#1

dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 08.02.2011 22:09
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte

alles sein dieses
wandeln über wasser
stürzt weiter über
kaskaden in tiefen
deren grund
unergründlich bleibt
die hoffnung auf
zutauchen in anderem
sein und sei es nur
dich hinter all dem
fallenden zu erahnen

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#2

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 09.02.2011 20:26
von mcberry • Administrator | 3.230 Beiträge | 3490 Punkte

Hallo Perry,

den ersten Vers, dieses "alles sein" finde ich schwer einzuordnen.
Bewegung wird nicht eingeleitet. Eine Suche nach Ganzheit will sich für mich nicht daraus erschließen.

Vom Wasser wandeln über die Kaskaden bis ins Unergründliche ge"fällt" mir die Assoziationskette gut.

Wiederauftauchen in einem parallelen Gewässer könnte ich als geneigter Leser unproblematisch.
Aber wo"zu" getaucht? (Ist "Zutauchen" ein Terminus Technicus unter Tauchern?)

Die Verse beschreiben eine Suche: LI stürzt sich ins Wasser, um einer Annäherung willen: LD als fehlende Hälfte zur Ganzheit. Wasser als Medium der Flexibilität, Reinigung, um jenseits radikaler Veränderung neue Möglichkeiten zu findnen.
Ein traditionelles lyrisches Thema in knapp gehaltenen modernen Gewandt. Sehr gerne gelesen - mcberry

zuletzt bearbeitet 09.02.2011 20:27 | nach oben

#3

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 09.02.2011 22:39
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte

Hallo mcberry,
schön dass du dich an dieses Wortbedeutungsspiel eingelassen hast.
Der Einstieg funktioniert am besten, indem man den Titel zusammenhängend mitliest. Getrennt wirkt das "alles sein" etwas stark verdichtet.
"zutauchen" ist kein Begriff aus der Tauchersprache, obwohl man mit einiger Fantsie dafür sicher eine Anwendung finden könnte. Ich werde es deshalb besser getrennt schreiben.
Danke für den Hinweis und ja, es geht um eine Suche nach dem fehlenden Anderen.
LG
Perry

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#4

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 10.02.2011 11:46
von Rubberduck | 558 Beiträge | 558 Punkte

Ja, so habe ich es auch gelesen. Titel und Gedicht gehören zusammen.
Bin dicht hinter dir getaucht, um die Strömungen zu spüren.

Man muss schon abtauchen, hineintauchen, um Nähe zu spüren. das Wandeln auf Wasser verstehe ich hier als Oberflächlichkeit.

Gefällt mir sehr, nichts verwässert, alles tiefblau....

LG
Bärbel

zuletzt bearbeitet 10.02.2011 11:47 | nach oben

#5

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 10.02.2011 21:09
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte

Hallo Bärbel,
schön, dass du dich mitfallen lassen hast.
Das Bild mit dem "Wandeln auf dem Wasser" ist einerseits oberflächlich, andererseits aber auch spirituelles Sprungbrett in Tiefen, die uns die Nähe zu anderen Welten spüren lassen.
LG
Perry

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#6

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 10.02.2011 21:31
von Mila (gelöscht)
avatar

Hi perry,
also ich les' das so: weg mit dem Messiastum und den Prophezeihungen, die uns erstarren lassen, obwohl wir gar nicht wissen, ob sie eintreffen. Selber springen! Selber Tun! Auch auf die Gefahr hin, unterzugehen, oder nicht das zu finden, was man konkret erhofft. Aber der Versuch ist es wert. Allemal!
Liebe Grüße von Mila

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#7

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 10.02.2011 22:21
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte

Hallo Mila,
da bin ich nah bei dir, auch wenn ich der spirituellen Seite doch mehr, wenn auch einen offeneren, Raum geben würde, als so manche Religion.
Danke fürs "selber springen" und LG
Perry

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#8

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 10.02.2011 22:34
von otto | 637 Beiträge | 645 Punkte

Also Papperlapapp. Wie immer wissen wir nicht, was uns vorkommen wird. Bleibt wie üblich Spekulatives, ersatzweise
Glauben, jeder mit seinen Gebeten... und Amen. Wo bleibt das Neue? Ein pathetischer Textabgang, der zum Weiterdenken aufruft, aber nicht einmal missionarisch, keine Orientierung anbietet. Alles wie gehabt. Das meine ich nicht als Vorwurf, denn mehr scheint mir von Menschen nicht denkbar. Aber bitte: dann nicht so tun als ob. Schreib es doch aus, und schreibe klipp und klar, dass die Ahnung substanzlos bleibt. W i r wissen nicht. Zugestanden, wir haben Bedarf zu wissen. Weil wir es nicht können, ahnen wir uns an d a s heran, das uns bequem ist: Güte von einem angenommenen Schöpfer, der, gäbe es ihn, uns mindenstens eine Ahnung ließe, zu dem was uns ängstigt: das Nichts. Bestenfalls wäre der Beitrag Balsamlyrik. Mir nicht.

Alles andere ist pseudointellektuelles Schwafeln aus Verzweiflung in Angst oder Esotherik mit grauem Haarknoten als Zeichen von angeblicher Weisheit. Aber, wie behauptet: ich weiß nicht.

Liebe Grüße,
otto.

zuletzt bearbeitet 10.02.2011 22:45 | nach oben

#9

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 10.02.2011 23:07
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte

Hallo Otto,
du scheinst einer kargen Lebenseinstellung zu huldigen, wenn man deinen Komm so liest.
Lyrik, zumindest meine, erzählt keine Weisheiten oder Lebenslügen, sie versucht eher aus einer persönlichen Sicht zu reflektieren und Tore aufzustoßen. Es liegt allein beim Leser diese zu durchschreiten.
Wenn du den Text als "Balsamlyrik" verstehst, hast du vermutlich "das stürzt weiter über Kaskaden in tiefen" nicht gelesen oder nicht verstehen wollen.
Keine Sorge, ich nehme dir dein Engagement nicht übel, aber etwas mehr konstruktive Betrachtung würde sowohl Autor wie auch Leser gut tun.
LG
Perry

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#10

RE: dies kann nicht

in Liebe und Leidenschaft 11.02.2011 08:38
von otto | 637 Beiträge | 645 Punkte

Ja Perry!

Ich hoffe Deine persönliche Sicht einigermaßen zu erkennen. Ich fand nur das, was Deine Betrachtung aus meiner Sicht
zu relativieren scheint: " ahnen und hoffen". Das klingt mir sehr auf der Suche nach Gott in sich selbst und nimmt den ersten Zeilen die Schärfe. Ein schöner Text ist Dir gelungen, sympathisch finde ich, dass Du vorbehaltlos zu ihm stehst.

Liebe Grüße und danke für Deinen Kommentar, den ich gerne annehme.

otto.

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