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#1

dämmerung

in Mythologisches und Religiöses 23.11.2018 15:39
von otto | 637 Beiträge | 645 Punkte

kam aus der stille von gestern der sturm
schwang sich ins heute dem adler so gleich
fiel aus den wolken lebendig bewegt
kratzte die erde die wüste und schwieg
uraltes wissen der mumien verglast
war früh vergessen wer weiß wo es war
sangen die kinder es war schon einmal
mythos legende der wandel der zeit
manchmal da wispert ein träumender gast
alte geschichten die bilder vom traum
schwarz und erloschen er ging wie er kam
hör auf die zeichen sie schreiben dich fort

zuletzt bearbeitet 24.11.2018 08:03 | nach oben

#2

RE: dämmerung

in Mythologisches und Religiöses 23.11.2018 21:35
von gugol | 233 Beiträge | 90 Punkte

Nie im Leben würde ich dieses Gedicht mit der Dämmerung in Verbindung bringen. Am Anfang mit einem Herbsttag, am Ende mit Mitternacht vielleicht. Aber he nu, Titel kann/könnte man ja einfach ändern.
Die Beschreibung des Sturms gefällt mir, wenn ich auch das "so" in S2 für ein metrumgeschuldetes Füllsel halte. Der gedankliche Übergang zu den Mumien (warum verglast?) gelingt mir nicht wirklich, aber danach ist die (kollektive) Erinnerung wieder sehr eingängig dargestellt. In der letzten Zeile würde ich unbedingt das einzige Komma entfernen. Metrisch finde ich den einsamen Auftakt in Z6 ein bisschen schade ("war" betonen und "früh" nicht, geht ja irgendwie nicht). Vorschlag: "Längst schon vergessen, wer weiss, wo es war"
Insgesamt gern gelesen. LG gugol

zuletzt bearbeitet 23.11.2018 21:43 | nach oben

#3

RE: dämmerung

in Mythologisches und Religiöses 24.11.2018 08:01
von otto | 637 Beiträge | 645 Punkte

Ich darf dich doch mit " Lieber gugul" begrüßen?
Ich danke dafür, dass Du Dich mit meinem Text befasst,
" Dämmerung" bedeutet für mich Übergang: Leben/ Tod, Tag/ Nacht, Nacht/ Tag. Der Titel will mir bleiben.
Ja richtig, einer Gans gebe ich gerne ein Füllsel zu, eine Brücke wo ich hinüber will, Ich will darüber nachdenken.
" Verglaste" Mumien sind mir einbalsamierte, Gestriges.
Das Komma kommt weg, es ist mir entkommen.
" war" " früh", kann doch gewesen sein?

Üblicherweise gebe ich keine Kommentare zu meinem Gedicht. Es ist ja der Arbeit des Lesenden vorbehalten.
Liebe Grüße an Dich,
otto

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#4

RE: dämmerung

in Mythologisches und Religiöses 24.11.2018 08:35
von gugol | 233 Beiträge | 90 Punkte

Guten Morgen otto, die Mumie in der Vitrine sozusagen? Ja das hat was! Meist wird ja gesagt, ein Gedicht sollte nicht erklärt werden müssen, aber ich sehe es in einem Forum als Chance, ab und zu hinter die Intentionen eines Autors blicken zu dürfen - grade in diesem Beispiel mit der Mumie. Gänse wollen gefüllt werden, Adler brauchen ihre Freiheit. ;-) Nein im Ernst, das "so" ist ja keineswegs falsch, nur halt - naja, ein bisschen auffällig, weil "dem xy gleich" doch eine bekannte Redewendung ist.
Hauptsächlich freue ich mich darüber, dass mit dir ein User wieder aufgetaucht ist, dem es hier um Gedichte zu gehen scheint und nicht um persönliche Nebenschauplätze. LG gugol (sehr gern begrüsst)

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#5

RE: dämmerung

in Mythologisches und Religiöses 24.11.2018 11:45
von otto | 637 Beiträge | 645 Punkte

Lieber Gugol, offenbar sind wir jetzt verkuppelt. Danke für Dein Lesen.
Gruß otto

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