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#1

Wenn uns die Dunkelheit umkreist ...

in Natur 20.08.2005 14:52
von kein Name angegeben • ( Gast )
Ringförmig, in vollkommener Gesamtheit, schillernd hell,
strahlt Er über mir mit all seinem Gewicht.
Nicht Er, sondern ich bin es, die klein erscheint
unter seinem leuchtenden Auge.
Verlangen ergreift meine Hand,
die ausgestreckt in die Dunkelheit zeigt.
Zu Ihm - der dort oben verharrt, in alle Ewigkeit.

Treuer Diener der Nacht, gerufen von schöpferischem Geist,
ich flehe Dich an - bitte gehe nicht! Lass mich nicht allein mit der
Helligkeit des Tages. Hülle mich ein in Deine nächtliche Träumerei.

Lediglich Deine Erscheinung bewegt mein Innerstes. Meine Gefühle,
mein Geist, sie schreien nach Deiner dezenten Wärme.
Hörst Du es schlagen, das Herz einer liebenden
Fantastin, die sich schaukelnd zu Dir träumt?

Wie stark auch unser beider Band, verbunden mit unzähligen Nächten
der Zweisamkeit - hat auch dies ein Ende. Du gehst! Meine Kraft nimmt
ab, unsere Schwermut zu, sodass ich Dich nicht länger halten kann ...

... dabei schimmert in mir die bleibende Zuneigung weiter
und meine Hoffnung ersehnt Dich zurück!


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#2

Wenn uns die Dunkelheit umkreist ...

in Natur 21.08.2005 23:14
von muh-q wahn | 834 Beiträge | 834 Punkte
Hi Süßchen und willkommen im Tümpel. Ich kann gar nicht so sehr viel zu deinem Text sagen, da er mir allzu prosaisch erscheint und ich es mit Gedichten habe. Aber bevor hier ein Streit um des Kaisers Bart beginnt, will ich schnell sagen, warum ich doch kommentiere: Unabhängig davon, was es ist, gehst du mir etwas zu nachlässig mit der Sprache um. Folgendes irritiert bzw. stört mich:

Das lyr. Du „strahlt“ mit Gewicht.
Es ist keine Frage, dass das lyr. Ich klein erscheint.
Das Verlangen ergreift die „Hand“???
Nicht „lediglich“, sondern allein die Erscheinung bewegt bereits das Innerste des lyr. Ichs.
Gefühle und Geist schreien nach „dezenter“ Wärme? Das klingt geradezu lächerlich angesichts der ansonsten vorherrschen Überstilisierung des lyr. Du.
Das Band wurde in zahllosen Nächten gebunden oder meintest du tatsächlich, dass euer Band mit diesen Nächten verbunden wurde?
Wie stark auch immer, es hat ein Ende. Wenn „auch dies“ ein Ende hat, frage ich mich unwillkürlich, was noch?
Wenn die Zuneigung weiter schimmert, ist klar, dass sie geblieben ist. Außerdem klingt „bleibende“ Zuneigung, als könnte sie selbständig handeln.

Das sind für meinen Geschmack zu viele sprachliche Unfertigkeiten. Meine Lust ist dann gering, mich mit dem Inhalt auseinander zu setzen.

Nichts für ungut, ist offenbar nicht nach meinem Gusto.
muh

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#3

Wenn uns die Dunkelheit umkreist ...

in Natur 22.08.2005 10:19
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Süßchen,

also, ich sehe hier so eine Art Mondanbeterin als lyrisches Ich. Besonders der Vollmond hat es ihr angetan, wie ich dem ersten Vers entnehme.
Dass das Verlangen die Hand ergreift stört mich gar nicht. Das kann ich mir schon vorstellen. Mich irritieren andere Dinge. Zum einen strahlt er "schillernd hell" mit seinem "leuchtenden Auge", andererseits weist die auf ihn zeigende Hand "in die Dunkelheit". Das leuchtet mir nicht ein.
Ausserdem ist Er einer "der dort oben verharrt, in alle Ewigkeit", zum anderen fleht das Ich "bitte gehe nicht! Lass mich nicht allein..." bis es schließlich bemerkt "Du gehst!" Das sind für mich so unvereinbare Brüche im Bild. Die müßten besser ineinander übergeleitet werden, falls es eine Entwicklung darstellen soll.
Mir leuchten auch die Zeilenumbrüche nicht immer ganz ein. Warum gerade da? Dies erscheint mir so beliebig.
Die Beschreibung der Sehnsucht hingegen gefällt mir ganz gut. Das Verlangen, das die Hand ergreift und in den Himmel richten zum Objekt der Begierde finde ich schön. Es hat etwas von so einer unschuldigen kindlichen Liebe voller Sehnsucht und ohne fleischliches Verlangen.
Hätte auch unter "Mythologisches und Religiöses" oder "Liebe" stehen können. Es hat einige gute Ansätze, ist mir aber auch noch zu roh.
Wahrscheinlich muss man gar nicht viel ändern. Aber ich würde dem ganzen auch einfach noch mehr Struktur geben an Deiner Stelle. Ich fänd's auch nicht schlecht, zum Vergleich noch mehr von Dir zu lesen, um Deine Dichtart vielleicht besser zu verstehen. So überzeugt es mich jedenfalls erst einmal nicht.

So viel von mir.
Ach, ja und willkommen im Forum.

Schöne Grüße
GerateWohl


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#4

Wenn uns die Dunkelheit umkreist ...

in Natur 22.08.2005 16:09
von kein Name angegeben • ( Gast )
Hallo an Muh und GerateWohl,

habt beide vielen Dank für Eure Kritik. Sicherlich muss ich Dir, Muh, recht geben, dass da sprachlich einiges nicht so gut ausgewählt wurde. Ich bin da auch noch in Übung. Es sind mehr die Gefühle, die mich hier geleitet haben und mir diese odere jene Sichtweise darboten. Bitte entschuldige, wenn es nicht nach Deinem Geschmack ist und Du Dich mit dem Gedicht nicht näher befassen möchtest, dann liegt das sicherlich an meiner schlechten Schreibweise.
Auch Dir, Gerate Wohl, möchte ich sagen, dass Du Dir wirklich viel Gedanken zu meiner prosaischen Schreibweise gemacht hast. Das mit der unschuldigen kindlischen Liebe ist tatsächlich gewollt. Es sollte eine reine Liebe sein, die unendlich ist. So wie ich sie auch tatsächlich empfinde. Jawohl, der Mond macht mich mit großer Wahrscheinlichkeit süchtig!!!
Euer beider Kritikpunkte werde ich mir zu Herzen nehmen und beim nächsten Gedicht versuchen mit einfließen zu lassen. Damit Unklarheiten vermieden werden und ein rundes Bild vor Eurem Auge, sowie im Geiste, entstehen kann.

An dieser Stelle wünsche ich Euch noch einen schönen Tag und bis zum nächsten Gedicht!

Liebe Grüße
Süßchen

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