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#1

Im Januar

in Natur 13.01.2010 15:12
von mcberry • Administrator | 1.035 Beiträge

.
Sacht fallen Kristalle auf niedrige Hecken,
auf Zäune und Häuser mit Simsen und Gauben,
verstecken die Dächer schalldicht unter Decken,
verzieren die Giebel mit schneeweißen Hauben.

Erbittert fegt Eiswind ein Tief in die Fluren.
Verschneit liegen Dörfer. Die Wege verwehen,
behindern bisweilen Versorgungsstrukturen.
Gefroren am Boden Trittspuren von Rehen.

Im Hinterhof reißen die überaus vollen
Müllsäcke, verschütten die Reste von Festen.
Darin picken Elstern an Knochen und Knollen.

Wo Mäuse sich munter am Camembert mästen,
beschnuppert ein Rehbock Rollkuchen und Stollen.
Getrockneter Mistelzweig schmeckt ihm am besten.


zuletzt bearbeitet 15.01.2010 00:16 | nach oben scrollen

#2

RE: Im Januar

in Natur 13.01.2010 18:42
von perry • Mitglied | 834 Beiträge

Hallo mcberry,
eine schöne Winter-, bzw. Feiertagsimpression, wobei der kritische Seitenblick auf die Müllflut nicht fehlt.
An einigen Bildern könntest du noch etwas feilen:
"fegt Eiswind sein Tief" -> das Tief gehört nicht dem Eiswind, sondern eher umgekehrt.
"Versorgungsstrukturen" -> ungenauer Bezug, Versorgungsengpässe wäre sinnhafter, wenn auch nicht reimgenehm.
"Müllkästen" -> wo nennt man die Mülltonnen Kästen?
LG
Perry

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#3

RE: Im Januar

in Natur 13.01.2010 21:46
von mcberry • Administrator | 1.035 Beiträge

Danke der Beschäftigung mit dem holprigen Text, lieber Perry.

Noch denke ich darüber nach.
Wenn dem Eiswind das Tief nicht gehört, kann das Possesivpronomen (s)ein fallen.
Aber einem meteorologischen Begriff gehört der Wind doch auch nicht. Je mehr ich
darüber nachdenke, desto idiotischer finde ich die Zuordnung und verfalle erst einmal
in Schreckstarre.
Ein Engpass war nicht angedacht. Der Winter kommt hier nicht entbehrungsreich einher.
Zu den Versorgungsstrukturen zähle ich z. B. die Feuerwehr und eben die Müllabfuhr,
die nicht reinfahren kann usw.
Die Mülltonnen wären leicht einzusetzen. Im Sprachgebrauch gibt es neben Mülleimern
auch - kästen und - container für große Behälter auf Rädern vor dem Haus.

Die Binnenreime kamen mir entgegen, weil sie dem kombinierten Überfluß/Mangelsyndrom
unserer Konsumgesellschaft zu entsprechen schienen. Ein Thema, das mich zunehmend
interessiert, vllt weil es auch witzige Seiten zeitigt. LG mcberry

14.01.10 Einen Tag später sehe ich klarer: Stimmt wohl so, wie du gesagt hast.


zuletzt bearbeitet 14.01.2010 12:48 | nach oben scrollen

#4

RE: Im Januar

in Natur 20.01.2010 20:37
von Alexa | 254 Beiträge

Hallo mcberry,

inhaltlich ein zugänglicher, verständlicher Text, der mir auch durchaus gefällt. Im gesamten wirkt er aber auf mich noch etwas verkrampft. Das liest sich alles etwas abgehackt, was womöglich auch an den Reimen und der Interpunktion liegt. Für mich sind es aber vorwiegend die Bilder, die in fast jeder Zeile wechseln und mir nicht erlauben, mich hier wirklich nieder zu lassen. So hab ich bereits in der ersten Strophe mit einer Menge an Eindrücken zu kämpfen und das Bild der zugedeckten Dächer mit Schlafhaube am Giebel geht mir fast unbemerkt da durch.

L.G. Alexa


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#5

RE: Im Januar

in Natur 07.02.2010 14:37
von mcberry • Administrator | 1.035 Beiträge

Dankeschön, Alexa ....

Nach Überarbeitung einiger Stellen entsprechend Perries Kommentar hat sich
die Lage insgesamt etwas entspannt. Aber es sind zu viele Bilder. Hätte vllt
doch einen Prosatext daraus machen sollen. Liegt mir auch mehr. LG mcberry


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