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#1

Missionierender Atheist

in Mythologisches und Religiöses 13.04.2011 14:55
von otto | 411 Beiträge

Schon immer waren es die Schriftgelehrten,
die uns zur Bibeltreue mahnten
und wußten, dass wir glaubend immer ahnten,
sie schrieben nicht gelebten Glaubenswerten.

Die Priesterkaste, Lehrer und Propheten
erschufen Gott, ums schwache Volk zu gängeln,
verrieten sich mit ihren eignen Mängeln,
verstanden sich auf Regeln, frommem Beten.

Sie wußten viel und lehrten elitär,
wenn ihre Macht bedroht war, angegriffen,
wer dachte wurde gleich zurückgepfiffen,
bei Strafe blieb er so gedankenleer.

Wer kann die salbungsvollen Herren leiden?
Der denkt, nicht glaubt, muß ihren Umgang meiden.

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#2

RE: Missionierender Atheist

in Mythologisches und Religiöses 13.04.2011 21:56
von Gedichtbandage • Mitglied | 370 Beiträge

Hallo OttO,

tut mir leid, muss es ganz kurz machen:

S1
Z1 Schriftgelehrten - nicht die, eher die Pflichtverkehrten?
Z3 glaubend?
Z4 schrieben - lebten?

Die 2. Strophe ist mir zu viel. Zu stark unterstreichend, was jeder (2.?) denkt. Freiheit... sowohl als auch...

S3
Da geht es mir fast wie in der 2. nur das Wortspiel >angegriffen< weicht das Missionierte auf.

Der Rest, ja, wie soll ich's sagen, siehe S2, S3... es wirkt ungelenk, überzeichnet, plakativ, obwohl es das nicht ist, schwarz-weiß-verkehrend... Negativ... die ewig gleich zweifelhafte Litanei... damit bist Du in jedem Fall dem Titel gerecht geworden!


Die Entwicklung, welche nach der 1.Strophe nicht einsetzte, das mangelnde Feine der im Wunden herumstochernden Fingerspitzen fehlt, mir.


Gruß
Gb.


_________________________________________________________
>> Du verdammter Sadist:
Du versuchst deine Leser zum Denken zu zwingen.<< - E. E. Cummings zu Ezra Pound

zuletzt bearbeitet 13.04.2011 21:57 | nach oben springen

#3

RE: Missionierender Atheist

in Mythologisches und Religiöses 13.04.2011 22:30
von otto | 411 Beiträge

Liebe Gedichtbandage!

Ja natürlich, es ist ungelenk, überzeichnend, plakativ. "Obwohl es das nicht ist." Also ist es doch. Und soll so sein, denn es soll ja missionarisch sein. Litanei? Ja es soll- anklagen. Aufklärung will anklagen. Nicht das Feine, nicht die Fingerspitzen sollen ran. Sondern Aufklärung, grob, ungeschlacht, ohne jene Rücksicht, die das Unerträgliche relativiert, Abrechnung eben. Alles andere, Bemängelte soll bleiben. Wie Du schreibst: Auch ich versuche zum Denken zu zwingen. Ich halte das für keinen Makel der Toleranz.

Danke für Deinen Kommentar,

Gruß otto.

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#4

RE: Missionierender Atheist

in Mythologisches und Religiöses 14.04.2011 21:56
von Gedichtbandage • Mitglied | 370 Beiträge

Hi OttO, Tach auch!


Das ist, als würde mit einem Holzhammer die EINE Wahrheit eingebläut. Sozusagen für Flachdenker.
Mein Empfinden. Zu lang, zu massiv, aggressiv, zynisch.

Wo ist der Platz für Dein - meinetwegen dem des lyr. Ichs/dus/er/sie/es - Gegenüber die eigenen Windungen zu aktivieren?
Kein Raum zu denken, Wände, die trennen, abkapseln, isolieren. Jeder für sich.
Hau drauf - bis das der Tod euch scheidet!?


Na denn, -
hierzu werde ich niX mehr sagen -
schönen Abend noch,
Gb.


_________________________________________________________
>> Du verdammter Sadist:
Du versuchst deine Leser zum Denken zu zwingen.<< - E. E. Cummings zu Ezra Pound

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#5

RE: Missionierender Atheist

in Mythologisches und Religiöses 15.04.2011 10:15
von otto | 411 Beiträge

Liebe Gedichtbandage!

Bereits mit dem Titel habe ich darauf hingewiesen, dass es kein differenzierender Text ist. Das ist so beim Missionieren. Gerade deshalb richtet sich der Text nicht an " Flachdenker", sondern an solche, die zu differenzieren verstehen. Genau diese Differenzierung habe ich bei einem von Dir erwartet. Der Protagonist des Textes missioniert seine Ansichten. Gebe ihm Raum zum Denken, zertrümmere seine Wände, breche die Kapseln auf, hole ihn aus der Isolation. Dann wäre er mit Dir zusammen. Aber Du legst das Gedicht nur antidialektisch beiseite, so kann niemand zum Denken angeregt werden. Nicht nur draufhauen, gegendenken. Nix mehr willst Du dazu sagen? Na so schnell habe ich Dich nicht sprachlos erwartet.

Liebe Grüße ins Wochenende.

otto

PS.: Ich hoffe, dass Dich das Gedicht nicht persönlich beleidigt hat.

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