Guten Tag, perry!
Noch einer von der 'Reimfraktion' meldet sich hier. Ich sah Dein Gedicht sofort, nicht zu übersehen was beschrieben wird. Die Hinweise sind deutlich: Granaten - Gedärme - nicht starb - steril vegetiere - ob töten wollte - ob so leben will.
Wenn ich auch den Schreiber schätze und respektiere, melde ich mich nicht gerne bei solchen Themen zu Wort.
Für mich sind die Grausamkeiten, das Elend und die Unvernunft, das Leid des Individuums, das dahintersteckt, ein Faktum.
Wir können nicht mehr aufrütteln, wo Tod keine Schlagzeile mehr ist, soferne es nicht gleich um viele Tausende geht; genauso ist es mit dem menschlichen Leid.
Wen könnten wir noch betroffen machen außer uns selbst, die wir doch die Betroffenen sind. Die vernunftresistenten Verursacher können wir nicht ändern. Mit 'vegetiere, niemand fragte, keinen interessiert'
wird die Qual deutlich, zugleich das Desinteresse an ihr, die Oberflächlichkeit und Ignoranz. Das ist leider so, soferne man nicht selbst betroffen ist.
Doch auch dann, selbst bei verständnisvollstes Mitfühlen und bestem Verständnis, brächte dieses keine merkbare Linderung. Für Hilfe zu spät, wenn Handlungen geschehen sind, die nicht korrigiert werden können. Einzige Maßnahme kann nur die Verhinderung sein.
Nur ein kleiner und sensibler Kreis wird durch mahnende Bilder angesprochen. An jenen, die am Unglück und an den Folgen beteiligt sind, prallt alles ab. Ich schätze kaum, daß diese hier oder in Publikum sind oder ihr Interesse Richtung Literatur geht.
Mit der Erwartung auf ein fröhlicheres Thema
grüße ich Dich freundlich!
Joame