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#1

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 01.06.2005 12:23
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Verwirrendes Knäuel aus Gedanken,
sie stürzen ins nächtliche Blau,
im Flechtwerk verästelter Ranken,
verstrickt sich mein tastendes Tau.

So such' ich in haltlosen Weiten,
halt Wache am ufernden Rand,
die Dunkelheit will mich begleiten,
sie reicht mir die schwärzende Hand.

Die Zeit rinnt durch schlaflose Stunden,
ach Liebste, ach wärst du nur hier,
ich hätt’ ihn so gerne gefunden,
den einen Gedanken von dir.

So füg' ich mich, rastloses Streben!
Und nähe im Saume der Nacht,
verspinne in wallendem Weben,
den Faden den du mir gebracht.

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#2

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 03.06.2005 19:14
von kein Name angegeben • ( Gast )
Keine Ahnung, ob es irgendwelche formalen Kritikpunkte gibt.

Ich glaub ich kann diesen Zustand gut nachempfinden, der im Gedicht beschrieben wird.

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#3

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 04.06.2005 23:09
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Hi Xander,

ja das kennt man, glaube ich. Auf jeden Fall konntest du dem lyr. Ich schon mal nachempfinden.
Ist halt so ’ne Sache mit der Muse, nie da wenn man Bock auf Knutschen hat.

Möcht’ wissen wo es sich ständig rumtreibt, das Luder.
Na ja, vielleicht in dieser Nacht.
Werde mal die Augen offen halten ....


, Velazquez


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#4

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 05.06.2005 17:29
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Hi Velazquez

Heute finde ich wohl nur Texte, die mir gefallen. Es gibt so Tage, da findet man alle schön und an anderen alle ..... (fängt auch mit 'sch' an) .

In der ersten Zeile passt die Silbenzahl inkl. der Metrik nicht. Normalerweise stört mich das nicht gross, aber wenn es bereits zu Anfang holpert, dann finde ich es schade, weil, es ist wirklich ein ansprechendes Werk. Ich kenne das Gefühl und du hast es gut eingefangen und widergegeben. Gern gelesen.

Gruss
Margot

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#5

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 05.06.2005 18:30
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Ja, Margot,


ich wusste genau, dass die erste Zeile mit der Silbenzahl hakt.

Doch so hilf mir mal : Liest und spricht man nicht "Knäul", also einsilbig?

so würde es bei mir dann wieder passen... ,
wenn ich mich da jetzt aber irren sollte, so würde ich es nochmal ändern....



LG; Velazquez



edit: im Übrigen bin ich heilfroh, dass mich dein Posting an einem
besseren Tag erreicht hat.... ... wer weiss wie das sonst ausgefallen wäre...

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#6

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 05.06.2005 21:59
von Margot • Mitglied | 3.053 Beiträge | 3053 Punkte
Ich verstehe, ehrlich gesagt, deinen Nachtrag nicht. Ich meinte doch nicht deine Werke, sondern allgemein halt. Kennst du das nicht, dass du an einem Tag alles Mist findest (inkl. den eigenen Werken) und an anderen Tagen siehst du nur Tolles? (Künstler sind auch immer so wahnsinnig empfindlich!) Anyway .....

Also, ich spreche Knäuel schon zweisilbig aus, aber ich bin ja keine Deutsche, das müssen wohl die Einheimischen beantworten.

cheers
Margot

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#7

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 05.06.2005 22:18
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Margot,

*lach....streich' diesen dämlich formulierten Kommentar
im edit einfach...

*koppschüttel....da hast du mich nämlich mißverstanden...
ich meinte doch nur im allgemeinen..scherzhaft und überhaupt....
also...nein, dein Posting ist natürlich absolut in Ordnung und Kritik ist immer erlaubt... auch an schlechten Tagen(die hat ja wohl jeder)...


so, und jetzt weitermachen...


LG, Velazquez



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#8

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 06.06.2005 07:35
von Wilhelm Pfusch • Administrator | 1.955 Beiträge | 1940 Punkte
Also bei aus spricht mers glaub I einsilbig us, wie "Kneul." Halt a wengl dialektisch das Ganze

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#9

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 06.06.2005 09:07
von DOCC (gelöscht)
avatar
Hi Vela,
nur ganz kurz: morphologisch heißt es in der Tat "Knäu-el", also eigentlich zweisilbig. Eine Verkürzung auf "Knäu'l" wäre unschön. Aber der alte deutsche Wortschatz kennt auch "Knäul" (auch wenns nicht mehr im Duden steht)! Hier ein paar Beispiele:

Der verworrene Knäul unsers Schicksals ist aufgelöst! (Quelle: Friedrich Schiller - Die Räuber )
Oder
"Ich dächte, Sie sagten endlich etwas", sagte Jakobine zu Walten, an dem sie statt der Zunge den Rest mobil machte, indem sie ihr Knäul fallen ließ und es am Faden halten wollte. (Quelle: Jean Paul - Flegeljahre)
Oder
Er sprang aus dem verworrenen Knäul heraus und schlug, ganz allein vorgehend und aus Leibeskräften, mit einem Trommelstocke den Sturmmarsch. (Quelle: Theodor Fontane - Wanderungen durch die Mark Brandenburg)

Wenn Dir Knäul nicht gefällt, dann nimm doch Wust oder so, wäre aber nicht so treffend...
Liebe Grüße von
DOCC

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#10

Des Nachts

in Düsteres und Trübsinniges 06.06.2005 13:02
von Velazquez | 315 Beiträge | 315 Punkte
Hmmm,

also vielen Dank erstmal Will & DOCC.
Ich bin im Moment am Grübeln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand tatsächlich die zweite Silbe sprechen würde. Habe es jedenfalls noch nie gehört. Das Wort spricht sich dann (für mich) so saudoof unrund, dass es geradezu zu einsilbiger Aussprache verdammt ist.
Das ’e’ schreit doch förmlich ’Schluck’ mich!’….

Ist irgendwie so ein Zwitterwort.

Ich würde jedenfalls immer nur ’Wollknäul’ und nie ’Wollknäu(j)el’ bestellen….

Die Frage ist nun, sollte ich mich nun an die prominenten ’Knäul“ halten (thx DOCC) oder ’Knäuel’ schreiben und hoffen das man es so liest, wie ich es auch lese (was ja nicht allgemeingültig zu sein scheint)….dann würde eindeutig ersteres in Frage kommen.


Na ja, vielleicht starte ich mal eine bundesweite Umfrage wie sich’s wo ’knäu(e)lt’, würde mich mal interessieren,

,Velazquez

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