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#1

Widerspruch

in Düsteres und Trübsinniges 02.12.2008 21:33
von knalltüte (gelöscht)
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Leuchtende Augen,
klingender Worthauch,
schmeicheln im Gebrauch,
können nicht taugen,

für zweifelnden Sinn.
Blitzende Sonne,
treibende Wonne,
locken schnell dahin.

Geborgen im Glanz,
schwebend benommen,
dagegen besonnen,
klare Dissonanz.
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#2

Widerspruch

in Düsteres und Trübsinniges 03.12.2008 12:13
von valbrvl (gelöscht)
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hallo knalltüte,

ich musste mal x-en, um die widersprüche in deinem metrum und des metrums zum reim zu erforschen.

vermutlich ist das absicht, ich tu mich immer schwer mit metrisch unruhigen texten, daher auch mit diesem. erschwerend kommt hinzu, dass die verse nur sehr kurz sind, das führt in verbindung mit unregelmäszigkeiten wie ich finde zwangsläufig zu einer art telegrammstil. nachdem sich das werk inhaltlich in der conclusio dissonant auflöst, ist das aber im grunde konsequent.

und ansonsten reimst du sauber im umarmenden reim, nur zum schluss, wenn der umarmende reim selbst etwas anspruchsvoller wird, vermindert sich der umarmte reim zur assonanz. und wieder gilt, dass mit der inhaltlich und verbal folgenden dissonanz natürlich auch das seinen reiz hat.

inhaltlich sind die strophen 1 und 2 klar, hier gibt es einen widerspruch zwischen dem äuszeren und dem inneren. hier spielt einer dem anderen etwas vor, als thema vermute ich so etwas wie treue, da in strophe 2 offenbar den blitzenden und treibenden sonnen und wonnen auf die schnelle erlegen wird (ich stolpere immer über den lockenden plural, obwohl er grammatikalisch wohl richtig ist!?).

pfiffig finde ich das strophen übergreifende enjambement, da es zwei lesarten ermöglicht und somit offen bleibt, wessen sinne zweifeln lassen. das gefällt mir.
strophe 3 bleibt mir allerdings verschlossen. wenn ich unterstelle, dass hier z.b. jemand einer Person schmeichelt bzw. die Treue schwört, einer anderen dann aber erliegt und nun auf wolke 7 schwebt, dann besteht zwar eine dissonanz, warum aber „besonnen“? das ist eventuell der widerspruch in diesem Gedicht, den es aufzulösen gälte. oder heiszt das schlicht, dass die in strophe 1 bezirzte person besonnen bleibt, da er oder sie die dissonanz erkennt?

nun denn, meine einstellung zu diesem gedicht bleibt ambivalent, da es mir gleichzeitig gefällt und wieder auch nicht. ein widerspruch, wie mir scheint.

ru
val
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