#1

sayonara

in Minimallyrik 24.07.2011 12:58
von chip | 402 Beiträge | 388 Punkte

zeichne mein leben
auf den fächer aus papier
winke zum abschied

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#2

RE: sayonara

in Minimallyrik 24.07.2011 14:11
von mcberry • Administrator | 3.042 Beiträge | 3077 Punkte

Sehr nett von dir. Lieblingschip,

dem Minimallyrikforum einen neuen Beitrag zu senden. Von beinahe düsterem Charm und dieser Ernsthaftigkeit getragen, die dir so eigen sind. Tiptoppes Haiku, will mir scheinen. Sei bedankt HG - mcberry

zuletzt bearbeitet 25.07.2011 17:46 | nach oben

#3

RE: sayonara

in Minimallyrik 24.07.2011 21:50
von phlox | 172 Beiträge | 172 Punkte

ja, das hat etwas vom geist des haiku mit seiner traurigkeit und seinem bewußtsein von der vergänglichkeit allen lebens.
schön bildhaft ist es auch, obwohl mich das winken etwas stört, weil man mit einem fächer eigentlich nicht winkt, sondern sich fächelt oder sich dahinter verbirgt oder ein heimliches zeichen gibt - hätte mir da etwas ... "japanischeres" gewünscht.
gefallen tut es mir aber trotzdem.

gruß von phlox

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#4

RE: sayonara

in Minimallyrik 25.07.2011 12:14
von Rubberduck | 558 Beiträge | 558 Punkte

Hallo Chip,

man sollte es ja nicht für möglich halten,
aber so ein ganzes Leben hat wohl Platz
auf einem einzigen Fächer.

Sehr konfuzius, dein haiku

Lg
Rubber

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#5

RE: sayonara

in Minimallyrik 26.07.2011 19:22
von chip | 402 Beiträge | 388 Punkte

hallo mac, phlox und rubberduck

freut mich immer, wenn so ein minitext ankommt, denn sie sind nicht so einfach, wie sie scheinen.

dieser bezieht sich auf den spielfilm sayonara von 1957. der fächer passt nicht zum winken, natürlich,
japaner verbeugen sich. der clash der kulturen sollte zum ausdruck kommen. wer weiß denn, ob sie
glücklich geworden sind. damit ihr aber glücklich werdet, hier noch als zweitversion: der papierfächer

male mein leben
auf einen papierfächer
der tusche aufsaugt

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#6

RE: sayonara

in Minimallyrik 26.07.2011 20:33
von phlox | 172 Beiträge | 172 Punkte

nein, nein, die zweite version macht mich nicht glücklich, chip, ich finde sie nicht halb so poetisch wie die erste.
leider kenne ich den film nicht und wußte nicht, daß das haiku sich auf ihn bezog.
habe überlegt, wie man eventuell den bezug zum film und den kulturellen unterschieden nahelegen könnte - vielleicht dadurch, daß man den titel als titel eines werks kennzeichnet: "sayonara", 1957, und der leser beim googeln auf den film käme? - nur eine idee.

übrigens schätze ich die kleine form und das haiku sehr hoch. die äußerste reduktion ist wahrlich eine kunst für sich.

gruß von phlox

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