Kinder, Kinder
Die Mutter badet das Kind bis ans Ende ihrer Dankbarkeit, und es schreit in vielen Lagen, eingewickelt schon vor Tagen oder Wochen, weich wie Seide, weich die Knochen, in das Zelt ihrer Welt. Und Windeln bündeln die kleinen Mündel bis zur Reinheit des öffentlichen Lebens und Strebens nach Sinn und Gesundheit, oder nur bis zur Wundheit des Popos der reifenden Scheißenden. Im gleißenden Mondlicht, da geschieht nicht viel für Kinderaugen und -ohren. Sie sind noch nicht so unverfroren und kennen nicht die Sünden ihrer Mütter und der Väter, dieser Verräter an dem Segen der Elternschaft, schon oft durch Frauen- und Manneskraft dahingerafft, weil er sein Ding reinsteckt, wo immer ihre Wunde klafft und sie im Rauch des Fadenschein' behauptet, anders drauf zu sein, doch nicht in Worte fassen kann, was wirklich anders ist am Mann, ohne bei jedem Jucken bitter auszuspucken, und er sich peinlich sucht zu ducken.
Der Vater trägt das Kind bis ans Ende seiner Überheblichkeit und denkt, jetzt ist es aber Zeit geschwind ins Bett zu gehn für die Kleinen, und ganz nett für den, der seinen Abend, sauer, süßlich oder scharf, dann selbst bestimmen darf, auch wenn die Seinen nicht mehr essen, schlafen oder weinen können. Und er denkt, Hauptsache, dass alle alles heutzutage noch erleben dürfen, die Proleten Austern schlürfen, alle Menschen gleichermaßen sich am Lebensspiel bespaßen, auch wenn Kinder nicht mehr richtig sprechen können, weil's die Eltern ihnen gönnen, und in großen Menschenmengen Leute sich in Stücke sprengen. So scharrt sich jeder um sich selbst, und hat sich dümmlich eingruppiert in die unteilbare Menge eigener Gedankenstränge. Da hat wer nicht aufgepasst, und die Familie wird erfasst. Wenn geschürte Glut dann nicht mehr ruht und böses Blut bald Böses tut, dann wird nach Leibeskraft gehasst.
Auch wenn so manche feuchte Aussprache das Paar wieder vereint bis dann einer mit klappernden Zähnen wieder weint – ob ohne Tränen oder mit ist einerlei - so geht's doch niemals ganz vorbei, egal wie dumm und schlau der eine Kerl, die andre Frau. Und wenn sie zu dem Kind hingucken, sehn sie es so komisch zucken und sagen, „Hör jetzt damit auf!“, doch dabei lernt es gerade Runterschlucken.