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#1

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 27.02.2005 14:22
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Zu tollem Tanze zieht es mich:
Wild mich heut im Kreis zu drehn,
Flammenreigen zu bestehn.
Ah- Denn zu Tode lieb ich dich!

Dein heißer Augenblick ist roh
und auch dein grober Handschlag zerrt.
Kein Weg ist heute uns versperrt.
Mein Herz brennt nunmehr lichterloh.

Dein zügelloser Griff ist hart,
die dunklen Feueraugen kalt.
Ergeb mich ganz in die Gewalt:
Ich sterb heut gern auf diese Art.

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#2

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 02.03.2005 13:29
von olaja (gelöscht)
avatar
Zu tollem Tanze zieht es mich:
Wild mich heut im Kreis zu drehn,
Flammenreigen zu bestehn.
Ah- Denn zu Tode lieb ich dich!

xXxXxXxX, 8 a
XxXxXxX, 7 b
XxXxXxX, 7 b
xXxXxXxX, 8 a


Dein heißer Augenblick ist roh
und auch dein grober Handschlag zerrt.
Kein Weg ist heute uns versperrt.
Mein Herz brennt nunmehr lichterloh.

xXxXxXxX, 8 c
xXxXxXxX, 8 d
xXxXxXxX, 8 d
xXxXxXxX, 8 c


Dein zügelloser Griff ist hart,
die dunklen Feueraugen kalt.
Ergeb mich ganz in die Gewalt:
Ich sterb heut gern auf diese Art.

xXxXxXxX, 8 e
xXxXxXxX, 8 f
xXxXxXxX, 8 f
xXxXxXxX, 8 e


Dein Tanzlied fliesst. Die Abweichungen in der ersten Strophe erkläre ich mir folgendermassen: Genau in diesem Moment, in welchem die Sehnsucht und der Wunsch am grössten ist zu tanzen, will die Form den Gedanken des lyr. Ich Nachdruck verleihen.

Ah- Denn zu Tode lieb ich dich!
Das "ah" wirkt für mich eher platzausfüllend.
-> Denn, ach zu Tode, lieb ich dich! (wäre eine Alternative)

Kein Weg ist heute uns versperrt.
-> Kein Weg ist uns heute versperrt (du beugst dich dem Metrum und darunter leidet hier die Grammatik)

Mir persönlich gefällt das Thema weniger gut, aber das ist eine Geschmackssache. Die letzte Zeile kam für mich überraschend, aber insgesamt passt sie zum restlichen Inhalt.


Lieba Gruess,
olaja

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#3

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 03.03.2005 07:52
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Hi OLa,

erstmal danke für die Analyse.
Ich hoffe doch, dass es fließt. So war es auch gedacht. Mit der Begründung über die Abweichung der ersten Strophe hast du absolut recht.

Das "ah" war nicht platzausfüllend gedacht. Es sollte mehr ein Ausruf der Leidenschaft sein. Dass es platzausfüllend wirkt ist natürlich shit. Dann ist die Absicht verfehlt und wirkt nicht so wie ich wollte.
Zu "Kein Weg ist heute uns versperrt. ": Grammatikalisch ist das m.E. vollkommen korrekt. Etwas altmodisch vielleicht, aber ok.

Dass das Thema dir nicht gefällt ist klar, du Unschuldige, du!

Thanks a lot und Gruß
Richard

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#4

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 03.03.2005 13:42
von olaja (gelöscht)
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Tja, ich beneide Sie, werter König. Es sitzen bestimmt mächtig viele, hübsche Hofdamen (und leckere Ritter) an Ihrer Tafelrunde...

Das "ah" wertete ich auch als "Ausruf der Leidenschaft" wie Ihr es so schön ausdrückt und man hierzulande als "aufstöhnen" bezeichnet. Ich sehe schon, Sie leben förmlich in der Zeit des Mittelalters und bei Ihnen sind wohl selbst noch Ausdrücke wie "kein Weg ist heute uns versperrt" gebräuchlich. Die neue Rechtschreibung wird Ihnen vielleicht noch das Fürchten lehren.
In meinem schönen, abgelegenen Dorf wird auch die Grammatik anders aufgefasst und im sprachlichen Gebrauch könnte ich mich niemals mit Ihren gepflegten und gebildeten Worten messen. Verzeiht!



Eines muss ich noch anmerken: Der Inhalt ist wirklich gut dargebracht, in Sprache und Bilder. Dass mir die Thematik nicht sehr zusagt, kann man einerseits meiner Unschuld zuschreiben oder aber meiner Vernunft: In den Armen meiner Gesundheitsvorsorge zu sterben (siehe meine Sig), stelle ich mir als nicht sehr erstrebenswert vor.


Liebe Grüsse,
das neuzeitliche Dorfkind

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#5

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 03.03.2005 14:08
von muh-q wahn | 834 Beiträge | 834 Punkte
@olaja:

Und was ist der Inhalt ? Du hast bislang geschrieben, das Thema gefiele dir weniger gut (was der Dichter verständlich fand) aber der Inhalt sei wirklich gut dargebracht, in Sprache und Bildern. Ansonsten hast du nur zur Strophe 1 festgestellt, dass der Wunsch des lyr. Ichs zu tanzen, darin formal unterstützt werde. Mithin geht es in dem Gedicht um den Wunsch zu tanzen und meinethalben dann auch noch den Tanz selbst und dieses Thema gefällt dir nicht !? Aber gut dargebracht ist es.

Ich kann das nicht erkennen. Vermutlich geht es wirklich wieder nur um das Tanzen, ich werde mich hüten, mehr darin sehen zu wollen aber es fällt doch folgendes auf:

Z3: Flammenreigen
Z5: heißer
Z8: brennt ... lichterloh
Z10: Feueraugen

... und am Schluss wird gestorben.

Sollten die ganzen Feuer-und-Flamme-Bilder wirklich nur den geilen Tanz und/oder den rattenscharfen Sex beschreiben, dann würde ich das ärmlich, weil millionenfach abgewichst empfinden. Da sollte also tatsächlich mehr drin sein. Aber das behalte ich für mich. Ihr sagt ja auch nichts.

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#6

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 03.03.2005 14:27
von olaja (gelöscht)
avatar
Läuft mir da einer hinterher?

Die Thematik sagt mir nicht zu. Warum: Leidenschaftlich zu tanzen und sich dann zu wünschen, in den Armen des Geliebten (oder der Geliebten) zu sterben ist nunmal nicht meine Wellenlänge. Es ist eher mittelalterliches Gedankengut. Vielleicht bin ich auch einfach noch zu jung.

Der Inhalt ist aber gut in Bildern dargebracht. Warum: Die Sinne werden angesprochen. Der Autor arbeitet mit Adjektiven, malt die Momentsituation aus. Beispiel: "und auch dein grober Handschlag zerrt"
Schwachpunkt in dieser Hinsicht wäre meines Erachtens, dass nicht sehr viel zum interpretieren bleibt. Die Metaphern zwar schön, aber auch klar dargebracht sind. Für mich ist es ein Tanz zweier Geschöpfe. Ob sich nun das lyr. Ich in einen Teufel oder in einen "gewöhnlichen Geliebten" (Geliebte) verliebt hat, darf sich jeder Leser selber aussuchen. Zentral ist der Tanz, ein Tanz in dem das lyr. Ich ganz in den Flammen des lyr. Du aufgeht, ihm völlig erliegen ist und sogar bereit ist, zu sterben.

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#7

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 03.03.2005 17:34
von Richard III | 865 Beiträge | 865 Punkte
Jeder kann sehen darin was er möchte, ich werde mich hier an Muh-Qs Worte halten und mich ebenfalls hüten, meine eigenen Zeilen zu interpretieren (und ausnahmsweise versuchen einmal nicht "absolut" zu sein).
Wichtig ist schließlich nur, was darin gesehen wird.

Ob ich nun meiner Männlichkeit Tribut zolle und zugebe, daß ich hier ganz gradlinig und triebgesteuert nur "millionenfach Abgewichstes" im Kopf hatte oder ob ich ein "mittelalterliches" "Verliebtsein" in was auch immer anstrebte darzustellen oder vielleicht doch etwas ganz Anderes, vielleicht sogar etwas Tiefsinnigeres, weniger Abgewichstes, wer weiß?
Vielleicht weiß ichs selbst gar nicht und wäre froh, wenn man etwas fände, dass mir beweißt, dass meine Werke etwas mehr als nur gut "streichfähig" wären.

Erstmal habt Dank für "eure" Auseinandersetzung mit meinen bescheidenen Zeilen.

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#8

Tanzlied

in Liebe und Leidenschaft 03.03.2005 17:38
von muh-q wahn | 834 Beiträge | 834 Punkte

Zitat:

Richard III schrieb am 03.03.2005 17:34 Uhr:
Vielleicht weiß ichs selbst gar nicht und wäre froh, wenn man etwas fände, dass mir beweißt, dass meine Werke etwas mehr als nur gut "streichfähig" wären.



Ich könnte es dir beweisen aber ich habe auch darauf keinen Bock mehr. Ich werde künftig nur noch ästhetische Gesichtspunkte bewerten und den Rest mit mir selbst abmachen. Ab sofort ist 1. Sinnebene Trumpf und alles weitere out of bounds !

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