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#1

Schleierschwaden

in Düsteres und Trübsinniges 14.01.2005 14:30
von Feaníl (gelöscht)
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Schleierschwaden, nass und kalt,
Meine Fäuste, gelb, geballt
Herz lässt Boden, ohne Halt
Dumpfes Lachen laut erhallt

Magst Du Deine bess’re Welt?
Hoffe, dass sie Dir gefällt.
Heidenreich, ganz ohne Geld,
Furchtbar das Gesicht entstellt

Sarges letzter Nagel passt,
Warst nur allen lang verhasst.
Wolltest fliehen, doch nur fast
Stille bleibt, ist taube Last

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#2

Schleierschwaden

in Düsteres und Trübsinniges 14.01.2005 21:55
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
hallo limmerick.

1 ich stelle mir deine zeilen gerade als einen kinderreim vor. also, mit der sorglosigkeit und fröhlichkeit eines kindes im sprechgesang vorgetragen. dann hat es für mich was faszinierendes.

2 ansonsten 3hebiger trochäus mit männlicher kadenz.
-> dies läßt verse z.t. abgehackt klingen ->bsp. str3/v4, str1/v2 .. oder nicht unbedingt abgehackt, aber kompakt in seinen bildern, schnell treibend.

punkt 1 und 2 sind m.E. der grund, warum der inhalt ein wenig vor dem lesenden auge verschwimmt... ich z.b. konzrierte ich eher auf rhythmik. der jeweils doppelte paarreim macht es da nicht leichter.. aber, wie gesagt, das stört mich im grunde nicht. sollte aber (der vollständigkeit des ersten eindrucks wegen) gesagt werden.

inhaltlich: hier wird eine gewaltszene dargestellt, die in der ersten linie vom lyr. ich ausgeht. im weiteren verlauf jedoch gliedert sich das lyr. ich in eine gemeinschaft ein -->str3/v2. doch mit der tat bleibt das lyr. ich allein, und somit auch mit der last, die an ihm haften bleibt (str3/v4).

so weit, erst einmal
grüße.
arno.

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#3

Schleierschwaden

in Düsteres und Trübsinniges 14.01.2005 22:49
von Feaníl (gelöscht)
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zu 1
nunja, schnell sollte es ja sein. zu einem kinderreim passt aber die sprache allgemein nicht sonderlich, oder? (weiß ja wie du's meinst)
zu 2
S1 erzählt aus sicht des opfers
S2+3 sicht des täters

3hebiger trochäus mit männl. kadenz. siehst du, über solche sachen denke ich nicht nach. ich schreibe, es kommt raus wie's will und manchmal passts, manchmal nicht.

inhaltliche ergänzung: direkte gründe vor diesen mord, außer "warst nur allen lang verhasst" werden nicht angegeben. der täter erscheint mir wie ein stupider totengräbersgehilfe, nicht nachfragend nach gründen, er mach einfach nur seine arbeit. und auch einen mord. vielleicht bekommt er dann nen keks mehr am tag, eine woche lang.

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#4

Schleierschwaden

in Düsteres und Trübsinniges 15.01.2005 01:04
von Arno Boldt | 2.759 Beiträge | 2758 Punkte
bzgl. kinderreim: nun, stimmt schon, die sprache paßt nicht.. aber habe ihn mir in form eines irren vorgestellt, der ihn vor sich her singt. dann paßts wieder.

str1 sah ich aus sicht des täters.. der selbst auch eine art opfer (der gemeinschaft) ist (in die er sich in str3 reinredet).

aber zumindest denkt der täter drüber nach. er findet das gesicht des opfers "furchtbar" entstellt. --> brutalität, aber auch zugleich entsetzen über das ausüben dieser.

ein stupider gehilfe ist er. aber für mich eben einer, der seine tat sieht und tlw. bereut: s.a. letzter vers (str3).

grüße.
arno.

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#5

Schleierschwaden

in Düsteres und Trübsinniges 15.01.2005 05:04
von Feaníl (gelöscht)
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"ein stupider gehilfe ist er. aber für mich eben einer, der seine tat sieht und tlw. bereut: s.a. letzter vers (str3). "

dann ist ja alles so angekommen wie's sollte.

nun nur noch die allg. interpretation und alles ist gut. aber das erübricht sich mittlerweile bestimmt.

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