Was tut man nicht alles für einen gesunden tiefen Nachtschlaf!
Bekanntlich ist nichts der Gesundheit und Schönheit förderlicher als ein ruhiger, pausenloser, lang andauernder Schlaf. Um Ihn zu erlangen gibt es viel mögliches und unmögliches Rüstzeug.
Da wäre zunächst die Nachtmaske zu nennen, die schwarzsamtig ihrer Trägerin durchaus einen Anflug des Verruchten zu verleihen vermag. Außerdem sorgt sie für die, dem Einschlafen so förderliche, Dunkelheit. Sie sollte griffbereit neben Ihrem Schlaflager platziert sein, im Falle, dass der Mond oder auch die Nachttischlampe des Bettnachbarn Ihnen auf den Sehnerv geht.
Ohrstöpsel dienen zur Geräuschreduktion. Diese erweisen sich gleicherweise als hilfreich, wenn der Straßenlärm als Nachtlied unwillkommen oder die Musik der angrenzenden Wohnung nicht mit ihrem Profil oder Geschmack kompatibel ist. Gegen das dumpfe Dröhnen des Basses nützen diese allerdings wenig bis gar nicht. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass sich hier auch Komplikationen ergeben können. Erwischt man Stöpsel, deren Größe proportional zu den Ohren unverhältnismäßig groß sind, ploppen sie bereits nach kurzer Anwendung heraus und legen den Gehörgang wieder frei. Somit ist man erneut sämtlichen Geräuschangriffen ungeschützt ausgeliefert. Benutzt man allerdings zu Kleine, die Dank präziser Feinmotorik gewindeartig im Ohr zu verschwinden vermögen, benötigt man erfahrungsgemäß die Hilfe des besagten Bettnachbarn um diese nach dem vollständigen Versinken im Gehörgang wieder zum Vorschein zu bringen.
Neben diverser Tabletten, an die man sich allzu schnell gewöhnen kann, hört man immer wieder von Milch oder Gerstensaft als Wundermittel. Diese, im erwärmten Zustand getrunken, sollen zu einer baldigen Müdigkeit und ungehindertem Tiefschlaf führen.
Doch alles Bemühen um die verdiente Nachtruhe ist zum Scheitern verurteilt, wenn der stumme Schlafräuber Sie besucht.
Effektiver als der bewährteste Wecker, der lautstärkste Höllenlärm, das geräuschvollste Schnarchen ist dieser starre durchdringende Blick in absoluter Lautlosigkeit. Erst nehmen Sie ihn nicht wahr, nur ein unbeschreibliches Unwohlsein bemächtigt sich Ihrer und wirft Sie unwillig im Bett hin und her. Doch der Schlafräuber kennt keine Gnade, macht keine Pause. Letztendlich werden Sie wach und geben dem Willen des Räubers nach, der in Form einer Katze, eines Hundes oder auch eines kleinen Kindes über Sie kommen kann.
Alle Bemühungen, die Schlafräuber davon zu überzeugen, ihre Tätigkeit zu unterlassen oder zumindest die Zielperson zu wechseln, bleiben in den meisten Fällen ohne Wirkung.
Unveröffentlichten Statistiken zufolge sind die gesundheitlichen Schäden zufolge Schlafmangels, der durchs Wach-glotzen verursacht wird, gleichzusetzen mit dem Schlafmangel zufolge Überfüllung des ventriculus (dem Muskel zur Speisezersetzung) zur vorgerückten Stunde oder anhaltenden Schluckaufs.