat er das auch als er nichts erzählt hatte. Wir standen zusammen auf der Terasse und sahen die Zugvögel zurückkehren. Er sagte, dass die Vögel so seien wie er. Er sagte, Zieh mit den Vögeln Kind.
Chris fand ihn kauzig. Aber er mochte ihn, weil er all die Sachen, die Peterson von seinen Reisen mitgebracht hatte und in seiner Garage aufbewahrte, mochte. Er durfte sie für seine Basteleien verwenden und wenn Chris in der Garage werkelte, saß ich bei Peterson.
Wir haben in dieser einen Woche mit den Angehörigen der Familie Peterson und untereinander kaum geredet, obwohl wir es gerne gewollt hätten, wir waren zu schweigsam, es zu tun. Wir haben unseren Mund nur aufgemacht, um Kuchen zu essen. Jemand musste immer Kuchen holen, vor allem gegen Ende der Woche, es wurde immer mehr Kuchen und irgendwer erklärte sich ständig bereit, diese Besorung zu machen.
Wir schrieben Kondolenzkarten ohne zu wissen, was drin stand. Es schritten ständig Leute durch den Garten und manchmal weinten sie, wenn sie an den Rosen vorbeikamen. Wir schlichen durch das Haus und begegneten uns zufällig, leise erschreckend und blass lächelnd. Ich las sämtliche Buchrücken der Hausbibliothek und konnte sie bald auswendig. Unsere Gesichter verloren ihre Farbe, egal wieviel Zeit wir an der frischen Luft verbrachten. Egal, wieviel wir schliefen, wir bekamen Augenringe und Schatten im Gesicht, über den Lidern und an den Mundwinkeln.
Die Trauer laugte uns aus.
Einmal am Tag fuhren Chris und ich ins Internetcafé und zur Tankstelle, um auf der Parkbank ein Eis zu essen und uns intensiv den Lärm der Hauptverkehrsstraße anzuhören. Chris und ich waren wieder viel zusammen, teilten uns das Zimmer so wie früher. Die Abende wurden gemieden, wir haben sie regelrecht ausgelöscht. Im Haus verschwanden stets alle Bewohner und tauchten erst wieder zum Frühstück auf. An keinen einzigen Abend kann ich mich erinnern.
Außer den einen und er ist völlig dem Zeitgefüge dieser Woche enthoben, dass ich nicht weiß, ob er nur geträumt war und es mich nicht wundert, dass keiner etwas mitbekommen hat. Es muss in Strömen geregnet haben und wir tranken Sekt. Er hat mir die Haare geflochten zu je zwei Zöpfen und flocht aus jeder Strähne ein Kichern heraus. Dann waren wir plötzlich auf der Straße im Dunkel unter den Laternen, ohne, dass es eine Umgebung gab. Mit der Flasche Sekt, barfuß und hochgekrempelten Jeans. Der grobe Asphalt war nass, funkelte wie die Milchstraße in klaren Nächten und noch immer regnete es. Wir waren sieben Jahre alt, sahen Kobolde in den Büschen und Elfen in den Baumwipfeln. Wir zupften nasse Blätter und Beeren, zerrieben sie zwischen den Händen und bemalten uns die Gesichter. Chris klaute Blumen aus den Vorgärten und steckte sie mir in das Haar. Wir sangen Kinderlieder, die wir noch kannten, lachten über Reime, die uns einfielen und fochten um die Rollen aus den Kindergeschichten, die wir gemeinsam gespielt hatten.
Um die Ecke hörten wir Lärm aus einer dieser Vorstadt-Baucontainer-Kneipen, die aussahen, wie große Hutschachteln mit Butzengläserfenstern und die für mich - weil sie das erste waren, was ich unter Kneipe verstand - wohl immer das Stereotyp einer Kneipe sein werden. So sah ich sie, wieder das erste mal. Es wurden Klaus Lage, Udo Lindenberg und Matthias Reim gleichzeitig gespielt. Kichernd blieben wir hinter der Hauswand stehen und machten die lallenden, zottligen Typen, die ausahen wie jene Musiker, auf uns aufmerksam. Einer kam angriffslustig auf uns zu und machte eine anzügliche Bemerkung, als ich ins Licht trat. Chris versetzte dem Kerl einen Stoß, so dass er nach hinten wankte und donnernde Flüche ausspie. Ehe er wieder nach vorne kippte, lief ich los. Ich floh. Chris warf eine Drohgebärde zurück, ließ sich dann aber von mir mitziehen. Und als ich durch den Regen lachend davon lief mit der Gegenwart auf den Versen, merkte ich, dass ich gerade mal sieben Jahre alt war und ich merkte, dass ich es von nun an nicht mehr länger sein konnte und wollte.
Ich musste stehen bleiben. Ich musste es Chris klarmachen. Dass alles vorbei war.
Chris holte mich ein, ich hörte seinen keuchenden Atem hinter mir. Dann blieb ich abrupt stehen, drehte mich zögernd um und sah Chris, der seine Hände auf die Oberschenkel gestemmt hatte um zu verschnaufen, mit einem langen, schmerzvollen Blick ins Gesicht. Chris richtete sich auf, als würden meine Augen seinen Körper bewegen. Er kam langsam auf mich zu, fasste mich am Arm, den Blick in meinen gesenkt und das Falsche sehend, das gleiche Falsche, das auch in mir da war, das ich verstand, so wie es in ihm und in mir war. Das ich verstand und schon bewertet hatte. Er entdeckte es gerade. Und die Ferne in der Nähe, die niemals so groß war und mich erschütterte, die sah er nicht. Wir sind solange zusammen auseinander geglaufen, sagte ich. Ich möchte dich küssen, sagte er.


...one day/ you leave/ with all your love/ you walk/ on your own/ and you lead/ a life in solitude... Ana tauchte unter einem niedrig hängenden Zweig hindurch und verlangsamte Sekunden ihren Schritt, empfand wohlig den Schatten, den Schirm, das schützende Dach über sich wie eine riesige Hand. Und ging weiter, unbeschirmt, im Regen. Einen Augenblick lang bedauerte sie es, nicht ausgeharrt zu haben. Aber sie hatte ohne Schirm zu gehen gelernt - und zu leben, ohne Chris´ betörende Ignoranz und ohne, dass Eltern ihr die nassen Gummistiefel von den Füßen ziehen. Ausflüchte gab es, Ausflüchte wie diese, die ein bißchen beunruhigten und nicht allzu gefährlich waren und nichts wirklich veränderten, nur ein bißchen verschoben.
Von Weltgewebe war nichts zu sehen, aber die Luft war klar. Ana setzte sich auf eine Parkbank um ihre Füße auszuruhen und schaute den Weg, den sie gegangen war zurück. Der Wall verlief kreisförmig um den Stadtkern und sie hatte die Runde nun beinahe beendet, einmal um die Uhr, einmal um den Kompass. Sie hatte zwei Zigaretten geraucht und... da lief wieder dieser junge Mann, er musste den Wall schon zum zweiten oder dritten mal umrundet haben. Der einzige, der heute weiß, dachte Ana, dass ich im Kreis gehe.
Sie machte sich an ihren Schaumstoffschuhen zu schaffen, zog sie von den Füßen, wischte sich über die Sohlen. Als sie aufsah, stand der Jogger vor ihr auf dem Weg, die Hände auf den Oberschenkeln tief ein und ausatmend. Er wendete den Kopf und sah sie an - Regen- und Schweißperlen rannen ihm aus den Haaren. Er lächelte. Dann bewegten sich seine Lippen....like a sailor she skipped from place to place/ she was running after time/ slow motion movements took her far away/ she walked down every single shore...//...stay here/ let your love come over/ stay here/ let your love come over... Ana konnte nicht verstehen, was er sagte. Sie zog die Kopfhörer aus den Ohren.



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#2

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.11.2005 08:01
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Motte

Sry, aber ich kann das so nicht lesen. Warum gliederst du die Geschichte nicht ein wenig?

Lg Gem

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#3

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.11.2005 14:36
von Motte | 137 Beiträge | 137 Punkte
Ok Gemin, ich habe ein paar Absätze eingefügt und die kursiven Abschnitte abgesetzt. Vielleicht kommst du jetzt besser in den Text rein...? ;-)

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#4

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.11.2005 19:04
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Liebe Motte

Ich habe mich jetzt durch deinen Text gekämpft und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe noch nie etwas komplizierteres gelesen und mich hat noch nie ein Text an den Rande des Wahnsinns gebracht, bis jetzt.
Die Geschichte ist dermaßen verwirrend, dass mir jetzt noch der Kopf schwirrt. Plötzlich auftauchende Figuren (Maja) Text-Passagen, die aus der Luft kommen hunderte von Fäden, die danach schreien, dass näher darauf eingegangen wird. Der Wall zb...Hätte das nicht besser am Anfang stehen sollen, sodass man einmal weiß, wo sich deine Pro. überhaupt befindet? Wer ist Chris, wer ist Maja, wer ist die Fam. Schmid, wer ist die ??behinderte Frau??, wer ist überhaupt deine Figur?

Die Absätze in kursiv, sind vermutlich Gedanken, welche deine Pro. spinnt, richtig? Es wäre nicht schlecht, wenn du das irgendwie vermitteln würdest.
Versuche doch, dich nicht zu schnell ablenken zu lassen und beschreibe einfach eine Person die einen Spaziergang macht und welche Eindrücke sie erhält. Schön beschreiben kannst du ja, wie du bei manchen Stellen bewiesen hast. Ach ja: Setzt man einen Rucksack auf? Ich dachte zuerst wegen dem Regen...
Es kommt mir so vor, als hättest du alles aus deiner Erinnerung geschrieben und jeden Einfall und jede Assoziation welche du mit irgendeinem Bild hattest mit eingebracht.
Nicht böse sein, aber da musst du noch dran schrauben, denn nicht einmal Gott könnte das entwirren.

Sag mal, was fehlt denn deiner Figur überhaupt? Chris? Ach lass nur...

Lg Gem

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#5

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 15.11.2005 21:54
von Motte | 137 Beiträge | 137 Punkte
Hallo Gemini,

also dein Kommentar hat mich ziemlich beschämt.. Wahrscheinlich hätte ich mich etwas mehr in Geduld üben sollen und den Text noch eine Weile ruhen lassen, um ihn später aus der Distanz heraus wiederzulesen und zu überarbeiten.
Ich hoffe mal, du nimmst es mir nicht allzu krumm, dass ich dich genötigt habe..

Die Idee war, dass die Protagonistin Ana einen Spaziergang durch den Regen macht, bei der ihr Erinnerungen in den Sinn kommen, die sie mit Erlebnissen im Regen verbindet und die in irgendeiner Weise mit dem korrespondieren, was sie auf ihrem Spaziergang sieht und fühlt.. ohne das genau zu erklären.
So eine Art innere Monologe, die wie kleine, einzelne Erzählungen gestaltet sind. Diese sollten in den Text wie abeschlossene Episoden eingebaut werden. Es tauchen da zwar Figuren/Namen auf, doch fand ich die genaue Verbindung dieser Figuren mit der Hauptfigur nicht wichtig (also ob es Freunde, Verwandte o.ä. sind). Sie sollten nur eine Rolle in den jeweiligen Textstücken spielen.

Der Haupttext beschreibt nur die Protagonistin, ansatzweise ihren Zustand und den Weg, den sie entlang geht. Dass dabei ihre genaue Verfassung bzw. ihre Beweggründe, ihr Geistesleben nicht klar beschrieben wird, ist auch nicht ganz ungewollt. Ich wollte sie nicht erklären.
Aber du hast definitiv recht, dass viel zuviel im Unklaren bleibt. Du schreibst als Leser, dass man sozusagen garnichts mit ihr anfangen kann.. 0 Identifikationspotenial. Das ist eine klare Aussage und natürlich absolut ein Mangel
Der Text ist wohl auch schwierig, weil er (eigentlich) keine Handlung hat. Ich werd deine Anregung, die Beschreibung des "Szenarios" an den Anfang zu stellen auf jeden Fall aufnehmen und auch die liebe Ana ein bißchen zugänglicher gestalten. :-) ..tja, wennman zuviel auf einmal will..

Danke trotzdem/ gerade deshalb für deine Mühe (weil sie so groß war) und dass du so tapfer bis zum Ende durchgehalten hast!! :-)

Lieber Gruß


P.S. Dass es keine Überleitungen zwischen Haupttext und Einschüben gibt, ist keine Erfindung von mir.
P.P.S. Man muss vielleicht auch Texte mit "Leerstellen" einfach mögen..

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#6

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 16.11.2005 09:14
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Motte

Es tut mir leid, wenn ich dich gekränkt habe, aber schämen brauchst du dich hier im Tümpel für nichts und das sagt dir einer, der schon genug beschämendes hier produziert hat. Erst kürzlich, habe ich unter eines meiner Gedichte geschrieben, dass per harbour in Japan liegt. Also was ist nun peinlicher
Es liegt natürlich in China!
Aber jetzt zu deiner Geschichte:
Du musst ja nicht auf das hören, was ich sage. Ich gehe ja auch nur von meinem subjektiven Empfinden aus. Und ich finde die Story doch sehr kompliziert.
Dass man bei Einschüben nicht unbedingt eine Einleitung braucht ist richtig, aber hier war ich auch nicht darauf vorbereitet und da du die Geschichte in einer Erzählform schreibst und dann übergehst in die Sicht oder die Gedankenwelt der Protagonistin, erschwert das Ganze noch zusätzlich.
Ich sage ja nicht, dass du von der Technik her, oder von der Erzählweise daneben gelegen bist, nur ist das ganze einfach zu wirr, als dass man folgen könnte. Es bleiben zu viele Fragezeichen über.
Mach dir vielleicht eine Art "Grundgerüst" und überlege dir, wer oder was alles darin vorkommen soll und wie genau du etwas beschreiben willst.
Mann kann bei einem Spaziergang beschreiben, dass man einen Schmetterling sieht, weiter kannst du auch noch schreiben, dass er rote Tumpfen auf den Flügeln hat um es noch genauer zu machen, kannst du schreiben woher er wohl gerade geflogen kommt, usw...
Aber je detailierter desto länger wird die Sache natürlich.
Du hast so viele Einfälle gehabt, bist aber kaum auf Verschiedenes eingegangen. Ich würde mich, falls du die Geschichte noch überarbeiten willst, auf das Beschreiben des Spaziergangs konzentrieren und auf die Erinnerung an eine Person (ich schlage da Chris vor, da ich denselben Namen habe )
Was ich auch nicht verstanden habe, ist:
Warum leidet deine Figur eigentlich?
Aber ich sag ja: Ich bin nicht das Maß der Dinge. Du kannst meine Kritik ja auch als spam abtun und fertig.
Böse gemeint war es von mir sicher nicht und hier wird dir auch sonst keiner auf die Füsse treten.

Lg Gem


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#7

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 16.11.2005 13:03
von Motte | 137 Beiträge | 137 Punkte
Hi Gemini,

ich konnte in deinem ersten Kommentar - war ja die unmittelbare Reaktion auf das Geschriebene - sichtlich hören, wie du dir die Haare raufst... und dachte nur.. Au backe!

Zu den Einschüben: bei einer Geschichte ohne Handlung hoffte ich, damit einen Effekt, einen Überraschungsmoment zu schaffen. Überforderung natürlich nicht.
Naja, und mit endlosen Umgebungsbeschreibungen kann man manchen Leser so richtig schön langweilen, aber ok - nichts gegen rotbetupfte Schmetterlinge -... möglicherweise auch sinnhaftere Gedanken daran anknüpfen..

Zur armen unverstandenen Ana: Sie leidet an einer Unzufriedenheit ihrem einförmigen, tristen Leben gegenüber (Schreibtischarbeit, wortkarge Woche) aus dem sie sich nicht mehr auszubrechen traut oder nicht kann (Nase an Fensterscheibe plattgedrückt).
Ein Leben, dass sie sich "früher" ganz anders vorgestellt hatte, auf das sie gewartet hatte, das sich aber jetzt aber enttäuschend unspannend gestaltet.
Der Gang in den Regen soll einen, wenn auch nicht sehr spektakulären Ausbruch darstellen. In den Erinnerungen sollen Momente wieder aufleben, in denen es Spannung, Erfüllung, Glücksmomente, Außerordentliches gab.. was sie erst "jetzt" aus der zeitlichen Distanz heraus erkennt..
Der Regen symbolisiert das Lebendig-sein und unkonventionelles Ausleben von Gefühlen.. versus Abgestumpft-sein: Trocken- und Nüchternheit!

Ok, lieben Dank, dass ich mir hiermit nocheinmal selber klargemacht habe, was ich mit der Geschichte eigentlich wollte.

Mach dir weiter keine Gedanken mehr drüber..

Verregnete Grüße


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#8

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 16.11.2005 13:44
von Ulli Nois | 554 Beiträge | 554 Punkte
Hi Motte,

nachdem ich eben an einem Gedicht von dir etwas gemäkelt habe, möchte ich nun deine Geschichte vor dem Eindruck retten, sie sei kompliziert und unverständlich. Natürlich hat Gemini das Recht, es so zu empfinden - ich empfand es ganz anders (noch bevor ich euren Wortwechsel las). Ich habe mich gut in die Regenstimmung von Ana hineinfühlen können, in ihre Assoziationen und Erinnerungen, und wenn du eine Geschichte über das ziellose Im-Kreis-Gehen schreiben wolltest, ist dir das gelungen.

Über Einzelheiten kann man natürlich streiten. Mir scheint, du hast schon ein paar Änderungen vorgenommen...

Auch hier kübelt es, und in meiner Heimatstadt gibt es auch einen kreisförmigen Wall, auf dem man promenieren kann, und Chris...

Aber genug. Ich freu mich auf weitere Texte von Dir.

Liebe Grüße

Ulli.

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#9

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.11.2005 14:57
von Motte | 137 Beiträge | 137 Punkte

@Ulli
Danke dir hier für die Rückmeldung, das war mir sehr wichtig und hat mich angespornt, den Text nochmal zu überarbeiten und auszubauen.

@Gemini
Ich habe ein paar Anregungen von dir aufgenommen, auch welche, die du garnicht intendiert hast.. Chris - zum Beispiel - spielt jetzt eine bedeutendere Rolle. Das Problem mit den Übergängen hab ich jetzt ein bißchen anders zu lösen versucht, den Bruch zwischen Erzählebene und Anas Innenleben aber beibehalten..

So, der Text hat jetzt eine andere, deutlichere Intention, was ihn hoffentlich etwas mehr spannt und zusammenhält. Ist beinahe eine Liebesgeschichte! Sowas wollt ich immer schonmal schreiben..
Wer noch nicht die Schnauze voll hat, darf´s gerne nochmal lesen und darf auch rummäkeln..


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#10

Regenrunde

in Kurzgeschichten, Erzählungen, Novellen und Dramen. 17.11.2005 15:32
von Knud_Knudsen • Mitglied | 994 Beiträge | 994 Punkte

Hi Motte,
das gefällt mir ausserordentlich, diese feinen Satzkonstrukte fast in der Tradition "Mannscher-Th.Mann" Schreibart und die Einsprenksel aus der Musik, auch der Wechsel von Gegenwart und Vergangenem, Erlebtem, macht Deine Geschichte für mich künstlerisch wertvoll. Da ist Alles drin, Dynamik,Melancholie,Trauer usw. Sehr gut, gern gelesen, wenn auch nicht leicht zu lesen, aber das ist ja auch kein Krimi
Liebe Grüsse
Knud

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