#1

jenseits

in Philosophisches und Grübeleien 19.03.2012 17:20
von chip | 402 Beiträge | 388 Punkte

am rande tickender uhrwerke
wo stille übernimmt
dehnt leere sich aus

jenseits schwarzer tore
flimmern farbige lichter
wo bunte masken tanzen
die dämonen zu vertreiben

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#2

RE: jenseits

in Philosophisches und Grübeleien 20.03.2012 21:42
von perry • Mitglied | 1.417 Beiträge | 1417 Punkte

Hallo Chip,
das Jenseits ist ein mystischer Ort und wird oft von religiösen Vorstellungen beeinflusst.
Das LI spürt seine Zeit ablaufen und stellt sich das Jenseits als einen Ort vor, an dem ähnlich wie im Fasching den bösen Geistern mit Tanz und Masken Paroli geboten wird.
Gut gefällt mir der Wechsel von der "Todesstille" hin zu einer erhofften Lichterwelt.
LG
Perry

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#3

RE: jenseits

in Philosophisches und Grübeleien 21.03.2012 19:50
von stray (gelöscht)
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hallo chip,

ich glaube das ist ein meditationstext. die erste strophe beschreibt einen weg sich leer zu machen.

danach erst tauchen farben und formen auf, deren konkrete form nicht vorausgesagt werden kann.
in diesem stadium können wir unseren dämonen begegnen. mit etwas glück auch einem schutzgeist.

in schamanistischen texten werden initiationsriten so beschrieben. nix für ungut. man liest sich stray

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#4

RE: jenseits

in Philosophisches und Grübeleien 21.03.2012 22:06
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte

Am rande tickender Uhren beschreibt für mich, dass es eine Überwelt geben muss. Also ist die Uhr hier ein Symbol der sichtbaren gelebten Welt.
Das schwarze Tor symbolisiert das Eintauchen in eine Geisterwelt.
Guter Text Chip

Gem


[i]Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine[/i]

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#5

RE: jenseits

in Philosophisches und Grübeleien 23.03.2012 17:43
von der.hannes | 1.768 Beiträge | 1750 Punkte

für mich ist das eine auseinandersetzung eines einsamen LyrI mit der belebten aussenwelt.

es grüßt
der.hannes

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#6

RE: jenseits

in Philosophisches und Grübeleien 26.03.2012 13:10
von chip | 402 Beiträge | 388 Punkte

danke der kommentare,

die sache mit der meditation kommt dem impuls sehr nahe, der dem text vorausging.
das will aber nicht heissen, dass man die zeilen nicht auch anders lesen kann darf soll.

eigentlich schmeichelt mir das, wenn mehr drin steht als beabsichtigt. dann könnte ein stück allgemeingültige bedeutung - wie hochtrabend - mit angedacht gewesen sein - das nimmts hoffentlich etwas zurück. tschüs chip

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#7

RE: jenseits

in Philosophisches und Grübeleien 30.03.2012 23:32
von Gemini • Long Dong Silver | 3.067 Beiträge | 3067 Punkte

Ich weiß nicht. Beeindruckend sind vermutlich immer die kurz dahingeschriebenen Gedichte. Eigentlich ist ein Gedicht dann gut, wenn die Leser etwas hinein interpretieren.

Gem


[i]Über mich erzählten sie endlose Schrecklichkeiten und Lügen, dass einem schier die Phantasie platzen wollte. Offenbar stärkte es sie innerlich, derart über mich herzuziehen, es brachte ihnen Gott weiß welche Art Mut, den sie brauchten, um immer erbarmungsloser zu werden, widerstandsfähiger und regelrecht bösartig, um durchzuhalten, um zu überstehen. Und auf diese Weise schlecht zu reden, zu verleumden, zu verachten, zu bedrohen, das tat ihnen ganz offenbar gut.

L.F Celine[/i]

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