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Kritik des Monats Dezember 2008

in Ausgezeichnete Kritiken 16.01.2009 20:47
von Alcedo • Mitglied | 2.443 Beiträge | 2351 Punkte

Kritik des Monats Dezember:


Brotnic2um zu Überleben von GerateWohl


Zitat:

Brotnic2um schrieb am 14.12.2008 14:43 in diesem Faden: t67092463f016-Forum.html

Hallo GW,

als Codeknacker tauge ich nicht sehr viel. Formal kann ich Dir nur das Feedback geben, dass es an einen umgedrehtes Sonett wegen der Strophenstruktur erinnert.

Edit: das sind ja Quintette und keine Quartette. Sorry

Umgedreht, auf den Rücken gedreht, verquer war für mich der beste Zugang.

Strophe eins vermenschlicht ein Haus und umgedreht. Aber bleiben wir mal beim Bild des Hauses. Das Haus liegt wie ein Mensch auf der Erde. Es ruht. Das Dach des Hauses ist das rote Fell und die weißen Beckenrinden das weiße Mauerwerk. Auf einen Menschen bezogen könnte ich auf einen, eine Rothaarige tippen.

Strophe zwei bliebt im Bild. Auch mich erinnern Wohnungen immer an Aquarien, Gerade nachts, wenn einzelne Fenster noch erleuchtet sind. In den Wohnungen des Hauses, spielt sich das Leben ab und es entsteht auch neues Leben (brütend).
Das Unterleben – ein Schlüsselwort gewiss – fällt mir aber schwer unterzubringen. Überleben? Das allein ist nicht gemeint. Beim „Unter“ denke ich um im Bild des Hauses zu bleiben an Untermieter und wenn ich das Haus wieder „umdrehe“ und als Metapher für einen Menschen denke, komme ich auf eine schwangere Frau mit roten Haaren? Ob das angeht? Ich mache trotzdem weiter. Also Unterleben ist ein Mix aus Untermieter und Menschenleben.

Strophe drei und Strophe vier – die Quartette –machen mir am meisten zu schaffen. Jetzt verblassen oder erblassen die Säulen? Die Wirbelsäule, das Rückgrat bringe ich mit diesen Säulen in Verbindung. Aber warum sollten sie verblassen? Was passiert da? Wird das Haus geräumt? Auf jeden Fall wird die liegende Position aus S1 aufgegeben bis wir uns anders halten . Da haben wir auf einmal ein wir. Wer ist das? Die Menschheit? Die Eltern? Da komme ich – wie du merkst – in böse Schwulitäten. Die neue Haltung die übersetzte ich mir aber nicht mit dem aufrechten Gang, nein, eher mit dem animalischeren auf allen Vieren. Aber nur weil im Fortgang des Gedichtes, die Szenerie des Hauses, der Stadt verlassen wird und wir auf einmal im Wald sind. Wobei ich die Zeile mit den Scheiben – über den Scheiben ausgelassen habe. Bei den Scheiben bin ich ratlos. Bandscheiben? DIe Fensterscheiben des Hause? Über den Scheiben? Das Haus wird verlassen und alles ist neu und frisch, so frisch, dass es noch in feuchten Tüchern ist.

In der letzten Strophe scheidet nicht nur das LyrI aus, auch ich sehe den Wald nicht mehr. Zwar glaube ich auch durch die auf den Kopf gestellte Form, dass hier eine Evolution rückwärts verläuft, aber das ist wahrscheinlich bei weitem nicht genug. Hier steht alles auf dem Kopf und so scheidet das LyrI aus und der Tag beginnt. Warum aber per Abzählreim? Wehenrhythmus, etwa? Etwas neues ist Entstanden, das alte fliegt raus? Ich lass Dich jetzt mit diesem Wust meiner Gedanke alleine, denn ich weiß es nicht zu ordnen. Aber vielleicht ist das der Trick hier, das etwas entsteht und alles über den Haufen wirft.

Hoffentlich kannst Du damit was anfangen. Mich hat die Kniffligkeit erst abgeschreckt und so langsam daran Spaß gefunden Wege in den Text zu finden.

Gruß Eckhard

Edit: Die Wege zum Text werden dunkler und düsterer je öfter ich es lese.




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