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#1

Phantomas

in Philosophisches und Grübeleien 01.11.2011 17:43
von otto | 411 Beiträge

Banntest geister die im grellen tageslicht
manchen neider dir zum konkurrenten macht
doch die nacht sie streute zweifel aus verdacht
weil der schein die wahrheit unerbittlich bricht.

Spieltest stets die erste geige primus vorn
hast im schein der rampe dich bedeckt besonnt
eingeübt war deine rolle höchst gekonnt
eitel liefst du in der falle spitzen dorn.

Bald schon ging es steil bergab ins schweigetal
keine leuchte warst du mehr nur dämmerlicht
eine die mit mitleid heischte armer wicht
alles was fortan du zeigtest marginal.

Jetzt spielst du das ende bist vom frauchen hund
folgsam läufst du an der leine pfoten wund.

zuletzt bearbeitet 03.11.2011 06:57 | nach oben springen

#2

RE: Phantomas

in Philosophisches und Grübeleien 02.11.2011 20:44
von Joame Plebis | 2.565 Beiträge

Guten Tag, otto!

Ein schönes und gekonntes Sonett, das Du hier bietest. Mein Fehler, wenn ich mit Phantomas nicht sehr bewandert bin, deshalb kann ich inhaltlich wenig dazu sagen, sehe nur die gut gewählten Worte und die wohlgefälligen Reime.

Freundlichen Gruß!
Joame

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#3

RE: Phantomas

in Philosophisches und Grübeleien 03.11.2011 06:54
von otto | 411 Beiträge

Phantomas ist ein skrupeloser Verbrecher, der Protagonist in einem Krimminalroman , der mehrfach verfilmt wurde. Im Gedicht steht er für " das sich Verbergende, das Maskierte, das Doppelbödige, den Schein".

Im Gedicht liegt die Betonung mit "Phantomas" nicht auf dem Verbrecherischen, sondern auf der Verstellung, um - im Gedicht- etwas zu sein, das etwas anderes vorgibt, etwas das es nicht wirklich ist. Es geht um Täuschung, die aufgedeckt zu einer Enttäuschung wird und den sozialen Status der Protagonistin zerstört. Als die gespielte Rolle transparent wird, zerfällt das sich hinter ihr Verbergende. Dabei bleibt offen, wo die ursächliche Schuld der individuellen Tragödie liegt. Die Verstellung kann durchaus als ein Mittel der Selbstbehauptung im sozialen Kontext sein, mit der jemand versucht zu bestehen. Im Gedicht scheitert die Protagonistin mit ihrem Verhalten. Die protagonistin wird unterworfen, ist schließlich eine Gegängelte, Gefangene.
Am Ende ist sie eher reizlos für "das Herrchen" geworden, denn jetzt ist sie wie etwas Verdinglichtes. Er kann nach Belieben über sie verfügen, kann mit ihr machen was sie will. Der Zauber der von ihr gebrauchten Reizmittel ist gebrochen. Sie ist den Weg gegangen, der in Domestiizierung endete, nicht in Emanzipation, in gleichberechtigter Partizipation.

Danke für den Kommentar,
liebe Grüße,

otto.
darzustellen, was

zuletzt bearbeitet 03.11.2011 07:02 | nach oben springen

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