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#1

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 16.08.2005 19:04
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Ich sah dich auf der Straße gehn vor Tagen
und wußte das du`s warst, bevor ich dich erkannt.
Aus Furcht vor deinem Wort hab ich mich umgewandt.
Ich wagte einfach nicht nach dir zu fragen.

Ich bin nun oft an dieser Stelle in der Stadt:
An manchen Tagen sieht man mich, wie ich dort steh,
vielleicht auch sitze nebenan in dem Cafe.
Mein Haar ist etwas wirr, mein müder Blick ist matt

und selten sprech ich, öfters schreibe ich nur Zeilen,
die dich so nett beschreiben, wie ich dich gesehn.
Doch sah ich dich nie mehr an dieser Straße gehn
und trotzdem ist mir so, als müßte ich verweilen.

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#2

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 17.08.2005 13:26
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Richie

Das spricht mich (natürlich) an. Die leise Melancholie nach dem Menschen, den man ein Leben lang sucht und manchmal fast zu sehen bzw. zu finden glaubt. Vielleicht auch eine "alte" Liebe, der man immer noch ein wenig nachtrauert und nie ganz vergessen konnte. Ja, ja – einmal romantisch, ist das nur schwer auszutreiben, schröcklich.

Ein paar Anmerkungen, die mehr dem Text gelten sollen, als der Aussage. Str. 1/Z1 würde ich ein Koma vor ‚vor Tagen setzen, damit der Einschub besser rüber kommt. Str.1/Z 2 nach wusste Koma und ‚dass’. Str.3/Z3 würde ich ‚auf dieser Strasse ....’ schreiben. Ge-xt habe ich nicht, das kannst du selber tun.

Grüsse
Margot

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#3

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 17.08.2005 14:28
von muh-q wahn | 834 Beiträge | 834 Punkte
Hallo Richard!

Das Gedicht hat mir auch spontan gefallen, obwohl es doch so nachlässig geschrieben wurde, das Versmaß wechselt, orthographische Fehler beinhaltet, einfache Reime, Elisionen, Füllwörter blablabla

Auch inhaltlich ist das ein lyrisches Ich-Ich-Ich, welches so selbstverliebt ist, dass es nicht einmal wagt, sich der Gefahr einer Zurückweisung auszusetzen. Eines, dass in seiner schwülstigen Romantik derart gefangen ist, dass es lieber in seinem vermeintlichen Unglück badet, als auch nur einmal etwas zu riskieren.

Also eigentlich ist das ein doofes Gedicht...

und trotzdem ist mir so, als müsste ich verweilen.

Gerne gelesen.

muh

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#4

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 17.08.2005 15:16
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Danke euch Beiden!

@Marge

Ja, es ist furchtbar mit der Romantik. In Gedichten hat man eine wundervolle Spielwiese!
Deine formalen Anmerkungen werde ich gerne übernehmen. Danke. Leider habe ich es nicht so mit der Kommasetzung.

@Muh

Sehr gut erkannt. Zwar nicht beabsichtigt, aber so ist es wohl.
Freut mich sehr, daß dir das Doofe trotzdem gefällt.

Liebste Grüße an Euch!
Richard

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#5

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 21.09.2005 18:29
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hi Richi

Sehr sehr traurig...aber schön

...wusste, dass du`s warst...

Lg Gem

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#6

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 21.09.2005 19:00
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Danke, Gem!

*lach

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#7

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 21.09.2005 19:39
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Nach meinem Empfinden hat das Ich hier ganz heftigen Singlefrust und trauert schon so flüchtigen Begegnungen nach. Ich kenne so ein Gefühl, wie ich zugeben muss.
Schön poetisch beschrieben. Gefällt mir.

Grüße
GerateWohl

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#8

Ich sah dich

in Düsteres und Trübsinniges 26.09.2005 18:29
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte
Hi Rich

Auch beim nochmaligem Lesen, verspürte ich Gänsehaut.
Ich kenne dieses Gefühl. Du hast es sehr schön in Worte gefasst.

Lg Gemini

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