Zitat von der.hannes
vergraben breiten papageien
ihren bunten federschmuck in die dunkelheit
ihr krächzen verhallt in hohlen quadern
die das rauschen des flügelschlags fingen
der biss ihrer scharfen schnäbel findet
im hartholzsarg keinen widerpart
auch am tag schlafen sie
unsere traumflüge der wiederkehr
hallo hannes
hier werden bunte tropische Vögel bestattet. allein die Vorstellung, einen gefüllten Sarg davon in die Erde zu betten spielt ihre Reize aus: alles lebenslustige, frohe, luftige, laute und lärmende wird verschwinden. die Gegenwehr wird erfolglos bleiben. die kräftigen Schnäbel werden das Hartholz des Sarges nicht zerspanen können.
solch trübsinnigen Gedanken kommen unweigerlich auf beim lesen.
allerdings passt mir gleich zum Einstieg das "vergraben" nicht in dieses Bestattungsritual. so als wäre es nicht angemessen genug, verstehst du? vergraben will mir eher zu verscharrt gehören.
lieber hätte ich stattdessen begraben oder beerdigt gelesen.
und das letzte Zeilenpaar ist schwach. es wirkt verbraucht und erscheint überflüssig. warum soll ich, Leser, erklärt bekommen wofür diese Papageien herhalten? für Tagträume, für "Traumflüge" mit oder ohne "Wiederkehr"? nein, danke (fast weigere ich mich die zwei Zeilen beim erneuten lesen anzuschauen)! damit versetzt du nämlich den guten drei Strophen einen trivialen Leberhaken,
so dass der schön aufgelaufenen Lyrik schlagartig die Luft wegbleibt.
warum darf ich mir nicht selbst was aussuchen für deine tropischen Papageien?
Gruß
Alcedo