Kjub, Du hast in letzter Zeit zu intensiv Worte nach den Bildern von Munch gesucht, scheint mir *lachtlaut*
Hallo Gemini,
mir ist das "uns" am Ende ein wenig zu aufgesetzt; stärker käme mir vor, wenn die Singularität des lI auch in der Angst betont bleibt, und das Ganze nur in der Übertragung zur Gesellschaftsskizze würde. Letzteres ist es ja eigentlich ohnehin durch das Draußen, dass doch recht vielschichtig gezeichnet wird. Allein erlebte Angst ist meiner Ansicht nach auch beeindruckender und ist es nicht letztendlich bedrückend, sich zu fragen, ob der eigene Blickwinkel kein verzerrter ist, als sich in einer Masse bestätigt zu sehen?
"Hände verschränken" hat auch etwas trotziges in sich; ggf. wäre auch da ein feinfühligeres Wortgefüge tragender? Ich zumindest sehe das lI da hilflos die Hände umeinander nesteln, nervös, auf Ablenkung bedacht, vielleicht auch ein wenig in Abwehrhaltung, aber jedenfalls nicht mit verschränkten Armen, oder Händen - da würde ich noch mal nachdenken wollen, auch wenn mir das passende Verb grad nicht auf der Zunge liegt.
Der Einstiegsvers ist saugut, weil darin mehr liegt, als der verkehrte Blick durch den Spion; das Ein- und Ausschließen, Gefängnis und Burg fallen mir zum Beispiel dazu ein. Auch die Reihenfolge von aufgeplatzen Nähten und Faustschlag hat charakter, immens viele Bilder möglich zu machen und das ist das, was ich an Deinen Texten sehr schätze: Man kann lange nicht aufhören, Kurzfilme draus zu entwerfen.
k
Nina