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#1

Kommt vor

in Philosophisches und Grübeleien 17.10.2011 15:48
von otto | 411 Beiträge

Du singst so fremd,
reist du im tal des anderswo,
dein kleid, bedeckt dir die verstecke,
daneben häutend scheues lächerlich,
was trug dich her?

Was weiß man da,
wo wind der quell für dünengras,
der ruf erschreckt von flügelschlägen
bodennah entflammt, das nackte zeichnen,
wiegst ihm zu schwer?

Erzähl zurück,
davor verebbt der kranichschrei,
so weiß gebrannt, aus lehm gestelltes,
zu früh zerbrachen blaue äste dir,
wem bist du gleich?

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#2

RE: Kommt vor

in Philosophisches und Grübeleien 17.10.2011 19:01
von phlox | 172 Beiträge

Mir kam beim Lesen deines Gedichts ganz unmittelbar die Assoziation "Nachtmahr", ihrer Attribute und Umtriebe, ich weiß nicht genau, warum, aber sie hält sich noch immer - kann daran etwas sein, lieber Otto?

Spricht mich stark an, diese alphafte Bildwelt in Stefan George-Diktion.

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#3

RE: Kommt vor

in Philosophisches und Grübeleien 14.05.2012 20:45
von mcberry • Administrator | 1.201 Beiträge

Zitat
Du singst so fremd,
reist du im tal des anderswo,
dein kleid, bedeckt dir die verstecke,
daneben häutend scheues lächerlich,
was trug dich her?

Was weiß man da,
wo wind der quell für dünengras,
der ruf erschreckt von flügelschlägen
bodennah entflammt, das nackte zeichnen,
wiegst ihm zu schwer?

Erzähl zurück,
davor verebbt der kranichschrei,
so weiß gebrannt, aus lehm gestelltes,
zu früh zerbrachen blaue äste dir,
wem bist du gleich?




Hallo Otto und Phlox,

jetzt, diese Zeilen einmal wieder vor Augen, gefällt mir die scheue Achtung, die dem fremden Gesang gezollt wird,
und das einfühlsame gewahr werden einer Angst vor Entblößung. Die respektvolle Frage eines: "was trug dich her?"

Annäherung so vorsichtig wie ein aufschreckender Vogelschwarm gerade noch ertrüge oder weniger, denn
Flügelschläge erschrecken den Rufer, hinter dem sich ein sonst vollständig zurückgenommenes LI verbergen mag.

Die apokryphen Zeilen S2Z4/5: "bodennah entflammt, das nackte zeichnen, wiegst ihm zu schwer?" übersetze ich mit einem Verzicht auf jede voreilige Festlegung durch subjektive Beschreibung des noch so unvollständig erfassten LD.

S3 erkennt in den gebrochenen blauen Ästen die verletzliche Individualität, bevor mit einer Frage: "wem bist du gleich?" ihre Gattung zu bestimmen nachgesucht werden darf.

Ein guter Text in seiner schlichten aber eindringlichen Sprache. Auch die subtil zerbrechliche Emotion dieser nervös flüchtigen Bilder hatte mehr unmittelbare Resonanz verdient.
Im Nachhinein etwas linkische Grüße von mcberry


zuletzt bearbeitet 14.05.2012 20:51 | nach oben springen

#4

RE: Kommt vor

in Philosophisches und Grübeleien 15.05.2012 00:58
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge

Mehrfach sann ich über Otto's Werk. Ohne Zweifel mit Gefühl und vielen Überlegungen verfertigt, seine Handschrift, die nachdenklich macht. Gerne läse ich seinen Kommentar dazu.
Vielleicht gibt es doch einmal ein paar kurze Worte dazu.

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#5

RE: Kommt vor

in Philosophisches und Grübeleien 15.05.2012 18:16
von Gemini • Long Dong Silver | 2.654 Beiträge

Das Gedicht ist aber jetzt nicht ernst gemeint.


That until there are no longer first class
And second class citizens of any nation
Until the colour of a man´s skin
Is of no more significance than the colour of his eyes
Me say war


Bob Marley

http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

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