#1

Lieber Franz-Josef Wagner,

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 26.03.2009 10:24
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte

Kennen Sie Wagner?

Seit Jahren gönne ich mir den Grusel die Post von Wagner zu lesen. Franz Josef Wagner ist ein Kolumnist der Bild Zeitung. Seine Kolumnen sind Briefe an die lieben Prominenten oder diejenigen, die ins Fadenkreuz und auf die Seiten der Amokjournailsten von der Bild Zeitung geraten sind. Das kann dann auch mal den Papst treffen. Aber immerhin verschafft es Ihnen und mir Gelegenheit die Sache mit Aids, Kondomen und Liebe mal ganz grundsätzlich von F.J.Wagner erklärt zu bekommen:

In Antwort auf:
Lieber Bendekit, […]Gott kennt kein Kondom. Gott kennt nicht die Antibabypille. Die Botschaft des Papstes ist: Vermehrt Euch. Alles andere sind Dazwischenquatscher von Familienministerien und Weltkongressen.
Für mich denkt der Papst in einer höheren Ebene. Er denkt, dass Aids mit Liebe zu besiegen sei. Er denkt, dass Herumvögeln nicht im Sinne Gottes ist. Er denkt, dass wir Menschen Respekt voreinander haben müssen. Dem Papst geht es nur um die Liebe. Die Definition von Liebe.

Genau, Franz-Josef, Herumvögeln ist nix für die Menschen und den Afrikaner und sowieso nix für die Liebe. Mal ganz grundsätzlich gesagt: Wer nur ficken will, dem darf der liebe Gott den Arschkrebs verpassen. Schon klar. Alles andere sind Dazwischenquatscher. Pinscher oder verirrte Samariter. Wer Kondome nach Afrika schickt, wird die Hoffnung aufgeben müssen jemals dort wie Loth in Sodom und Gomorrha auch nur drei gerechte Bimbos zu finden. Und dass kann ja nun wirklich nicht gerecht sein! Für ein höheres Ziel auf einer höheren Ebene, darf man nicht, nur wegen etwaiger Verluste, den Schwanz einziehen. Jawoll. Der Platz an der Sonne oder rechts neben Papst, den gibt’s nicht umsonst. Frag die Kinder von Winnenden – den hat Wagner auch Post geschickt.


Wenn die Liebe verloren geht, das wissen der Papst und Franz-Josef, wenn die Liebe verloren geht, dann ist alles aus. Welch dunkle Zukunft die Schwulenmetropole Deutschlands – Köln – vor sich hat, dass wissen wir Dank Josef Wagner und seit den Bohrungen im Kölner Untergrund und dessen dunkler Folgen nun auch:
In Antwort auf:
Liebe Kölner, […] Was ist Archiv? Archiv ist das Protokoll unseres Lebens. Im Archiv befinden sich unsere Tränen, unsere Hoffnungen. Das Archiv ist auch eine Form von Heimweh.
Ihr Kölner müsst ab jetzt in einer Leere leben. Das Museum Eurer Erinnerungen ist tot. Es gibt kein Zeichen von Leben.

Köln ist tot. Allerhöchsten die Totgeweihten grüßen noch. Und ich verstehe jetzt auch, nachdem ich die höheren Zusammenhänge kapiert habe, die tieferen. Es ist das ewige Duell Weiß gegen Schwarz, Gut gegen Böse. Wagner führt das am Inzest-Monster Fritzl nochmal grundsätzlich aus:
In Antwort auf:
Böser Fritzl [sic][…], Im Prozess gegen Josef Fritzl haben wir die Dunkelheit gesehen, das Böse. Wir haben in den Abgrund einer menschlichen Seele gesehen. Wir haben die Verderbtheit gesehen, wir haben das Gegenteil des Guten gesehen, wir haben den Teufel gesehen. Wir haben gesehen, was alles in uns sein kann. Teufel und Engel.

Das wird jetzt knifflig. Wagner stößt an Grenzen. Zunächst einmal ist es unglaublich schwer in einem schwarzen Loch, einen Abgrund zu erblicken, ja, bei der Abwesenheit von Licht überhaupt etwas zu erkennen. Wagner spendet uns aber mit seiner Feder, seinen Gedanken Licht, als sei er eine Taschenlampe. Er zeigt uns das Böse, den Teufel. Vergesst Mephisto: Fritzl ists. Aber in dieser schwärzesten Seele, der tiefsten Dunkelheit gemahnt uns das Licht Wagners:
In Antwort auf:
Wir haben gesehen, was alles in uns sein kann. Teufel und Engel

Da heißt es aufpassen, dass man nicht auf die falsche Seite gerät! Aupassen, das jenes FritzlfickenmitKondom Virus – obwohl es der Fritzl, Josef ja katholisch korrekt kondomlos mit der Tochter getrieben hat – nicht an der eigenen Weiß- wie Reinheit kratzt. Wenn das doch geschehen sein sollte, dann ist guter Rat teuer oder jeder Schweizer Finanzweltverschwörer willkommen:

In Antwort auf:
Liebe Schweiz, […] Die DDR hatte Bankkonten in der Schweiz, der KGB, der CIA. Die Nazis finanzierten ihren Krieg über die Schweiz. Die Schweiz ist eine Geldhure. Der Rohstoff der Schweiz ist die Geldvermehrung. Für die Schweiz stinkt Geld nicht. In den Tresoren der Schweiz wurde das Geld der Holocaust-Ermordeten gefunden. Eure Banken haben Geld damit verdient. Zum Verhältnis Schweiz Deutschland will ich abschließend sagen: Keine Vergangenheit ist ideal. Unsere bestimmt nicht, aber eure auch nicht.


Ja,ja das ist schon diabolisch. Diabolisch gut. Zum einen beweist Wagner, dass selbst wenn man selbst oder in der eigenen Sippschaft so ein Fritzlmonster zu verantworten hat oder hatte und bis zu den Ohren in der Jauche schwimmt, trotzdem jeder klug oder wagnermäßig beraten ist, weiter ordentlich Jauche zu verspritzen.
Ein jeder Haderlump und Heuchler weiß, dass dann schon was hängen bleibt beim Anderen. Man muß nur ordentlich denunzieren, vereinfachen und verunglimpfen. Und der Andere ist ja auch im Zweifel immer der Böse. Der Böse lebt in Sodom und Gomorrha und der Böse wird vom Erdboden vertilgt.
Wie war das, Herr Wagner? Was macht die Schweizer Hure Babylon noch mal? Das ist wirklich unglaublich:
In Antwort auf:
Die Schweiz ist eine Geldhure. Der Rohstoff der Schweiz ist die Geldvermehrung. Für die Schweiz stinkt Geld nicht.


Ja, das ist doch wieder eine Vergasung wert oder, Franz-Josef? Hähä, da leugnet man nichts und stellt hinten rum doch den Persilschein aus. Clever, lieber Wagner, wirklich clever.
Aber die Schwarzweißmalerei scheint Grenzen zu haben, bzw. funktioniert nur auf höheren Ebenen auf denen nur der weißgewandete Papst und Sie, lieber Wagner, wandeln. In der Reailtät, da quatschen halt zu viele dazwischen, da ist das Böse oder die Liebe und das Gute stets verwaschen und das erkennen Sie ja auch aufrichtig an, lieber Franz-Josef.

In Antwort auf:
Liebe Opelaner[…]was für ein Scheißleben, durch die Werkstore zu gehen und nicht zu wissen, wie lange sie noch offen sind. Wenn Opel stirbt, dann stirbt die Sicherheit.


Dann hilft weder ein Kondom, noch kein Kondom, geschweige denn des Wagners kleine Taschenlampe mit dem Licht des Guten mehr.


PS: Wagner schreibt täglich in der Bildzeitung seine Briefe. Alle Zitate von dort.

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#2

RE: Lieber Franz-Josef Wagner,

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 26.03.2009 10:53
von oliver64 • Mitglied | 352 Beiträge | 352 Punkte

Hallo Brotnic2um,

es ist tatsächlich unfassbar, was da offenbar täglich(?) in der Blödzeitung steht. Ich habe die seit bestimmt 20 Jahren keines Blickes mehr gewürdigt und bin jetzt nur anlässlich Winnenden auf die Online-Seite gegangen (und musste kotzen), aber ich hätte sollen. Der Typ ist ja ein gemeingefährlicher Volksverhetzer ersten Ranges, da braucht es ja gar keine Neonazis mehr. Oh Mann, ich hoffe, dass zutrifft, was mir jemand erzählte, der sich im Zeitungsgeschäft ein wenig auskennt: Danach soll dem allgemeinen Blödleser Politik und Ähnliches reichlich Schnuppe sein. Jedenfalls erklärte mir dieser Mensch den rasanten Auflagenverfall der Bild im letzten Jahr mit dem Umstand, dass die Bild eben "zu politisch" geworden wäre.

Wie gesagt, ich kann nur hoffen, dass dieses Gift nicht in die Köpfe der Mehrheit der immer noch vielen Hunderttausende Leser dieses Schweineblattes sickert bzw. diese dann zu blöde sind, es auch nur bis zum nächsten Tag zu behalten. Vielen Dank jedenfalls für diese Glosse. Sie bewahrt mich davor, solche skrupellosen Arschlöcher wie Döpfner und Diekmann zu verkennen. Die sind für mich auch teuflisch, selbst wenn ich normalerweise nicht in solchen Kategorien denke. Schlimmer als dieser Geiferer sind sie allemal, denn sie wissen, was sie tun. Vermutlich weiß Wagner es auch, nur scheint der mir eher Triebtäter zu sein, als kalt berechnender Geld- und Machtmensch.

Mir fehlen die Worte. Dir nicht und daher noch einmal bedankt!

Oliver





Gedichte und Kommentare in allerbester Absicht

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#3

RE: Lieber Franz-Josef Wagner,

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 26.03.2009 12:57
von Margot • Mitglied | 3.054 Beiträge | 3055 Punkte

Wir sind ein Hort von Reichen, die man schröpfen muss, weil wir unseren Reichtum auf illegale Weise erreicht haben. Schliesslich hat jeder von uns seine eigene Privatbank, in der wir täglich unser Geld zählen, das wir den anderen abgeknöpft haben. Am geilsten ist immer noch dasjenige, welches wir irgendwelchen Opfern aus der sterbenden Hand gerissen haben. Das wird speziell gekennzeichnet. Oder dasjenige, das dunkle Staatsoberhäupter - in weiser Voraussicht - einbunkern, sollten sie plötzlich gestürzt werden. Auch sehr gern gesehen ist solches, welches clevere Regierungen, Promis oder sonstiges Gesocks unter Nummern-Konti lagert. Wir nehmen alles! Schliesslich haben wir ja sonst nichts. Und von etwas müssen wir doch auch leben. Wusste der deutsche Zeitungsleser das alles bis anhin denn nicht? Nein? Dann bin ich aber froh, dass es solche Kolummnisten gibt, die ihre gut recherchierte Wahrheit unverblümt unters Volk streuen. Denn, genau wie die Amis, muss ein Land schliesslich schauen, dass es sein rechtmässiges Geld wieder kriegt. Schliesslich sind es ja genau die paar Millionen, die die Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen. Ganz klar! Wer gut informiert ist, hat mehr vom Leben ... grosses Indianerehrenwort!


Die Frau in Rot

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#4

RE: Lieber Franz-Josef Wagner,

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 27.03.2009 12:20
von Arno Boldt | 2.760 Beiträge | 2760 Punkte

Der Wagner, der aus den besten Zutaten die vergifteste Pizza machen würde und das nahezu täglich unter Beweis stellt, ist immer recht gut geeignet für eine Zusammenfassung. Der alternde Traumtänzer weiß nämlich am nächsten Tag schon nicht mehr, was am Vortag ihm entfleucht ist. Oder es interessiert ihn nicht. Also entweder demenziös oder Verfechter des Raubtier-Kapitalismus'. Hauptsache, das Honorar ist auf dem Konto, wen interessiert dann noch der Inhalt im Vergleich? Heute hü morgen hott. Mich würde da interessieren, ob so ein Texter denn überhaupt Freunde haben kann. Ist es ein rein finanztechnisches Gebären oder lebt er diesen Ton auch privat? Weiß er heute nicht mehr, welchen Kumpels und Kumpelinen er morgen treffen wollte, oder ist dann grad das Wetter so dolle, dass es ihm scheiß egal ist? Je mehr ich mich da hineindenke, desto schlechter ist es, dort wieder hinaus zu kommen. Und wenn ich mir die Frage stelle, ob ich diesem Menschen wirklich gedanklich näher kommen will, so muss ich das entschieden verneinen. Viele haben es schon versucht, manche mit Sicherheit erfolgreich. Und auch dieser Text, Brot, ist auf der sicheren Spur, etwas aufzuzeigen, dass selbst im showcharakterlichen Journalismus-Bereich nichts zu suchen hat - weil diese Wagner-Texte keinen Charakter (im moralischen Sinne) haben.

Viele Grüße,
arno


http://arnoboldt.wordpress.com/
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#5

RE: Lieber Franz-Josef Wagner,

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 27.03.2009 15:18
von Brotnic2um • Mitglied | 645 Beiträge | 645 Punkte

Ich bitte Euch um Verzeihung,
dass ich Euch diesen Wagner vorstellen musste, weil ich ihn selbst nicht mehr ausgehalten habe.

Natürlich hoffte ich, dass Margot, als schweizer Fraktion des Eliteratums? Terrariums? E-Tums? genügend angepiekt sein würde, was bei ihrer stets vorgetragenen Panzerung ja nicht leicht ist, um die Schweiz verteidigen zu wollen. Ich habe heute morgen wieder gelernt - im Fernsehen - dass die Schweizer immer Angst hätten, dass sie erobert werden würden, aber wie mir Margots Kommentar bestätigt, wehrhaft geblieben sind. Trotz ihrer sprudelnden Konten .

Ob dieser Wagner aber so einflusslos im größten deutschen Massenblatt herumschwafelt, so wie ich im besten Literaturforum uff der janzen Welt herumschwadroniere, das hoffe ich so, wie Du anscheinend, Oliver. Aber sprachlos bin ich letzlich auch. Triebtäter scheint er zu sein; gemischt mit den Zutaten, die Arno hier erwähnte. Und genau diese Mischung, dieses Bild von diesem Kerl und all das Zeugs, was er - nicht unbegabt und von nicht wenigen Kollegen auch bewundert - so von sich gegeben hat in einem schon zu lange dauernden Journalistenleben, da musste ich gleich denken: da geht doch was. Der Wagner ist kein Baby Schimmerlos, der Wagner ist ja politisch. Ein schwarzbraun gefärbter, wegen zuviel Konsum von irgendwas stets sein Gedröhn vergessender Quixotte - ohne liebenswert oder in irgendeiner Form erstrebenswert zu sein. Vielleicht geht da doch nichts.

Aber was ich bei Dir, Arno, nicht verstanden habe, ist Dein Schluss:

In Antwort auf:
Und auch dieser Text, Brot, ist auf der sicheren Spur, etwas aufzuzeigen, dass selbst im showcharakterlichen Journalismus-Bereich nichts zu suchen hat - weil diese Wagner-Texte keinen Charakter (im moralischen Sinne) haben.


Ich bin ja gerne auf der Spur und häufig irre und verlaufe ich mich auch, aber bei obigem Satz bin ich komplett auf dem Holzweg: ich verstehe nicht, was Du sagen willst. Arno, hilf mir bitte auf die Sprünge.

Gruß
Brot.



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#6

RE: Lieber Franz-Josef Wagner,

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 28.03.2009 15:33
von Arno Boldt | 2.760 Beiträge | 2760 Punkte

Hallo Brot, mit "aufzeigen" meinte ich doch, dass du etwas aufdeckst - und zwar bei den Wagner-Texten. Du bist ihm gedanklich nahe gekommen, um diesen Text schreiben zu können. Das wollte ich damit sagen.


http://arnoboldt.wordpress.com/
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#7

RE: Lieber Franz-Josef Wagner,

in Kommentare, Essays, Glossen und Anekdoten 27.04.2009 14:59
von gheggrun | 377 Beiträge | 377 Punkte

Hallihallo, Brotnic2um!

Gern möchte ich an dieser Stelle die zwei Schlußzeien zitieren, weiß aber nicht, wie's geht.
(Bei"Edit" erscheint immer Dein ganzer Text im Antwortfeld.)

Wenn den Wagners "Kondome, oder keine Kondome" nicht mehr helfen
-wenn es je soweit kommen sollte-, dann helfen immer noch
Bullenkordone, hinter denen die Wagners sich immer noch in Sicherheit wähnen können.

Gratuliere zur Aufdeckung des allg.Sprachmißbrauchs, in diesem Fall durch die studierten Profigehirnwäscher.


Hastanirwana
GHEG
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