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#1

Es ist angerichtet

in Gesellschaft 05.11.2005 11:25
von Roderich (gelöscht)
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Es ist angerichtet


Ja, ich esse gerne tote Kinder,
lebendig schmecken sie mir nicht.
Ich verzichte liebend gern auf Rinder
und koch’ ein süßes Blutgericht.

Press’ dazu ein Glas Tomatensaft
(zumindest sieht es danach aus).
Solch ein Mahl verleiht mir Lebenskraft,
gestärkt verlasse ich mein Haus.

Tänzelnd zieh’ ich dann zum Andachtsort
und hole mir mein Sakrament.
Wasch’ mich sauber über Jahre fort;
den Pflichten folg’ ich vehement.

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#2

Es ist angerichtet

in Gesellschaft 08.11.2005 12:42
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hallo Rodi
Ich hoff du bist nicht sauer, aber so würde es für mich flüssiger klingen.
Wenn du solche Kritik nicht magst, lass es mich wissen und ich lösch das dann.
Lg Gem


Ich esse gerne tote Kinder,
lebend schmecken sie mir nicht.
Verzichte liebend gern auf Rinder
koch’ ein süßes Blutgericht.

Dazu, ein Glas Tomatensaft
(zumindest sieht es danach aus).
Solch ein Mahl gibt Lebenskraft,
gestärkt verlasse ich mein Haus.

Zieh’ danach zum Andachtsort
hole mir mein Sakrament.
Wasch’ mich sauber über Jahre;
Pflichten folg’ ich vehement.

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#3

Es ist angerichtet

in Gesellschaft 08.11.2005 23:29
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Gem,

ich bin keinesfalls sauer für konstruktive Ratschläge. Da wäre ich ja schön blöd, oder? Vielen Dank für deinen Vorschlag, der was hat. Wenn ich mir das metrisch mal ansehe:

xXxXxXxXx
XxXxXxX
xXxXxXxXx
XxXxXxX

xXxXxXxX
xXxXxXxX
XxXxXxX
xXxXxXxX

XxXxXxX
XxXxXxX
XxXxXxXx
XxXxXxX

Es wirkt metrisch zwar sauber, aber ein wenig uneinheitlich. Außerdem geht bei deinem Vorschlag der Reim V1/V3 in der dritten Strophe flöten. Ist zwar nicht der originellste Reim, aber doch einer.

Jedenfalls vielen Dank für deine Anregungen, aber ich denke, dass ich eher bei meiner Version bleiben werde. (Was aber keinesfalls heißt, dass ich nicht auch in Zukunft sehr dankbar für solche Verbesserungsvorschläge bin, manchmal passen sie einfach perfekt, manchmal bleibt man doch bei der eigenen Fassung).

Grüße

Thomas

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#4

Es ist angerichtet

in Gesellschaft 09.11.2005 11:35
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hi Rodi

Gut, dann erlaube mir, dir meine Fassung zu klauen und meinen Namen darüber zu setzen (bei dem Gewusel im Tümpel merkt das sicher keiner).

Dass du als Österreicher auch so penibel auf der Metrik herumreitest, enttäuscht mich nun aber doch sehr. Bei den Deutschen bin ich das ja gewöhnt, aber bei einem gemütlichen Österreicher? Hm, deswegen gibt es vermutlich auch keine Autos aus Österreich.*

Aber um noch etwas zu deinem Gedicht zu sagen:

Ich denke, dein Gedicht zielt auf die Gleichgültigkeit unserer Gesellschaft dem Leid gegenüber ab. Die Toten Kinder, sehe ich als eine Metapher für das Unschuldige, welches durch unsere Zivilisation permanent zerstört und vergewaltigt wird.
Liege ich in dieser Richtung richtig?

Lg Gem

*Anm.: "Deutsche Autos sind die Besten der Welt!"

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#5

Es ist angerichtet

in Gesellschaft 09.11.2005 20:20
von Roderich (gelöscht)
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Hallo Gem,

Erlaubnis erteilt. Dann kannst du dir Margots scharfsinnige Kritik anhören und nach Verbesserungsvorschlägen suchen. Sie ist da immer sehr streng zu mir, gibt mir die Peitsche. Aber bei deinen Fettpölsterchen (siehe Avatar) dürfest du die Peitschenschläge ganz gut abfedern ...

(Und Margot, wenn du das liest: Bitte nicht falsch verstehen; ich lasse mich gerne von dir peitschen. )

Bezüglich Metrik: Wer hat je behauptet, dass ich ein gemütlicher Österreicher bin? Gut, den Österreicher kann man mir leicht nachweisen, aber von gemütlich war nie die Rede. Mir gefällt's, dass ich hier ausnahmsweise die Metrik mal nicht total verwurschtelt habe, insofen lass' mir den Spaß!

Zu deiner Interpretation: Man könnte dir durchaus Recht geben. Zumindest kann man deine Auffassung am Text festmachen. Allerdings ging es mir allgemein mehr um die Heuchelei in unserer Zeit. Ja, es geht auch darum, dass das Unschuldige zerstört wird, allerdings liegt mein Hauptaugenmerk darauf, dass sich der Mensch dann sogar noch damit brüstet bzw. die Schuld nicht einsieht, da er "mit sich und Gott im Reinen" ist. Laut ihm.

Aber was ich in dem Text sehe, muss ja nicht unbedingt das sein, was du in dem Text siehst. Ist ja schön, wenn es verschiedene Meinungen und Auffassungen gibt.

Grüße

Thomas

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