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#1

Ich wär gern meine eigne Frau

in Liebe und Leidenschaft 02.02.2009 10:44
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Ich wär gern meine eigne Frau

Ich wär gern meine eigne Frau,
dann wär sie immer schön geschmückt
und nebenbei genauso schlau.
Ihr Blick auf mich wär stets entrückt,
im Bette wär sie geil wie Sau.

Sie hätte immer Zeit für mich
und kochte nur das, was ich mag.
Sie liebte mich an und für sich
und zeigte mir das jeden Tag. -
Ach, wenn sie mir nur etwas glich...

Doch ist sie mir bizzar und fremd.
Zu wenig gibt sie von sich preis.
Und ich weiß nie, was sie so denkt,
obwohl sie fordert, dass ich's weiß,
die Läufe gegen mich gestemmt.

So ist, was mir im Geist ein Fluss,
ein Tröpfeln bloß auf harten Stein.
Ich weiß, wenn sich was ändern muss,
dann wird es nicht das Rinnsal sein.
Komm, werde weich, mein harter Kuss.


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#2

Ich wär gern meine eigne Frau

in Liebe und Leidenschaft 02.02.2009 22:05
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Guten Tag, GerateWohl!

Eine vortreffliche Idee, die hier unter Umständen mehr Aufmerksamkeit erhält als unter Humorvolles, obwohl das Thema vom Philosophischen auch nicht weit abdriftet.

Gut zu lesen, amüsant und geistreich. Was mich stört, schon bei einigen Werken von Dir beobachtet, das sind die kleinen Wortverstümmelungen. Apostrophe werden nicht gesetzt, vermutlich weil ihrer sonst zu viele wären.
Mit dem 'Wären' bin ich beim nächsten Punkt, siehe Zeile 1 und Zeile 2 zu Beginn. Das wird Dir auch aufgefallen sein.
Es ist nicht ganz einfach, eines davon zu vermeiden, könnte doch die lockere hingeplapperte Art darunter leiden. Trotzdem sollte sich eine Möglichkeit finden, um ein 'wäre' zu vermeiden, selbst wenn etwas radikaler umkomponiert werden müßte.
Hast Du schon die Möglichkeit überlegt, für den Beginn:
Ich wünsche mich als meine Frau,
wäre als solche stets geschmückt
....
(ist nur eine von vielen Möglichkeiten )

Beim Durchlesen merkte ich das Verlangen, es noch mehr Richtung Humor zu prägen, auch wenn es großteils schon geschehen ist. (Sehr stark erinnert mich diese Zeile, mit der winzigen Pause nach dem 'mich' an den vortrefflichen Heinz Erhard: Sie liebte mich an und für sich und zeigte mir das jeden Tag.)

Ein bißchen zu wenig Zeit konntest Du vermutlich dafür aufwenden; es wäre vielleicht eine bessere Ausdrucksweise möglich gewesen.
Alles ist einfach nicht in einem Gedicht unterzubringen, das dachte ich, als ich gegen Schluß die letzten Zeilen las, wo Du einen anspruchsvollere Saite anschlägst.

Kurzum: erquickend, zu schade, es nicht nochmals zu bearbeiten. Mir hat es gut gefallen - die Idee sowieso, die ist einmalig!

Gruß
Joame
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#3

Ich wär gern meine eigne Frau

in Liebe und Leidenschaft 05.02.2009 16:21
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Hallo Joame,

na, da mildert Dein Urteil ja meine Scham. In einem anderen Forum ist das Gedicht als oberpeinlich und geschmacklos geschmäht worden.

Dagegen sind Deine sprachlichen berechtigten Einwände ja Balsam dagegen. Das Wär stört mich selbst übrigens grundsätzlich nicht so. Aber Du hast recht, dass das etwas gehäuft Verwendung findet. Auch hat der Text für meinen Geschmack zu viele Elisionen.

Danke Dir für Deinen Kommentar.

Grüße,
GerateWohl

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#4

Ich wär gern meine eigne Frau

in Liebe und Leidenschaft 05.02.2009 16:31
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Nochmals schönen Tag!

Es wäre reizvoll, würde mich auch reizen, es als Audioversion zu hören. Wenn Du irgendwo einen Platz wüßtest und mein Mikrophon nicht zu sehr brummt, wollte ich mich sogar darüber wagen. Kleinigkeiten, die beim Lesen beanstandet werden könnten, treten in den Hintergrund.

Elisionen, einmal richtig angewöhnt, wird immer wieder darauf zugegriffen - ist ja oft sehr hilfreich für Reime.
Wenn in irgend einem Forum blödsinnige Kommentare erfolgen, so bedeutet das nicht viel, soferne man weiß wo man sich aufhält. Oberkluge gibt es immer oder sie wirken so. Es steht doch jedem frei, selbst auf die Idee zu kommen und Ähnliches zu schreiben. Nur liegt bei vielen die Stärke in Kritik anstatt im Erbringen einer Leistung.

Hast Du irgendwo Platz für mp3 hochladen? Kennst Du überhaupt Erhard?

Gruß
Joame
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#5

Ich wär gern meine eigne Frau

in Liebe und Leidenschaft 05.02.2009 17:03
von GerateWohl • Mitglied | 2.015 Beiträge | 2015 Punkte
Klar kenn ich den. Und der Vergleich ehrt mich.
Ich muss gestehen, dass ich seinerzeit allerdings über Otto Waalkes auf den getroffen bin, weil der am Anfang viel von Heinz Ehrhards Gedichten zitiert hatte, bervor Robert Gernhard für ihn schrieb.

Ich habe übrigens leider 0,0 Webspace.

Grüße,
GerateWohl

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#6

Ich wär gern meine eigne Frau

in Liebe und Leidenschaft 05.02.2009 18:31
von Joame Plebis | 3.368 Beiträge | 3363 Punkte
Was könnte dagegen sprechen, Gedichte auf You Tube hochzuladen, zumindest eigene? Daran hatte ich früher schon gedacht; dort wäre es möglich, Monologe zu bringen und auch darstellerisch zu wirken. ! Was hältst Du davon?

Gruß
Joame
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#7

RE: Ich wär gern meine eigne Frau

in Liebe und Leidenschaft 27.03.2009 12:29
von oliver64 • Mitglied | 352 Beiträge | 352 Punkte

Hallo GerateWohl,

mir gefällt das Gedicht bis Strophe 3, Zeile 4. Bis dahin ist es, besonders in den ersten zwei Strophen, schwungvoll, bissig, witzig. Die Selbstironie sprüht, alles wird prima vorbereitet für einen ebenso launigen Schluss. Und dann kippt das Ding um. Die extrem bemühte Zeile 5 der 3. Strophe kündet von Schlimmerem und richtig: In der letzten Strophe ist es dann nur noch zum Weglaufen! Wo ist der Witz geblieben, der Esprit, das Augenzwinkernde? Nee, tut mir leid, nicht mehr mein Ding. Verkauf das Ding an Hollywood, die stehen auf so etwas. Die lassen auch mitten in einer Komödie einen an Krebs verrecken und dem Zuschauer die Kehle zuschnüren, allerdings nicht aus Methode, sondern schlichter Gedankenlosigkeit, wie mir scheint. Denn größere Aussage steht meist nicht dahinter. Hier auch nicht, tut mir leid, denn die eigentliche Aussage verschenkst du zugunsten irgendeines Gesülzes, welches ob der angemahnten Benevolenz gegenüber der dämlichen Ehefrau dann sogar einen unappetitlichen Zungenschlag bekommt. Die Einstufung in den anderen Foren ist, was die Abschlussstrophe angeht, leider korrekt. Allerdings könnte ich wetten, dass diese Arschgeigen - so nennt man die User anderer Foren - ihr Urteil auf die ersten beiden Strophen münzten und das ist dann natürlich wieder Käse. Sage ich. Stimmt also.

Beste Grüße
Oliver





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