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#1

Fragezeichen

in Düsteres und Trübsinniges 30.09.2018 11:40
von gugol | 216 Beiträge | 42 Punkte

müde vom warten
vom bangen und hoffen
müde sogar vom sich freuen

kraftlos vom dasein
vom tragen und stützen
kraftlos sogar vom verstehen

am ende verloren
das handtuch geworfen
ende - am ende ein anfang?

zuletzt bearbeitet 04.10.2018 06:57 | nach oben

#2

RE: Fragezeichen

in Düsteres und Trübsinniges 01.10.2018 09:59
von alba | 504 Beiträge | 410 Punkte

zu müde zu allem gugol

dann ist zeit für den winterschlaf.
die zeilen sind eng aufeinander bezogen kein wort zuviel und alles so stimmig.
jeder kennt die stimmung und wenige können es so sagen. kein wunder daß du hier die preise kriegst.

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#3

RE: Fragezeichen

in Düsteres und Trübsinniges 01.10.2018 10:09
von gugol | 216 Beiträge | 42 Punkte

Freut mich, alba, dass es dir inhaltlich und formal gefällt. Naja, solche Stimmungen kommen und gehen, zumindest bei mir dauern sie nie einen ganzen Winter lang. Und genau deshalb muss ich mich nicht vor ihnen fürchten oder sie leugnen. Ausserdem: Wenn eine Stimmung zum Gedicht wird (insbesondere zu einem öffentlichen), achte ich darauf, dass sie nicht akut ist. Und du siehst, ich bin eine hoffnungslose Optimistin, denn das Ende wollte einfach kein Ende sein. :-)

zuletzt bearbeitet 01.10.2018 10:09 | nach oben

#4

RE: Fragezeichen

in Düsteres und Trübsinniges 01.10.2018 11:05
von Joame Plebis | 3.506 Beiträge | 3391 Punkte

Guten Tag, gugol!

Zu müde war ich, um Dir sofort zu antworten.

Wer kennt nicht, dieses Bangen und Hoffen,
das zermürbende Auf und Ab von Erwartungen und Befürchtungen.
Es raubt nicht nur psychische Kraft, kann sich sogar auf die physische Kraft auswirken und diese schmälern,
bis endlich die Phase des Wartens vorbei ist.

Wie gerädert und ausgelaugt ist der so Geprüfte geschafft, fühlt sich am Ende seiner Kräfte.
Doppelt oder noch mehr als schwer betroffen, erfüllt sich eine Hoffnung nicht!
Die Zeit scheint still zu stehen, Vergangenheit und Zukunft wertlos.

Ein Schlag, der alles bestimmt, mit dem man niedergestreckt wird und jede Aussicht genommen wird.
Wer darin einen Anfang sehen kann, darf sich Optimist nennen.
Es gibt in diesen Momenten nur Schwarz oder Weiß als Farben.

Deine Gedanken sind gut nachvollziehbar.

Joame

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#5

RE: Fragezeichen

in Düsteres und Trübsinniges 01.10.2018 19:30
von chip | 401 Beiträge | 386 Punkte

Zitat
müde /müde vom warten /vom bangen und hoffen /müde sogar vom sich freuen
kraftlos /kraftlos vom dasein /vom tragen und stützen /kraftlos sogar vom verstehen
am ende /endlos verloren /das handtuch geworfen /ende - am ende ein anfang?


sprachlich könnten die zeilen noch etwas besser rutschen, gugol,

damit jede strophe mit ihrem satzfragment s3 vorbereiten hilft und die message mehr betont:
das schließen des kreises als chance.
wozu wortwiederholungen in Z2? dein lI ist doch müde. die sprache darf also skelettiert sein.

müde /vom warten/ vom bangen und hoffen / zu mutlos für freude
( wo kam zwischen bangen und hoffen eigentlich freude auf? )
kraftlos /vom da sein /ertragen der last /zu schwach zu verstehen
am ende /verloren /hingeworfen /vom ende zum anfang
(sorry aber ein geschmissenes handtuch kündet von ärger und einer entscheidung)

nix für ungut, gugol. dein gedicht. ich wollte dir nur mut machen radikaler zu werden. tschüs chip

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#6

RE: Fragezeichen

in Düsteres und Trübsinniges 01.10.2018 20:56
von gugol | 216 Beiträge | 42 Punkte

@Joame: Guter Aufhänger :-) und nimmt dem Text die Dramatik, was mir grade gefällt. Was mir bewusst wird: Echte Schläge sind manchmal fast leichter zu ertragen, als möglicherweise bevorstehende, weil die echten eine Art Starre auslösen, die erstmal vor Gefühlen und Sorgen schützt. Man "funktioniert", Kopfkino kommt gar nicht erst auf. Zum Ende: Was wäre das Leben ohne den Glauben an das Gute und an die Liebe?

@ chip: Nö bin dir doch nicht "ungut"! Entweder hilft Kritik weiter oder dann kann ich sie ja einfach stehenlassen. Tatsächlich wägte ich länger ab, ob es diese Einwort-Z1 braucht. Dein Argument gibt meinem Zweifel Nahrung.
Die Sache mit der Freude ist die: Da sind ja gute Erfahrungen, sonst würde man an etwas nicht bis zum bitteren Ende festhalten. Dann kommt so der Gedanke: Vielleicht kommt die Freude ja auch wieder - aber nein, nicht mal darauf zu hoffen habe ich mehr Kraft, sogar die Vorfreude auf die Freude ist zu anstrengend. Aber so gelesen wie du es tust, ist dein Einwand berechtigt.
Ärger und eine getroffene Entscheidung kommt hin, ja. Aber ist jede Entscheidung immer so definitiv? Am nächsten Morgen ist eben ein neuer Tag.
Danke fürs genau Lesen euch beiden, LG gugol

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