Streit
Die Daumen
in deinen Fäusten heißen
Wut.
Kohleaugen speien Glut gezielt in
meine Richtung.
Eine Lippe schwindet schmal
vor den Zähnenhaaren,
eine stiehlt sich sichtlich fahl
vom Gebiss - welch Sakrileg.
„Du büßt mir jetzt dafür!“
Wirre Strähnen weisen Tränenpaaren
ihren Weg.
Dann öffnet sich die Hand. Mit Gier
reisst sie an der Wohnungstür -
ein Fluch, ein Knall -
ein Ruheschwall -
betrifft mich alles nicht!
Dein Weinen nicht, dein Geifern nicht,
dein wutverzerrtes Zorngesicht -
betrifft mich alles nicht!
Ich mache, gleichgültig genug,
die Heizung aus in meinem Blut
und öffne eine Zeitung.
Ich lese dort, ich lese hier,
die Lettern fallen zum Visier -
ein Blick streift doch die Klinke.
Also weiter: Seite vier.
Ich lese. Les ich? Nein, ich hinke.
Jetzt suche ich die
Karikatur,
zerknülle die Augen, bleibe stur,
schließe das Visier und versinke:
„Ab Seite vier bleibe ich hier!“
Bis Seite sieben wär ich geblieben,
nur mein steifes, störrisches Tier
will zu dir, will zu dir, will zu dir.